FLAWIL: Kampf um beste Köpfe und Hände

Hunderte Oberstufenschülerinnen und -schüler strömten am Samstagvormittag ans 1. Flawiler Lehrstellenforum. Gute Lehrlinge zu finden, ist für die Betriebe heute nicht mehr so einfach.

Christof Lampart
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Manche Stände boten nicht nur Informationen, sondern auch die Gelegenheit, praktische Erfahrung zu «schnuppern». (Bild: Christof Lampart)

Manche Stände boten nicht nur Informationen, sondern auch die Gelegenheit, praktische Erfahrung zu «schnuppern». (Bild: Christof Lampart)

FLAWIL. 31 Aussteller mit 45 Berufsbildern warteten am Samstag kurz vor neun Uhr im Lindensaal Flawil auf die Scharen an Schülerinnen und Schülern, die da kommen sollten. Und sie kamen wirklich. Bereits eine Viertelstunde nach der Türöffnung wimmelte es im Gebäude nur so von interessiert fragenden Schülern und Eltern sowie ausführlich antwortenden Gewerbetreibenden.

Auffallend dabei war, dass viele der Teenager, mit Block und Bleistift ausgerüstet, von einem Stand zum anderen gingen. Negina Hajizada würde am liebsten Kauffrau lernen, denn «mir gefällt es, zu handeln». Auch Bleona Krasniqi hat für sich schon einen Beruf entdeckt, von dem sie annimmt, dass er ihr Spass machen könnte: «Ich arbeite gerne mit Farben und bin kreativ – Malerin wäre etwas für mich.»

Handwerksberufe sind gefragt

Generell sind an diesem Tag die Handwerksberufe sehr gefragt, was auch Sanitärinstallateur Richard Osterwalder freut: «Wir haben viele Anfragen erhalten, auch von Lehrern. Das Interesse freut uns. Doch gilt es festzuhalten, dass es nicht ganz einfach ist, gute Lehrlinge zu finden». Ähnlich äussert sich auch die Lehrlingsverantwortliche der Raiffeisenbank Flawil, Caroline Karlen: «Es war schon einfacher, geeignete Lernende zu finden.» Dabei komme es bei einer Banklehre nicht nur auf die Schulnoten, sondern vor allem auf die Persönlichkeit an. «Mit einem Notenschnitt von 4,5 bis 5 kann man sich schon bei uns bewerben.»

Bei diesen Worten ist spürbar, dass das Flawiler Lehrstellenforum nicht «nur» ein Info-Anlass für potenzielle Lernende ist, sondern auch eine gute Gelegenheit für die teilnehmenden Betriebe, um frühzeitig das eine oder andere Talent auf sich aufmerksam zu machen. Denn eines wird deutlich: die Schülerinnen und Schüler haben – entsprechende Noten und Benehmen vorausgesetzt – fast schon die Qual der Wahl, falls sie sich frühzeitig um eine Lehrstelle kümmern. Der Kampf um die «besten Köpfe und Hände» sei da, merkt denn auch der Präsident des Gewerbevereins Flawil, Marcel Kuhn, an: «Viele Betriebe entscheiden sich bis zu den Herbstferien.»

Die Kehrseite der Medaille ist aber auch klar: «Ich bekomme oft von Jugendlichen, die sich auch bei uns für eine Lehrstelle beworben haben, einen Anruf, dass sie sich jetzt entscheiden müssten, da ein Mitbewerber sie zwar nehmen würde, aber nur, wenn sie sofort zusagen würden». Immerhin können durch einen Anlass wie das Lehrstellenforum in Sachen Berufswahl frühzeitig ein paar Weichen in die richtige Richtung gestellt werden.

Vielfalt und Qualität des Ausbildungsplatzes

Kuhn war mit der Publikums-Resonanz und dem Engagement der Gewerbebetriebe beim 1. Lehrstellenforum mehr als zufrieden: «Das einheimische Gewerbe konnte meiner Meinung nach die Vielfalt und die Qualität des Ausbildungsplatzes Flawil eindrücklich aufzeigen.»

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