FLAWIL: Föhnstürme und dörfliche Idylle

Kulturgeschichte, Literatur, Kunst und Natur – Geschichten aus der Region für die Region. Das Toggenburger Jahrbuch 2017 bietet Lesestoff zuhauf. Der Flawiler Redaktor Anton Heer öffnet den Buchdeckel.

Andrea Häusler
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Dem Flawiler Autor und Redaktionsmitglied Anton Heer ist es wichtig, dass stets auch Untertoggenburger Geschichten Eingang ins Toggenburger Jahrbuch finden. (Bild: Andrea Häusler)

Dem Flawiler Autor und Redaktionsmitglied Anton Heer ist es wichtig, dass stets auch Untertoggenburger Geschichten Eingang ins Toggenburger Jahrbuch finden. (Bild: Andrea Häusler)

Im hinteren Neckertal, im unwegsamen Tobel des Starkenbachs, finden sich Fragmente einer Eisenbahn. Ein Fakt, der Fragen aufwirft und die Suche nach Antworten veranlasst. Emil Lehmann, Mitglied des «Jahrbuch»-Autorenteams, hat recherchiert und verblüffende Erkenntnisse gewonnen. Unter anderem Hinweise auf den verheerenden Sturm im Januar 1919, der die Bäume in den Wäldern wie Streichhölzer zu Fall brachte, tonnenweise Nutzholz bescherte, das zu den Strassen transportiert werden musste. Hierfür dienten sogenannte Waldbahnen, deren Spuren sich nach wie vor im Raum Hemberg finden. Emil Lehmanns Thema war geboren: Toggenburger (Föhn-)Stürme.

Oft seien es zufällige Entdeckungen oder Gespräche, welche die Ideen für die Jahrbuch-Geschichten lieferten, sagt Anton Heer. Lehmanns Recherche freut ihn besonders. Als Ingenieur, der bereits vielfach zum Thema Eisenbahnen publiziert hat, aber auch als Flawiler. Denn als solcher ist es ihm wichtig, dass stets auch Themen aus den früheren Bezirken Neu- und Untertoggenburg Eingang ins Toggenburger Jahrbuch finden. In der Ausgabe 2016 sei es sein Aufsatz über die Bühler AG in Uzwil gewesen, dieses Mal seien es die Abhandlungen über die Toggenburger (Föhn-)Stürme und die Entwicklung des Weilers Burgau. Mit letzterem Thema hat sich Matthias Wehrlin beschäftigt. Der 71jährige Städtebauer lebt heute zwar im Raum Bern, hat jedoch seine Jugendjahre in Burgau verbracht und ist unter anderem auch Autor des 2014 erschienenen Buches «Burgau – Flawiler Weiler von nationaler Bedeutung». Wehrlin blickt in seiner «Jahrbuch»-Arbeit nicht nur in die Vergangenheit, sondern auch in die Zukunft. Jene Burgaus macht er entscheidend von der weiteren Entwicklung im Burgauerfeld abhängig. «Dabei sollte es», findet er, «insbesondere um eine Rekultivierung und eine Landschaftsentwicklung gehen, die Ökologie, Landwirtschaft und Naherholung gleichgewichtig thematisiert.»

Ausgabe 2018 wieder zu viert angehen

Während das Toggenburger Jahrbuch 2017 druckfrisch im Toggenburger Verlag in Schwellbrunn sowie im Buchhandel aufliegt, richtet sich der Fokus des Redaktionsteams bereits auf die Ausgabe 2018. «Der Ideenkratten ist gut gefüllt», sagt Anton Heer, will sich hinsichtlich der Themen aber nicht in die Karten blicken lassen. Eines steht für ihn jedoch fest: Nach viel Lektorenarbeit in diesem Jahr möchte er in der nächsten Ausgabe wieder eigene Beträge publizieren.

Das Toggenburger Jahrbuch 2017 bewältigte das Redaktionsteam – unterstützt vom Autorenteam – in einer Dreierbesetzung: Neben Heer wirkten Anette Bertram-Giezendanner und Hans Büchler, beide aus Wattwil, mit. Ziel sei es jedoch, sagt Heer, die nächste Ausgabe wieder als Viererteam herauszubringen.