FLAWIL: Flawil ehrt seinen «Kulturtäter»

Der Träger des achten Flawilerpreises heisst Dani Müller. Der Gemeinderat würdigt damit das jahrelange ehrenamtliche kulturelle Engagement des 58-Jährigen in und für Flawil. Der Preis ist mit 1159 Franken dotiert.

Andrea Häusler
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Dani Müller, Fachlehrer für Gestalten an der Oberstufenschule Flawil und selbsternannter «Kulturtäter». (Bild: PD)

Dani Müller, Fachlehrer für Gestalten an der Oberstufenschule Flawil und selbsternannter «Kulturtäter». (Bild: PD)

Andrea Häusler

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Die Auszeichnung freut ihn. Daran lässt Dani Müller keinen Zweifel. Hingegen scheint ihm das mit der Ehrung zwangsläufig verbundene Aufheben um seine Person eher unangenehm zu sein. «Es ging mir immer um die Sache, um Projekte, Inhalte, nicht um mich», sagt er. Entsprechend beziehe er den Preis auch auf das, was dank der von ihm lancierten oder mitinittierten Projekte möglich geworden sei. «Die Bestätigung, dass das Engagement gerade für Alternativ- und Kleinkunst öffentlich wahrgenommen und wertgeschätzt wird, gibt schon eine gewisse Befriedigung.» Und schliesslich setze der Gemeinderat mit der Preisverleihung auch ein Zeichen: Dafür, dass in Flawil auch auf kulturpolitischer Ebene eine Auseinandersetzung stattfinden kann – trotz oft unterschiedlichster Auffassungen.»

Weder Höhepunkte noch Tiefschläge

Wird Dani Müller gefragt, welche Projekte ihm die Wichtigsten waren und sind, zögert er. «Ich weiss es nicht», antwortet er schliesslich. Wegweisend seien die Anfänge gewesen. Die Kritik vor allem jüngerer Menschen, dass in Flawil so gut wie nichts laufe, habe ihn angetrieben: zum Sinnieren und Innovieren. Was nur dank einer Reihe von Gesinnungsgenossen möglich gewesen sei. Bedeutend war für Müller aber auch die Gründung des Kulturvereins Touch, mit dem die fördernden Aktivitäten für die Kultur im Dorf auf eine rechtliche Grundlage gestellt worden waren, was den Mitgliedern neue Möglichkeiten eröffnete.

Verwendung der Preissumme bestimmt

Und was ist mit den Tiefschlägen? Solche gibt es eigentlich nicht, macht Dani Müller klar und begründet: «Dort wo Ziele unerreicht sind, weiterhin Handlungsbedarf besteht, sind wir noch dran.» Als Stichwort nennt er den Begriff «Raum». Kultur, sagt er, sei nur möglich, wenn Freiräume vorhanden seien. Solche hätten sich im alten Feuerwehrdepot geboten. Am Entscheid des Gemeinderats, keine befristete Nutzung zuzulassen und statt Kultur den Schulbus ins Gebäude einziehen zu lassen, nage er noch heute. Resigniert habe er deswegen aber nicht.Deshalb will sich Dani Müller auch weiterhin dafür einsetzen, dass die Kultur in Flawil ihren Stellenwert behält und weiter ausbauen kann. Ideen sind da, die Lust, diese umzusetzen ebenfalls. Über konkrete Inhalte sprechen mag er allerdings nicht – noch nicht.

Genauso, wie er sich hinsichtlich der Verwendung des mit 1159 Franken dotierten Preises nicht in die Karten schauen lassen möchte: «Ich habe einen konkreten Plan, was ich mit dem Geld anfangen werde. Das Ganze soll jedoch eine Überraschung werden.»

Hinweis

Der Preis wird am 28. November im Anschluss an die Bürgerversammlung im Lindensaal übergeben.