FLAWIL: Einbrüche für den Lebensunterhalt

Ein nun 22-jähriger Wiler und ein knapp 21-jähriger Sirnacher sollen 2016 in mehrere Restaurants eingebrochen sein. Heute stehen sie vor dem Kreisgericht Wil.

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Wenn der Richter dem Antrag der Staatsanwaltschaft folgt, dann muss ein gebürtiger Thailänder für gut vier Monate hinter Gitter. Dies wegen mehrerer Einbrüche in Restaurants, die er zwischen dem 20. Februar und dem 15. April des vergangenen Jahres verübt haben soll. Mit total drei Kumpanen tat er sich laut Anklageschrift zusammen, um eine umbestimmte, aber grössere Anzahl Einbruchdiebstähle zu begehen. Der damals Arbeitslose «erwirtschaftete» sich innerhalb von knapp zwei Monaten einen Betrag von rund 14 500 Franken. Dabei soll der zur Tatzeit in Wil lebende Mann beinahe wöchentlich Zeit aufgewendet haben, um die Delikte zu verüben. Mit dem erbeuteten Geld finanzierte er sich laut der Anklageschrift den alltäglichen Lebensunterhalt.

Ein betroffener Betrieb ist das Restaurant Jägerhaus in Oberuzwil. Dort soll der Kumpane des Hauptangeklagten mit einem Brecheisen die Scheibe beim eingebauten Schopf eingeschlagen haben, um dann zu merken, dass dieser keinen Zugang zum Restaurant bietet. Im Anschluss soll er versucht haben, die Kellertüre aufzubrechen, was jedoch nicht gelang. Der gebürtige Thailänder schlug dann mit einem Brecheisen die Scheibe im Hochparterre ein. Die beiden gelangten so in die Wirtewohnung im oberen Stock. Im Büro fanden sie einen Tresor, der sich aber nicht öffnen liess. Sie organisierten eine Flexmaschine und machten ein Loch in den Tresor. Erbeutet wurden knapp 8000 Franken. Der verursachte Sachschaden ist dagegen fast doppelt so gross.

Danach wollten sie auch beim direkt nebenan liegenden Verkaufsladen Jägerhof einbrechen. Beim Einschlagen der Scheibe ging der Alarm los, weshalb die beiden flüchteten. Der Sachschaden beträgt 3100 Franken.

Dem Kumpanen droht eine Geldstrafe

Der Hauptangeklagte brach mit zwei anderen Kumpanen einige Wochen später auch ins Restaurant Freudenberg in Oberuzwil ein. Dabei wurde eine Glasflügeltüre der Terrasse aufgebrochen. In der Küche brachen sie laut Anklageschrift die Kassenschublade auf und stahlen 1500 Franken Bargeld. Der Sachschaden beläuft sich auf 4250 Franken. ­Total kamen in den knapp zwei Mo­naten ganze acht Einbrüche zusammen.

Da der Hauptangeklagte zudem ohne Bewilligung fünf ­Bengalfackeln in die Schweiz einführte und illegalerweise ein Spickmesser besass, droht ihm ­alles in allem eine teilbedingte Freiheitsstrafe von 14 Monaten. Davon müsste er gut vier Monate absitzen. Ebenfalls angeklagt ist der eine Kumpane, der bei sechs Einbrüchen dabei war. Ihm droht eine Geldstrafe von 360 Tagessätzen.

Simon Dudle

simon.dudle@wilerzeitung.ch