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Flawil macht sich ein steuerliches Weihnachtsgeschenk

Die Bürgerinnen und Bürger von Flawil werden nächstes Jahr weniger Steuern bezahlen
müssen. Mit deutlicher Mehrheit senkten sie den Steuerfuss auf 138 Prozent.
Tobias Söldi
Nach der Bürgerversammlung wurde der Flawiler Preis verliehen. Hans Ruedi Fischer (am Mikrofon) hält eine Laudatio auf den Preisträger Heinz Niedermann (links), Gemeinderat Eddie Frei und Gemeindepräsident Elmar Metzger hören zu. (Bild: Tobias Söldi)

Nach der Bürgerversammlung wurde der Flawiler Preis verliehen. Hans Ruedi Fischer (am Mikrofon) hält eine Laudatio auf den Preisträger Heinz Niedermann (links), Gemeinderat Eddie Frei und Gemeindepräsident Elmar Metzger hören zu. (Bild: Tobias Söldi)

Gemeindepräsident Elmar Metzger gab sich am Apéro nach der Bürgerversammlung sportlich: «Das ist Demokratie.» Vergangenen Dienstagabend entschied sich die Bürgerschaft gegen den Vorschlag des Gemeinderates, den Steuerfuss bei 140 Prozent wie im letzten Jahr zu belassen. Sie hat sich vorweihnachtlich beschenkt: Der Steuerfuss wird auf 138 Prozent gesenkt.

Die Diskussion ins Rollen brachte Otto Frei, ehemaliger Leiter der Technischen Betriebe Flawil. «Es darf nicht sein, dass die Gemeinde Steuern auf Vorrat erhebt», sagte er mit Blick auf den für 2019 budgetierten Gewinn von 8200 Franken und die guten Eigenmittel der Gemeinde. Die Beibehaltung des Steuersatzes begründete Metzger mit den anstehenden grossen Investitionen, der ansteigenden Nettoverschuldung und der Steuergesetzrevision, die zu Einnahmenverlusten führen könnte.

Keine Voten gegen die Steuersenkung

Die Argumente des Gemeinderates fanden kein Gehör: Vier weitere Voten aus den Reihen der 192 anwesenden Stimmberechtigten unterstützen Freis Anliegen. Angesichts der soliden finanziellen Situation sei eine Senkung des Steuerfusses und damit eine Entlastung der Bürger angebracht, meinte Roland Roos, Präsident der FDP Flawil. Für Parteigenosse Erich Baumann lässt die eher vorsichtige Budgetierung der Gemeinde Raum für eine Senkung: «Ich habe den Eindruck, es fehlt an Mut, sportlicher zu budgetieren.» Die Votanten warfen zudem einen Blick auf die Steuerfüsse der umliegenden Gemeinden. Diese sind mit Ausnahme von Degersheim überall tiefer als in Flawil.

Angesichts dieser Argumente und des Fehlens von Wortmeldungen, die sich gegen eine Steuersenkung aussprachen, überraschte es wenig, dass Freis Antrag deutlich angenommen wurde. Die beiden Steuerprozente entsprechen Mindereinnahmen von rund 360000 Franken. Statt eines Ertragsüberschusses von 8200 Franken wird die Rechnung nun einen Aufwandüberschuss von etwas mehr als 350000 Franken aufweisen.

Investitionen von knapp 10 Millionen Franken

Um das Defizit zu umgehen, schlug Otto Frei in einem zweiten Antrag vor, den Budgetposten «Allgemeines Strassenprogramm 2019» um 150000 Franken auf das Volumen des Vorjahres zu kürzen. Metzger legte dar, dass der Unterschied zur Zahl vom Vorjahr der Umstellung auf das neue Rechnungsmodell RMSG geschuldet sei. «Faktisch ist das Budget gleich gross.» Die Stimmberechtigten lehnten den Antrag mit 111 Nein-Stimmen gegenüber 68 Ja-Stimmen ab.

Im Jahr 2019 stehen Investitionen in der Höhe von 9.9 Millionen Franken an. Das grösste Bauvorhaben der Gemeinde ist die zweite Phase der Gesamterneuerung des Bahnhofplatzes. «Wenn alles nach Plan verläuft, kann der Bahnhofplatz im Herbst 2019 eingeweiht werden», kündigte Metzger an. Andere «uralte Projekte» werden endlich umgesetzt. Dazu zählt die Sanierung der Deponie Lehmtobel und des Entwässerungssystems Töbeli. Ein grosser Teil der Investitionen sind bereits gesprochen. Neue Kredite beantragt der Gemeinderat in der Höhe von 2.035 Millionen Franken. Dem Budgetantrag stimmte die Bürgerschaft mit wenigen Gegenstimmen zu, dem bereinigen Steuerantrag ebenso.

Filmpremiere an der Bürgerversammlung

An der Bürgerversammlung kam es auch zu einer Filmpremiere. «Im September des vergangenen Jahres nahm sich der Schulrat der Frage an, was eine gute Schule ausmacht», erzählte Schulratspräsident Christoph Ackermann. Um das herauszufinden, wurden rund 200 Aussagen von Schülerinnen und Schülern über Lehrpersonen bis zum Schulwart gesammelt, die mit «Die Schule Flawil ist gut, wenn...» beginnen mussten. Entstanden sind nicht nur kondensierte Leitsätze, die der Schulleitung als Handlungsanleitung dienen, sondern auch ein Kurzfilm, der am Dienstagabend vorgeführt wurde.

Flawiler Preis geht an einen «glatt-rasierten Grind»

Im Anschluss an die Bürgerversammlung wurde der Flawiler Preis 2018 an Heinz «Haro» Niedermann vergeben. Der 59-Jährige hat sich über Jahrzehnte ehrenamtlich in zahlreichen Vereinen der Gemeinde engagiert. Der Flawiler Preis, der bereits zum neunten Mal verliehen wurde, besteht aus einer Urkunde, einer Skulptur und einem Preisgeld von 1160 Franken, das Niedermann gleich an den Hilfsverein Flawil und an den B’treff spendete. «Ich nehme den Preis als Stellvertreter für alle, die sich engagieren, entgegen», sagte Niedermann in seiner Dankesrede und plädierte dafür, sich wieder vermehrt ehrenamtlich in Vereinen zu engagieren. Hans Ruedi Fischer, welcher Niedermann vor 24 Jahre die Fasnachts-Auszeichnung «Chratzbörschte» verliehen hatte, hielt eine gereimte Laudatio auf den umtriebigen Preisträger: «Mer trucked drum de Siegerchranz / ohni lange Firlefanz / uf Haros glatt-rasierte Grind / wil alli däre Meinig sind.» (tos)

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