FLAWIL: Kämpferisches Flawil verhindert gegnerisches Torgewitter

Zum Wunder von Flawil kam es am Mittwoch nicht. Im Testspiel gegen den Tabellensiebten der Promotion-League der vergangenen Saison, den SC Brühl, taten sich die Untertoggenburger Drittligisten schwer. Savics Elf war mit der 1:4-Niederlage gut bedient.

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Viel (Motivations-)Arbeit für Flawils neuen Trainer Dragan Savic.

Viel (Motivations-)Arbeit für Flawils neuen Trainer Dragan Savic.

Schwarze Gewitterwolken hängen über der Rössli-Park-Arena. Windböen zerren an den Bäumen, lassen leere Bierbecher über den Kies tanzen, blähen die Tornetze wie Ballone auf. Die Zeichen stehen auf Sturm; jene auf der Schützenwiese auf Torgewitter. Denn mit dem Anpfiff der Testpartie machen die Gäste aus St. Gallen schon klar, wer hier Platzhirsch ist. Zehn Minuten sind gespielt, da knallt Raphael Huber das Leder in die Flawiler Maschen: 0:1 für den SC Brühl.

Schwerer Stand gegen überlegenen Gegner

Flawil lässt sich dadurch aber wenig beeindrucken. «Zäme, zäme», «Position», «Nöd flanke lo» – Torhüter und Captain Ramon Bühler wird nicht müde, seine Teamkollegen anzutreiben. Wobei es den Flawilern an Leistungsbereitschaft und Einsatzwillen nicht mangelt. Aber an Kreativität, an Ideen, das geschickte und schnelle Kombinationsspiel der Gegner zu stören, den Ball in den eigenen Reihen zu halten und sich Torchancen zu erarbeiten. Nichtsdestotrotz gelingt es dem heimischen Fanionteam, den 0:1-Rückstand in die Halbzeitpause zu retten.

Der Wind hat wieder zugenommen. Erste Tropfen fallen. Die Zuschauer, es dürften um die hundert sein, drängen in die Festwirtschaft. Minuten später ist der Spuk vorbei, sind die umgeklappten Schirme wieder zurechtgebogen, die Regenjacken verstaut, die Mannschaften schliesslich zurück auf dem Rasen. Das Team von Dragan Savic tritt nun selbstbewusster auf, kommt nach wenigen Minuten zur ersten Tormöglichkeit, einem Corner und dann zum Ausgleichstreffer. Wieder scheint alles möglich. Die verhaltene Euphorie wird jedoch bereits zehn Minuten später gedämpft: Brühl erzielt das 1:2.

Dann geht es Schlag auf Schlag. Alessandro Riedle macht sich zum Doppeltorschützen, und Teamkollege Nico Abegglen erhöht auf 1:4. Die drei Treffer fallen innert 20 Minuten. Flawils Scorers kämpfen zwar ungeachtet der nahezu aussichtslosen Lage mit Herzblut weiter, scheitern aber an der Auswertung der spärlichen Torchancen.

Die Mannschaften trennen sich mit 1:4. Ein Resultat, mit dem Trainer Dragan Savic zufrieden ist, wie er sagt. Es täusche über den tatsächlichen spielerischen Unterschied zwischen den Teams hinweg: «Brühl war die spielbestimmende, die bessere Mannschaft. Unsere Taktik, möglichst wenige Gegentore zu erhalten, ist aufgegangen.»

Elf Flawiler Spieler sind ferienabwesend

Die Unterlegenheit seiner Mannschaft führt der neue Flawiler Trainer auch auf das ausgedünnte Kader der 1. Mannschaft zurück. «Elf Spieler sind derzeit in den Ferien. Wären nicht drei Spieler des FC Uzwil Serben eingesprungen, hätten wir heute gar nicht antreten können.»

Andrea Häusler

andrea.haeusler@wilerzeitung.ch