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FLAWIL: Federers Nachfolge ist nicht das Ziel

«Kids Tennis High School» heisst das neue Angebot, mit dem der Tennisclub Flawil 5- bis 12-jährige Kinder für den Tennissport begeistern möchte. Die Nachfrage übersteigt die Erwartungen, die Erfahrungen sind positiv.
Andrea Häusler
Trainer Volker Scherzinger instruiert seine Schützlinge Luca und Jan. (Bilder: Andrea Häusler)

Trainer Volker Scherzinger instruiert seine Schützlinge Luca und Jan. (Bilder: Andrea Häusler)

Andrea Häusler

andrea.haeusler@wilerzeitung.ch

Konzentriert, mit zusammengepressten Lippen springt Jan über kleine Böcke, hüpft in Ringe und trippelt durch Quadrate. Im Fokus der Tennisball, den er auf seinem Racket balanciert. Der Schläger ist kein gewöhnlicher. Der Rahmen ist kürzer, das Gewicht geringer als bei Modellen, die im Erwachsenensport eingesetzt werden. «Der Nachwuchs wird heute ganz anders ans Tennisspielen herangeführt als noch vor zwanzig oder dreissig Jahren», sagt Tobias Köck. Der ehemalige ATP-Weltranglisten- und nach wie vor aktive Nati-B-Spieler ist seit fünf Jahren Trainer in Flawil und leitet zusammen mit Volker Scherzinger, ebenfalls ehemaliger Profisportler, das «Camp21» – die Tennisschule des Tennisclubs Flawil.

Nicht nur das Material habe sich geändert, auch die Art des Grundlagentrainings, sagt Volker Scherzinger. Tennisspieler, konkretisiert er, müssten verschiedene komplexe Bewegungsformen beherrschen. Allein beim Aufschlag sei es unabdingbar, dass Ballwurf, Schlägerführung, Körperbewegung und Treffpunkt so aufeinander abgestimmt seien, dass der Ball im gegnerischen Feld landet. «Der Schulung der koordinativen Fähigkeiten kommt daher eine zentrale Bedeutung zu», betont Tobias Köck. Wobei der kleine Match danach zur Motivationssteigerung gerade beim Kindertennis ein selbstverständlicher Bestandteil des Unterrichts sei.

Elf von zwölf spielen weiterhin Tennis

Jan gehört zu jener Gruppe Kinder, die das von Swiss Tennis initiierte und neu in Flawil angebotene Ausbildungsprogramm «Kids Tennis High School» in einer kostenlosen Schnupperlektion kennengelernt haben. Zusammen mit 10 weiteren Kindern hat er sich zum Weitermachen bis mindestens zu den Winterferien entschieden. Seither trainieren er und die weiteren kleinen Einsteiger jeden Mittwochnachmittag. Volker Scherzinger ist mit dem Erfolg der Aktion, die er auch über die Schulen beworben hatte, mehr als zufrieden: «Nur eines der 12 Schnupper-Kinder legte das Racket nach dem Probetraining wieder beiseite.» Die Stunden seien voll, obwohl diese jetzt nicht mehr gratis seien, sondern mit 20 Franken in Rechnung gestellt würden.

Die Kinder – sechs Knaben und fünf Mädchen – sind alle elfjährig oder jünger. Der Tennisclub Flawil habe nicht generell zu wenig Nachwuchsspieler. Jedoch klaffe um den Jahrgang 2007 herum ein Loch, sagt Volker Scherzinger. Die Auswirkungen solcher Lücken wirkten sich später über Jahre hinweg aus. Entsprechend wichtig seien konkrete Massnahmen, um eben solche «Löcher» zu füllen.

Klar auf den Breitensport ausgerichtet

Die beiden Trainer sind sich einig: Ziel der «Kids Tennis High School» ist es nicht, den Leistungssport mit Nachwuchs zu versorgen. Profitieren soll der Breitensport. Darin unterscheide sich das Programm auch von Tennisschulen wie «Tennis am See» in Kreuzlingen, sagt Scherzinger und beruft sich auf das Motto: Das Spielen soll in erster Linie Spass machen – mit Punkten statt Noten, Challenges statt Prüfungen und Teams statt Klassen.»

Spass hat Jan in jedem Fall. Unermüdlich wiederholt er die Übungen, die ihm die Trainer aufgegeben haben. Ob er auch nach den Winterferien weitermachen und sich für das nächste Semestertraining anmelden wird, weiss er nicht. Obwohl Tennis ihn schon zuvor interessiert habe, wie er sagt. Und er die grossen Turniere am Fernsehen verfolge. Die Fussstapfen Federers motivieren, Vorbildfunktion hin oder her. Und, als Zuschauer präsent ist «King Roger» sowieso: als pappfigürlicher Markenbotschafter des grössten Schweizer Elektroapparateherstellers.

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