Flawil feiert frierend den Jahresübergang

Wieder hat der Verkehrsverein eine Silvesternacht organisiert, bei der Jung und Alt zusammen feierten.

Christoph Heer
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Flawil feierte wiederum mit mehreren hundert Personen auf der Bahnhofstrasse ins neue Jahr hinein.

Flawil feierte wiederum mit mehreren hundert Personen auf der Bahnhofstrasse ins neue Jahr hinein.

Bild: Christoph Heer

Es geht doch nichts über eine acht Meter hohe Feuerfontäne. Vulkane, die werden sogar von Haustierbesitzern geliebt, weil sie nicht knallen und somit den Tieren Angst machen. Einige Böller und laute Raketen sind dann doch auch mit dabei, wer will es den Jugendlichen verübeln. Es herrscht einmal mehr eine grossartige Stimmung auf der Bahnhofstrasse – schon zwei Stunden vor Mitternacht.

Und, je näher der Rutsch ins neue Jahr kommt, desto ausgiebiger wird gefeiert, beglückwünscht und umarmt. Mittendrin stehen die Mitglieder des Verkehrsvereins Flawil. Sie haben es wieder geschafft, ganz am Schluss des Jahres, Jung und Alt zusammenzubringen. Das sei ihnen auch wichtig, betont Andreas Koller. «Hier sollen Freundschaften gepflegt und Kameradschaften vertieft werden. Alle sind willkommen, um miteinander den Übergang ins neue Jahrzehnt zu feiern. Wir sind aber einmal mehr auch stolz, dass wir durch ‹Keller’s verwöhnt› unterstützt wurden.» Das vereinfache es dem Verein in vielen organisatorischen Angelegenheiten, sagt Koller.

Mehrere hundert Besucher feiern bei Temperaturen unter null Grad. Wärmen sich mit Punsch, Glühwein und stellen sich neben die Feuerfässer. Die jüngere Klientel begibt sich immer mehr in Richtung Feuerwerksektor, während es die Älteren gemütlich an der Bar geniessen.

Ein junger Mann bekräftigt voller Hoffnung, dass er es jetzt endlich schaffen wird. «In zehn Minuten werde ich aufgehört haben zu rauchen und Alkohol kommt mir nicht mehr in die Leber.» Nun gut, die Hoffnung stirbt zuletzt – dazu später mehr. Wenn man sich bei den Besuchern umhört und wissen will, was sie sich vom neuen Jahr erhoffen, könnte die Bandbreite nicht weitreichender sein.

Natürlich steht die Gesundheit zuoberst auf der Wunschliste. Gefolgt von Zufriedenheit und Geldsegen. Dann gibt es aber auch solche, die wünschen sich, ein Jahr lang keine Steuern zu entrichten, die Autobahn Vignette kostenlos zu erhalten oder eine Massage vom Ehepartner zu erhalten.

Oft genannt wird auch Frau Holle. Sie solle es doch bitte wieder einmal richtig Winter werden lassen. «Genau, so ist es. Wir wollen Schnee und zwar meterhoch», findet eine Flawilerin. Übrigens feiern nicht nur Einheimische auf der Bahnhofstrasse. Da sind Gossauer, Bischofszeller und St.Galler auszumachen. Für Andreas Koller eine kleine Genugtuung. «Das zeigt doch, dass sich unsere Silvesternacht schon weit über die Gemeindegrenzen hinaus bemerkbar gemacht hat – im Positiven natürlich.»

Zurück zum jungen Mann, der nach Mitternacht alkoholabstinent und Nichtraucher sein wollte. «Ich bekenne mich schuldig. Was soll ich denn machen, ich musste mit einem Bier anstossen. Aber im nächsten Jahr, da werde ich es durchziehen», sagt er augenzwinkernd.