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Flawil feierte zwischen Gipfeli
und Integrationsgedanken

Wo früher die örtliche Feuerwehr ihre Einsatzfahrzeuge untergestellt hatte und wo an Werktagen zentral Privatfahrzeuge parken, traf sich gestern wer hungrig und in Festlaune war zur Geburtstagsfeier des Heimatlands: erstmals an einem Vormittag.
Andrea Häusler
Brunch statt Grillabend: Der Verkehrsverein hatte am Vormittag des 1. Augusts auf das Gelände des alten Feuerwehrdepots geladen.

Brunch statt Grillabend: Der Verkehrsverein hatte am Vormittag des 1. Augusts auf das Gelände des alten Feuerwehrdepots geladen.


Gipfeli vom Buffet statt Würste vom Grill, Mittagssonne statt Abendglühn: Flawil hat die offizielle Bundesfeier vom Abend des ersten August auf die Vormittagsstunden verlegt. «Es ist ein Experiment», sagt Andreas Koller, Vorstandsmitglied des örtlichen Verkehrsvereins. Ein Versuch, mehr Flawilerinnen und Flawiler für das gemeinsame Feiern und auch für ein längeres Verweilen zu gewinnen. Mit Blick auf die Vergangenheit spricht er von dem jeweils abrupten Aufbruch zahlreicher Festbesucher nach dem Abbrennen des Funkens: «Gegen zehn Uhr war jeweils weitgehend Schluss.» Eine Situation, die auch für die Festwirtschaft nicht einfach gewesen sei. Mit dem Brunch «konkurrenziere» man zumindest die verbreitet stattfindenden privaten Grillabende nicht, sagt Andreas Koller. Entsprechend hofft er auf einen Erfolg der Premiere, auf zwei-, dreihundert Personen. Der Ansturm auf das Buffet im alten Feuerwehrbuffet stimmte bereits nach dessen Eröffnung zuversichtlich.

Zusammenstehen – Erfolg haben

Zuversicht strahlte auch der Gastredner aus der Äbtestadt aus. Hoffnung ebenfalls und ein bisschen Nationalstolz. Obwohl oder gerade weil er Schweizer mit albanischen Wurzeln ist: Arber Bullakaj, Vize-Präsident der SP-Kantonalpartei, Mitglied des Wiler Stadtparlaments und Unternehmer. Seine Ausführungen waren ganz der Aktualität geschuldet, weckten Erinnerungen an die Diskussionen, die der Auftritt von Schweizer Nationalspielern aus dem Kosovo an der Fussballweltmeisterschaft in Russland ausgelöst hatten.

Arber Bullakaj, Politiker und Unternehmer mit albanischen Wurzeln, referierte in Flawil zum Bundesfeiertag. (Bilder: Andrea Häusler)

Arber Bullakaj, Politiker und Unternehmer mit albanischen Wurzeln, referierte in Flawil zum Bundesfeiertag. (Bilder: Andrea Häusler)

Bullakaj sagte, was er aus eigener Erfahrung weiss: «Wer etwas aus seinem Leben machen will, kann es in der Schweiz schaffen. Unabhängig von Herkunft, Nationalität, Religion, Sexualität, Geschlecht, Hautfarbe oder politischer Einstellung.» Der Wille zusammenzustehen, Kompromisse zu schliessen, Minderheiten einzubeziehen und sie zu respektieren sei tief in der schweizerischen Kultur verwurzelt und habe zu vielen Errungenschaften geführt, welche die Schweiz lebenswert und international erfolgreich machten.

Lange Liste von Weltbürgern

Die Liste echter Schweizer Weltbürgerinnen und Weltbürgern sei lang, gehe von Maggi zu Kambundji, von Herman Hesse zur Literaturpreisträgerin Irena Brezna und weiter zu Tina Turner, Valon Berami, der Flawilerin Belinda Bencic und vielen mehr. «Integration bedeutet nicht, die eigenen Wurzeln zu leugnen. Integration bedeutet die neue Heimat zu lieben und mitzugestalten», betonte Arber Bullakaj. Ohne zu leugnen, dass Migration und Integration vor vielerlei Herausforderungen stellten. «Aber solche, die wir meistern werden. Denn die Schweiz war immer dann am stärksten, wenn die Menschen aufeinander zugegangen sind.»

Aufeinander zu gingen anschliessend auch die Flawilerinnen und Flawiler, die mit Backwaren gefüllten Tellern und warmen oder kalten Getränken an den Tischen im Depot oder unter den Sonnenschirmen auf dem Marktplatz Platz nahmen, um der Geselligkeit zu frönen.

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