FLAWIL: Flawa wird amerikanisch

Die Flawa Holding AG hat die Flawa Consumer GmbH in die USA verkauft. U.S. Cotton will als neue Eigentümerin die europäische Wachstumsstrategie von Flawil aus vorantreiben. «Eine riesige Chance für den Standort Flawil», wie Flawa-CEO Nicolas Härtsch sagt.

Andrea Häusler
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Die Geschäftsleitung steht geschlossen hinter dem Verkaufsentscheid: Finanzchef Andreas Bauer, CEO Nicolas Härtsch und Claude Rieser, Chef Produktion/Logistik (von links). (Bild: Andrea Häusler)

Die Geschäftsleitung steht geschlossen hinter dem Verkaufsentscheid: Finanzchef Andreas Bauer, CEO Nicolas Härtsch und Claude Rieser, Chef Produktion/Logistik (von links). (Bild: Andrea Häusler)

Andrea Häusler

andrea.haeusler@wilerzeitung.ch

Mit dem Verkauf der Flawa Consumer GmbH per 30. Juni trennt sich die Flawa Holding AG von jenem Geschäftsbereich, der rund 75 Prozent der Gesamtproduktion des Flawiler Unternehmens leistet: der Entwicklung, Herstellung, Beschaffung und Vermarktung von Watteprodukten sowie von Frischesohlen für den in- und ausländischen Detailhandel. Über 100 Mitarbeitende sind am Standort Flawil in diesem Bereich tätig.

Nicolas Härtsch, CEO und Hauptaktionär der Flawa, begründet den Entscheid mit den Erfordernissen der Wettbewerbsfähigkeit, aber auch mit der Einkaufspolitik grosser, wichtiger Kunden, die möglichst alles aus einer Hand beziehen wollen. «Die Flawa ist ein Winzling in der Branche. Wenn wir Wachstum anstreben, was wir tun, müssen wir einerseits Volumen generieren und anderseits eine möglichst breite Produktepalette ­anbieten. Nebst zuverlässigen Service- und Liefergarantien.» Dafür seien mit dem Verkauf der Flawa Consumer GmbH die nötigen Voraussetzungen geschaffen worden. Denn wachsen, expandieren und dabei konkurrenzfähig bleiben will auch U.S. Cotton. Der Marktführer für Watteprodukte in Nord- und Mittelamerika will die Marktpräsenz in Europa ausbauen. Dabei setzt das amerikanische Unternehmen auf den Werkplatz Flawil. «Eine enorme Stärkung für den Standort», sagt Nicolas Härtsch, der sich nicht nur einen Ausbau der Produktion in Flawil erhofft, sondern auch mit der Schaffung neuer, attraktiver Jobs rechnet. Für die Mitarbeitenden der Flawa Customer GmbH ändert sich durch den Verkauf nichts. Sie bleiben zu gleichen Bedingungen bei der neuen Eigentümerin angestellt. Gleiches gilt für die Geschäftsleitung und CEO Nicolas Härtsch. Dieser bleibt für die Medizin sowie – in der Flawa Consumer GmbH – für die konsum­nahen Produkte zuständig.

Dass die transatlantische Zusammenarbeit der beiden unabhängigen Unternehmen langfristig funktioniert, davon ist Nicolas Härtsch überzeugt. Denn Flawa und U.S. Cotton verbindet mehr als nur eine langjährige Lieferanten-/Kundenbeziehung. U.S. Cotton ist eine ehemalige Tochtergesellschaft der Flawa. Die Beziehung sei eng, der Umgang freundschaftlich, sagt Härtsch.

Mit dem Verkauf nimmt die Flawa bereits die zweite einschneidende Änderung in diesem Jahr vor. Das Unternehmen hatte per 1. Januar den Marketing- und Vertriebsbereich für Medizinprodukte mit der Lohmann & Rauscher AG mit Sitz in St. Gallen zusammengeführt.