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FLAWIL: Hat Chratzbörschte ausgekratzt?

Am Schmutzigen Donnerstag traten die vier verbleibenden Mitglieder des Narrenrates zurück. Ob die Chratzbörschte jemals wieder verliehen und die Beizenfasnacht stattfinden wird, ist zurzeit ungewiss.
Zita Meienhofer
Die noch verbleibenden Mitglieder des Flawiler Narrenrats legen nach der Chratzbörschte-Verleihung ihr Amt nieder. (Bilder: Zita Meienhofer)

Die noch verbleibenden Mitglieder des Flawiler Narrenrats legen nach der Chratzbörschte-Verleihung ihr Amt nieder. (Bilder: Zita Meienhofer)

Für die Fasnächtler ist der Schmutzige Donnerstag ein «heiliger Tag», es ist der Tag, an dem in den katholischen Regionen der Schweiz für sie die schönste Zeit beginnt. So auch für die Flawiler. War es früher der Maskenball in der Tonhalle, sind es heute die Verleihung des Narrenpreises, der Chratzbörschte, samt Beizenfasnacht mit Guggenmusiken und einheimischen Schnitzelbankgruppen. Eine Eigenheit die nur Flawil kennt und die bislang aus dem kulturellen Jahreskalender der Gemeinde nicht wegzudenken war.

Narrenrat trat zurück – wer organisiert die Fasnacht?

Für die Verleihung des Chratzbörschte-Preises, wie auch für die Fasnachtszeitung mit dem gleichen Namen und die Organisation der Beizenfasnacht sind die Mitglieder des Narrenrates zuständig. Und es bleibt zu hoffen, dass dies auch künftig so sein wird. Aber noch ist es alles ungewiss. Denn, am diesjährigen Schmutzigen Donnerstag, nach Verleihung des Chratzbörschte-Preises, traten die Narrenrat-Mitglieder in corpore zurück. Zu oft sei der Aufruf, dass weitere Mitglieder gesucht werden, im Leeren verhallt, sagte Narrenrat-Präsident Roger Baumann.

Der Narrenrat setzte sich einst aus neun Mitgliedern zusammen, war dieses Jahr noch zu viert und es zeichnete sich mindestens ein weiterer Rücktritt ab. Reaktionen hat Roger Baumann danach einige erhalten, doch «bis jetzt hat noch niemand konkret Interesse bekundet», sagt er. Er ist sich auch bewusst, dass es seine Zeit braucht für einen Entscheid. Der Narrenrat hatte sich aufgelöst, doch der Verein Narrenrat besteht noch – allerdings ohne Mitglieder. Baumann sagt: «Es ist alles sauber aufnotiert. Allfällige Nachfolger könnten das Konzept 1:1 übernehmen». Und, es könne auch auf die Unterstützung der zurückgetretenen Mitglieder gezählt werden.

Wyssbach Geischter: Nur Mithilfe ist möglich

Bereits vor einigen Jahren wurde die Chratzbörschte nicht verliehen, da sich der Narrenrat – ebenfalls wegen Personalmangel – eine Auszeit nahm. Die Organisation der Beizenfasnacht nach der Verleihung hatte damals die Flawiler Guggenmusik Wyssbach Geischter (WBG) übernommen. Andy Flütsch von den WBG sagt, dass es für die Gugge wichtig sei, dass der Schmutzige Donnerstag, die Dorffasnacht von Flawil, so erhalten bleibe. Dass die Gugge jedoch die Organisation übernehmen werde, verneint er. «Wir müssen selber schauen, dass wir mit 14 Mitgliedern als Verein noch bestehen bleiben können». Eine Mithilfe sei durchaus möglich. Vorerst jedoch möchten die Wyssbach Geischter ihre närrische Saison zu Ende führen, denn noch an zwei Wochenenden sind sie unterwegs. Er könnte sich jedoch vorstellen, so Flütsch, dass im März eine Sitzung abgehalten werde, in der über das «wie weiter» diskutiert werde.

Die Unterlagen sind beim Verkehrsverein deponiert

Noch aktiv sind die Schreiberlinge, jene Gruppe, die jeweils die Texte für die Fasnachtszeitung «Chratzbörschte» verfasst. Diese hatte sich vor einigen Jahren neu formiert. Gemäss Baumann ist es durchaus möglich, dass die Schreibergruppe weitermacht, sofern sich eine Trägerschaft für die Herausgabe finden lässt. Denn Herausgeberin war bislang der Verein Narrenrat. Und ebenfalls in den Händen der Mitglieder des Narrenrats lag die Organisation des Kinderumzuges am Samstagnachmittag vor dem Schmutzigen Donnerstag.

Nach dem Rücktritt des Narrenrats liessen Ignaz Mainberger und Andreas Koller vom Verkehrsverein Flawil (VVF) verlauten, dass sich Interessierte bei ihnen melden könnten, da der Narrenrat die Unterlagen an den Verkehrsverein übergeben hatte. Als künftiger Organisator steht der Verkehrsverein jedoch nicht zur Verfügung.

Iganz Mainberger ist der Ansicht, dass der Schmutzige Donnerstag in Flawil recht gut besucht war, vor allem der Hauptakt, die Verleihung der Chratzbörschte. Er hofft deshalb, dass sich eine Gruppe, die sich bereits kennt, finden täte und die Arbeit des Narrenrats wieder aufnehmen würde. Er verschweigt allerdings auch nicht: «Wenn es niemand mehr macht, wird nichts mehr stattfinden». Nach dem legendären Maskenball in der damaligen Tonhalle wäre dann auch die legendäre Verleihung der Chratzbörschte samt Beizenfasnacht Geschichte.

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