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FLAWIL: Klares Ja zur ARA Oberglatt

Die ARA Oberglatt könnte schon bald saniert und erweitert werden. In Flawil und Gossau wurde deutlich zugestimmt.

Das Flawiler Stimmvolk und die Gossauer Stimmbeteiligten lassen keinen Zweifel offen, dass sie die Abwasserreinigungsanlage (ARA) Oberglatt sanieren und erweitern lassen wollen. Bei einer Stimmbeteiligung von hohen 50,1 Prozent haben am gestrigen Abstimmungssonntag 89 Prozent der Gossauer Stimmbürger Ja gesagt zu einem entsprechenden Baukredit. Damit stehen 5383 Ja-Sager 635 Gegnern gegenüber. Brutto steuert die Stadt Gossau 11,07 Millionen Franken an das insgesamt 20 Millionen schwere Projekt.

Die Gemeinden Degersheim und Flawil, die dem Abwasserverband ebenfalls angeschlossen sind, stimmen eigenständig über ihre Anteile ab. Aus Flawil kommt von der gestrigen Urnenabstimmung ein noch deutlicheres Signal: Auf über 91 Prozent der Abstimmungszettel ist ein Ja angekreuzt worden. Bei einer Stimmbeteiligung von 51,3 Prozent haben 2825 Bürger Ja gestimmt, nur 267 sagten Nein.

Vorwärtsmachen und Geld sparen

Einen Teil an den Umbau haben Gossauerinnen und Gossauer schon vorbezahlt. Denn der Bund verlangt jährlich eine zusätzliche Abwassergebühr von neun Franken pro Person. Aus diesem Topf wiederum subventioniert er Abwasserreinigungsanlagen, die durch eine zusätzliche Filtrationsstufe ergänzt werden. Zieht man die Subventionen des Bundes vom Bruttokredit ab, zahlen die Gossauer Steuerzahler noch 5,9 Millionen an die Sanierung und den Ausbau der Kläranlage. Auf Flawil entfällt ein Nettokredit von 3,5 Millionen Franken und auf Degersheim 1,24 Millionen. Die geplante Biofiltration ist ein neuer gesetzlicher Standard, der in den nächsten Jahren allerorts eingehalten werden muss. Die Zusatzgebühr von neun Franken entfällt, sobald dieser Standard eingehalten wird. Machen die drei Gemeinden rasch vorwärts, können sie dadurch 290 000 Franken jährlich sparen.

Die neue Reinigungsstufe hat es in sich. Dank des Aktivkohle-Verfahrens können mindestens 80 Prozent der Mikroverunreinigungen im Abwasser eliminiert werden. Mikroschmutz stammt aus Kosmetika, Medikamenten, Lebensmittelzusätzen, Reinigungsmitteln oder auch Pflanzenschutzmitteln. Die Abstimmungen in Gossau und Flawil ergeben aber noch keinen festen Entscheid. Erst wenn die Stimmberechtigten von Degersheim an ihrer Bürgerversammlung vom 26. März zustimmen, sind die Kredite im Trockenen. (ses)

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