FLAWIL: Mit Stimme und Gitarre

Monday Night Music startete ihre Saison mit Tremendous T. aus Basel. Er machte seinem Namen alle Ehre und schaffte es auch, als Solist das Publikum voll und ganz zu überzeugen.

Michael Hug
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Für Tremendous T. reicht seine Stimme und Gitarre aus, um Schwung in den Abend zu bringen. (Bild: PD)

Für Tremendous T. reicht seine Stimme und Gitarre aus, um Schwung in den Abend zu bringen. (Bild: PD)

Michael Hug

redaktion

@wilerzeitung.ch

Da sitzt einer ganz allein mit seiner Gitarre zwei Stunden lang vor seinem Publikum und gibt, was er zu geben hat, nämlich alles. Das braucht Mut, Kondition und verschleissfähige Stimmbänder. Allein schon deshalb, weil das Monday Night Music-Publikum im Keller des Restaurant Park nur sehr schwer in Stimmung zu bringen ist. Wenn hier Jazz gespielt wird, Dixieland oder Blues, dann geht es normalerweise schnell mal ab. Aber ein Solist mit Stimme und Gitarre – da braucht es dann schon was bis es abgeht.

Der Riesige, der Enorme

«Tremendous T.» schaffte es. Er nennt sich darum auch so: tremendous, das englische Adjektiv für gewaltig, riesig, enorm. Also gross, mehr als gross, übergross, ja ungeheuerlich gross. Ein Ungeheuer ist dieser Tremendous T. aus Basel, der um seinen richtigen Namen ein Geheimnis macht, ein Ungeheuer im positiven Sinn. Er hat eine ungeheuer kräftige Stimme, spielt ungeheuer gut und wirksam Bassgitarre und hat ein ungeheuer grosses Repertoire.

Darin schlägt dieser ungeheuer talentierte Sänger und Songschreiber mal bluesige, mal rockige, mal countryhafte Töne an. Nichts scheut der Basler in sein Programm aufzunehmen und er wagt sich auch an grosse Vorbilder wie: «Peggy Sue» (Buddy Holly, 1957), «Summertime Blues» (Eddie Cochran, 1958) oder «That’s All Right» (Arthur Crudup, 1946/Elvis Presley 1954).

Auf alle musikalischen Wünsche eine Antwort

Tremendous T. scheint sich gut auszukennen in den Stilen der Fünfziger, Sechziger und Siebziger des vergangenen Jahrhunderts, und weiss auf alle musikalische Wünsche eine Antwort. Er selbst nennt seine Eigenkompositionen und gecoverten Songs «Trash Country ‘n’ Rockabilly Sound». Das sagt eigentlich alles, und es sagt auch aus, dass sich Walter Baumgartner, der Programmchef des Monday Night Music, auch in der zwölften Saison des Vereins nicht scheut, über den Tellerrand hinauszusehen und ab und an etwas «Trashiges» auf ebendiesem Teller zu servieren.

Dem Publikum jedenfalls hat es am Montagabend anscheinend richtig gut gefallen. Es kam in Scharen zum Auftaktkonzert der neuen Saison. Oder war es vielleicht doch der leckere Gratis-Apéro, den eine lokale Bank gesponsort hat?

Hinweis

Am Montag, 20. November, steht wieder Jazz auf dem Programm der Monday Night Music. Und zwar das Trio «Ginkyó» mit Barbara Balzan, Gregor Müller und Silvan Jeger. Das Konzert beginnt um 20 Uhr. Am Montag, 4. Dezember tritt das Jazzquartett Florian Inacio Jr. auf die Bühne in Flawil.

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