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FLAWIL: Gewinn fliesst in den Marktplatz

Die Genehmigung der Jahresrechnung und die Verwendung des Rechnungsüberschusses: Selten behandelte die Gemeinde derart wenige Traktanden an der Bürgerversammlung. Ein Punkt sorgte allerdings für Diskussionen.
Angelina Donati
Der neugestaltete Marktplatz in Flawil soll zum Verweilen einladen und zum Ort der Begegnung werden. (Bild: Visualisierung: PD)

Der neugestaltete Marktplatz in Flawil soll zum Verweilen einladen und zum Ort der Begegnung werden. (Bild: Visualisierung: PD)

«So schnell kann eine Unordnung entstehen», stellte Christoph Ackermann, Schulratspräsident der Schule Flawil, an der Bürgerversammlung im Lindensaal fest. Zuvor beauftragte er die 195 anwesenden Stimmbürger, die rechte Hand zu heben, um der jeweils hinter sich sitzenden Person «Grüezi» zu sagen. Der Überraschungseffekt war gross und schallendes Gelächter füllte den Saal. Natürlich war die Aktion mit einem Augenzwinkern zu verstehen. Ackermann wollte an diesem Abend veranschaulichen, wie wichtig Konzepte seien, damit alles geregelt über die Bühne gehen kann.

Gemeindepräsident Elmar Metzger fasste das vergangene Jahr mit einem kurzen Rückblick zusammen. Unter anderem erwähnte er die Technischen Betriebe Flawil, die heute öffentlich-rechtlich geführt werden. «Die Verselbstständigung war der richtige Weg», sagte Metzger. Auch mit anderen Projekten war die Gemeinde erfolgreich. So etwa wurde in die Sanierung der Pausenplätze investiert, in die Laufbahn des Oberstufenzen-trums und mit einem Architekturwettbewerb in das Bauprojekt Marktplatz. Gewisse Investitionen konnten aber auch nicht wie geplant getätigt werden. Etwa die Sanierung des Entwässerungssystems Töbeli. Dieses Projekt muss noch ergänzt werden. Gleiches gilt für die Deponie Lehmtobel. Noch in diesem Jahr soll über einen Nachtragskredit abgestimmt werden. Und das Projekt Fürstenlandradweg Schändrich-Burgau wurde aufgrund einer Einsprache gestoppt.

Besonders stolz auf schuldenfreie Gemeinde

Einmal mehr zeige die Jahresrechnung der Gemeinde schwarze Zahlen, führte der Gemeindepräsident weiter aus. Der Ertragsüberschuss belaufe sich auf fast vier Millionen Franken. «Ein ausserordentlich gutes Ergebnis.» Besonders stolz dürfe die Gemeinde ausserdem darauf sein, dass sie heute schuldenfrei ist. «Ohne das Umdrehen von jedem Franken wäre das nicht möglich gewesen», bekannte Metzger. Ob den erfreulichen Nachrichten dürfe die Gemeinde jetzt aber nicht übermütig werden, betonte er. Die Netto-Schuld werde nämlich wieder moderat ansteigen.

Im Vergleich zum ersten Traktandum, der Jahresrechnung 2017, welcher diskussionslos zugestimmt wurde, sorgte das zweite Traktandum regelrecht für Wirbel. Weil die Gewinne in den Vorjahren meistens für zusätzliche Abschreibungen verwendet worden waren, schlug der Gemeinderat dieses Mal eine Vorfinanzierung vor. Zum einen sollen 3,5 Millionen Franken des Gewinnes in die Neugestaltung des Marktplatzes fliessen, zum anderen die restlichen knapp 444750 Franken für den Energiefonds verwendet werden. Da bereits im Vorfeld an die Versammlung dem Gemeinderat ein Gegenantrag eingereicht wurde, konnte sich dieser auf eine Diskussionsrunde einstimmen.

Ein «Nein» für beide Gegenvorschläge

Den Antrag eines Bürgers, 5000 Franken des Gewinnes der Gemeinnützigen Organisation Ärzte ohne Grenzen zu übergeben, fand Elmar Metzger «durchaus lobenswert», wie er sagte. Dieses Begehren bei der Gewinnverwendung zu stellen, sei aber eher unüblich. Schliesslich lehnten die Anwesenden den Antrag des Bürgers ab.

Mehr Zündstoff gab es beim Antrag des früheren Direktors der Technischen Betriebe Flawil. «Vielleicht sind einige der Ansicht, dass sich ein 84-Jähriger nicht mehr äussern sollte», sagte dieser einleitend. «Die Verwendung des Überschusses beschäftigt mich aber.» Er appellierte an die Bürger, den Gewinn dem Eigenkapital der Gemeinde zuzuweisen. «Dieses Geld stünde später immer noch zur Verfügung und könnte auch für andere Projekte, die dann bevorstehen, aufgewendet werden», begründete er. Beherzt ergriff daraufhin der Gemeindepräsident das Wort: «Bereits über den Lindensaal, in dem wir heute sitzen, haben die Flawiler ewig diskutiert.» Ihm liege viel daran, dass das Marktplatz-Projekt nun reifen könne. Ohnehin werde an der Urne darüber abgestimmt. Der Antragssteller betonte, dass er trotz seines Vorschlages nichts gegen das Projekt einzuwenden habe. Sein Gegenantrag vermochte dennoch nicht zu überzeugen. Die Mehrheit stimmte dem Antrag des Gemeinderats zu.

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