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FLAWIL: Farbige Hasen zum Renner machen

Im Kostümverleih von Bernadette Weishaupt herrscht Hochbetrieb. Fasnächtler suchen aus über 2000 Kostümen, Masken und Accessoires ihr passendes Sujet. Im Trend liegen mehrere Motive.
Angelina Donati
Bernadette Weishaupt ist die Herrin der Kostüme. Ihr Kostümverleih besteht seit knapp 20 Jahren. (Bilder: Angelina Donati)

Bernadette Weishaupt ist die Herrin der Kostüme. Ihr Kostümverleih besteht seit knapp 20 Jahren. (Bilder: Angelina Donati)

Angelina Donati

angelina.donati

@wilerzeitung.ch

Es wird gegiggelt und gelacht: Die Stimmung im Estrich der Bauernfamilie Weishaupt ist ausgelassen. Ständig kommen neue Besucher die Treppe hinauf und verschwinden hinter den gut gefüllten Kleiderstangen. Wer schon eine konkrete Idee hat, wie sein Kostüm aussehen soll, für den gestaltet sich der Besuch bei Bernis Kostümverleih einfacher. Aber auch Unentschlossene finden mit der Unterstützung von Bernadette Weishaupt eine passende Verkleidung. «Das Beraten macht mir grosse Freude», sagt sie und betont, wie sehr sie die Begegnungen schätze.

Wie viele Kostüme sich im Fundus der Flawilerin angesammelt haben, weiss sie nicht genau: «Längst sind es über 2000 Stück, ich habe aber aufgehört zu zählen», sagt sie und lacht. Hinzu gekommen sind über 100 Dirndl und Lederhosen, Hunderte Masken und haufenweise Accessoires, die der Verkleidung den letzten Schliff geben. Dabei waren es vor 20 Jahren nur ein paar wenige Kinderkostüme, die Bernadette Weishaupt neben den Produkten im Hofladen ausstellte, um sie zu vermieten. Viele von den Kleidern hat sie selbst geschneidert. Weil immer mehr dazukamen, wurde es bald eng im kleinen Raum. Seit 15 Jahren präsentiert sie ihre Sammlung im Dachgeschoss des Hauses.

Umso gruseliger, desto besser

Geregelte Öffnungszeiten hat Bernis Kostümverleih nicht. Regelmässig wird der Laden angesteuert von Personen, die an einer Motto-Party teilnehmen oder Sketche aufführen. Ab Januar bis zum Schmutzigen Donnerstag herrscht jeweils Hochbetrieb. Es haben sich nicht nur Einzelpersonen und Gruppen der Fasnacht verschrieben, sondern auch Mitarbeiter von Altersheimen und Restaurants. «Da bleibt für mich keine Zeit zum Käfele», sagt Bernadette Weishaupt. Zum Glück dürfe sie auf die Mithilfe ihrer Kinder zählen. Der Aufwand sei nämlich nicht zu unterschätzen, besonders dann, wenn die Artikel zurückkommen. Was soviel heisst, wie Kostüme waschen, da und dort reparieren und Knöpfe annähen, die Perücken waschen und in Form bringen sowie die Masken desinfizieren und sorgfältig aufbewahren. Ausrangierte Kostüme gibt die Bäuerin einem Behindertenheim. Auch das Beraten sei zeitintensiv. Der Kontakt sei kollegial und schnell habe man Duzis gemacht. Langjährige Kunden seien immer gespannt, was Bernadette Weishaupt neu ins Sortiment aufgenommen hat. «Dieses Mal möchte ich die farbigen Hasen zum Renner machen», sagt sie und zeigt auf die flauschigen Ganzkörperanzüge. «Einteiler sind generell sehr gefragt. Sie sind bequem und man lässt keine Requisiten versehentlich liegen.»

Auffällig sei, dass sich dieses Jahr sehr viele Kinder für ein gruseliges Sujet entscheiden. Ganz nach dem Motto: Umso gruseliger, desto besser. «Nach wie vor nehmen viele gerne auch als Prinzessin oder als Clown am Umzug teil.» Bei Kindern würde die Wahl zudem oft auf Tiermotive fallen. Dass die Teletubbies bei den Erwachsenen im vergangenen Jahr derart beliebt waren, hat selbst Bernadette Weishaupt überrascht. «Dieser Trend hält an.» Schnell vergriffen sind wiederum auch die Donald-Trump-Masken. Extra für den Rekord, der an der Lenggenwiler Fasnacht versucht wird (Ausgabe vom 16. Januar), hat die Herrin der Kostüme den Bestand der Clowns-Artikel aufgestockt. Noch aber bleibt der erwartete Ansturm auf diese Sujets aus.

Ohne Herzblut geht es nicht

Dass es leider nicht immer alle gut meinen, musste Bernadette Weishaupt vor einem Jahr erfahren. Eine Gruppe von Frauen hatte 24 Kostüme ohne Vorausbezahlung und unter falschen Kontaktdaten ausgeliehen und nicht mehr zurückgebracht. «Man hat sie bis heute nicht erwischt. Für mich ist dieser Fall abgeschlossen.» Weil sie aber oft darauf angesprochen wird, kommen die Erinnerungen immer wieder hoch. So negativ diese Erfahrung war, habe sie dadurch auch schöne Seiten erfahren. «Die aufmunternden Worte und die Hilfsbereitschaft von den Leuten haben mir sehr geholfen, nach vorne zu schauen und weiterzumachen. «Noch immer bin ich mit Herzblut dabei – anders würde es auch nicht funktionieren.»

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