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FLAWIL: Gedroht, gedemütigt, geschossen: Flawiler Lokalbetreiber drohen 13 Jahre Haft und Landesverweis

Nächste Woche muss sich ein gebürtiger Mazedonier vor dem Kreisgericht Wil verantworten, weil er laut Anklage wiederholt Morddrohungen ausgestossen hat. Zudem schoss er in einem fahrenden Auto und einem Flawiler Lokal. Ihm drohen 13 Jahre Haft.
Simon Dudle
Mehrmals bedrohte der Angeklagte andere Personen mit seinem Revolver. Bei einer Gelegenheit drückte er auch ab. (Symbolbild: Fotolia)

Mehrmals bedrohte der Angeklagte andere Personen mit seinem Revolver. Bei einer Gelegenheit drückte er auch ab. (Symbolbild: Fotolia)

Am nächsten Donnerstag wird vor dem Kreisgericht Wil in Flawil ein Fall verhandelt, der es in sich hat. Die schrecklichen Ereignisse trugen sich im Januar und Februar 2017 zu. Dem Besitzer eines Flawiler Lokals stiess sauer auf, dass eine seiner Servicekräfte mit einem Gast flirtete. Der Mazedonier warf sie raus, worauf sie sich auf den Heimweg nach Degersheim machte. Sie beschloss, die Koffer zu packen und auszuziehen. In Degersheim trafen sie, der besagte Gast und der Betreiber des Lokals erneut aufeinander und es kam zu einem Handgemenge.

Der Barbetreiber forderte die beiden anderen auf, ins Auto zu steigen. Auch er selber tat dies – auf der Rückbank, laut schimpfend und mit einem Revolver in der Hand. Er werde ihnen jetzt zeigen, wer und was er sei und sie umbringen, wird der Mazedonier in der Anklageschrift zitiert. Der Lenker musste zu seinem Wohnort in Flawil fahren. Mit dem Griff des Revolvers führte der Angeklagte gezielte Schläge gegen den Kopf und das Gesicht der Serviceangestellten aus. Dies hatte eine blutende Wunde am Nasenbein zur Folge und die Narbe war fast vier Monate nach der Tat noch gut sichtbar.

Sadistisches Treiben mit geladenem Revolver

Der Klubbetreiber setzte alsdann während voller Fahrt die Mündung des Revolvers auf die rechte Seite des Nackens des Fahrers. Der Beschuldigte drückte ab, ein Schuss löste sich aber nicht. Rund zehn Sekunden später zog er erneut den Abzug des Revolvers durch – und es löste sich wieder kein Schuss. Beim dritten Versuch passierte es: Der Schuss durchschlug rund 30 Zentimeter hinter dem Kopf des Fahrers das Dach des Personenwagens. Getrieben von Eifersucht, Wut und Rachegelüsten brachte der Schütze die beiden anderen und sich selber in akute Lebensgefahr.
Noch in der gleichen Nacht ging es zurück nach Degersheim, wo der Mazedonier die Serviceangestellte zwang, sich auszuziehen und sich nackt auf ein Bett zu legen. Kurze Zeit später zielte der Angeklagte aus rund zwei Metern Distanz mit dem Revolver auf den Kopf der nackten Frau und betätigte den Abzug zweimal. Zwar hatte er «nur» Patronenhülsen geladen, was die Serviceangestellte aber nicht sehen konnte. Das sadistische, erniedrigende Geschehen nahm seinen Lauf. Das Opfer fürchtete um sein Leben. Erst als eine andere sich im Raum befindende Frau flehte, der Mazedonier möge aufhören, war der Horror vorbei.

Als Begrüssung einen Schuss abgefeuert

In einer anderen Januarnacht feuerte der Barbetreiber so quasi als Begrüssungsritual für seine beiden neuen Serviceangestellten mitten im Gastraum eine Kugel in die Decke des Lokals. Damit brachte er mehrere Personen in Lebensgefahr, da Abpraller oder Querschläger gut möglich gewesen wären.

Anfangs Februar zielte er in seinem Klub mit einem zumindest teilweise geladenen Revolver während 20 bis 30 Sekunden auf einen Gast, ohne dass es an diesem Abend zuvor einen Streit gegeben hätte. Der Lokalbetreiber drückte jedoch nicht ab und legte den Revolver zur Seite. Einige Minuten später nahm er diesen erneut hervor, füllte die Trommel mit Munition und legte ihn gut sichtbar auf den Tresen. Es passierte zwar nichts, jedoch war die Sache damit nicht erledigt. Der Angeklagte schrieb in einem Chat diverse Morddrohungen gegen ebendiesen Gast. Die beiden trafen dann Mitte Februar in einer Bar in Niederglatt erneut aufeinander. Wiederum stiess der Mazedonier Morddrohungen aus und sagte, dass er es dieses Mal durchziehen werde. Zwar verliess er vorerst das Lokal, kam aber eine Viertelstunde später zurück – mit dem Revolver. Zwar passierte nichts, es folgten jedoch weitere Morddrohungen im Chat. Nachdem er in der Nacht danach weitere ausgestossen hatte, wurde der Angeklagte am 16. Februar 2017 festgenommen.

Auf die fünfmonatige Untersuchungshaft folgte der vorzeitige Strafvollzug im Regionalgefängnis Altstätten, in welchem sich der Angeklagte noch heute befindet. Neben den 13 Jahren Haft fordert die Staatsanwaltschaft ein Landesverweis für 15 Jahre. Da der Beschuldigte sein Servicepersonal illegal beschäftigte, es auch illegal in der Schweiz beherbergte und er im Gefängnis Sachschaden anrichtete, fordert die Staatsanwaltschaft zudem eine Busse von 500 Franken und eine unbedingte Geldstrafe von 1800 Franken

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