FLAWIL: Ein Grundsatzentscheid: weg von eimem Industriestandort oder nicht?

Das Werk 1 der Flawa AG hat ausgedient. Nun soll das 6950 Quadratmeter grosse Areal in die Wohn- Gewerbezone überführt und überbaut werden. Der Teilzonenplan untersteht derzeit dem fakultativen Referendum.

Andrea Häusler
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Das Werk 1 der Flawa AG (links) hat als Produktionsstätte ausgedient und wird ab den Sommerferien komplett leer stehen. (Bilder: Andrea Häusler)

Das Werk 1 der Flawa AG (links) hat als Produktionsstätte ausgedient und wird ab den Sommerferien komplett leer stehen. (Bilder: Andrea Häusler)

Das Werk 1 östlich der Oberbotsbergstrasse ist ein Fabrikbau der späten 40er-Jahre: hoch, lang und schmal. Eine Architektur, die sinnvolle betriebliche Abläufe verunmöglicht. Entsprechend hat die Flawa AG ihr Werk 2 ausgebaut, die Produktion an einem Standort konzentriert und dadurch die Produktivität um ein Mehrfaches gesteigert, wie CEO Nicolas Härtsch betont. «Die Flawa wird das Werk 1 nicht mehr nutzen, will aber auch keine Industriebrache», macht er klar.

Die favorisierte Lösung ist für Härtsch die geplante Aufwertung des zentral gelegenen Areals mit einer qualitativen Wohnüberbauung, «einem Leuchtturmprojekt», wie er sich ausdrückt. Hinsichtlich dessen erfolgte eine Kooperation mit der Schällibaum Ingenieure und Architekten AG in Wattwil. Diese besitzt heute ein grundbuchamtlich verbrieftes Kaufrecht für die Parzellen 82, 302, 303, 310 und 976 und wäre auch Entwicklerin des Areals.

Voraussetzung für die Realisierung von Wohnbauten ist eine Umzonung der Parzellen von der Gewerbe-Industriezone in die Wohn-Gewerbezone WG4. Diese ist denn auch Gegenstand des Teilzonenplans «Flawa-Areal Ost». Der Planerlass hatte im vergangenen Frühherbst öffentlich aufgelegen. Auf die eingegangenen Einsprachen war der Gemeinderat entweder nicht eingetreten oder er hatte sie abgewiesen. Seit dem 3. April untersteht der Teilzonenplan nun dem fakultativen Referendum. Die Frist dauert bis zum 14. Mai. Wiederum regt sich Widerstand. Für eine Urnenabstimmung wären 300 Unterschriften nötig.

Florian Schällibaum weiss, dass es schwierig ist, mit einem Bauvorhaben zu überzeugen, das planerisch noch nicht gediehen ist. «Es existiert kein Projekt», sagt er und begründet: «Für die Planung brauchen wir Rechtssicherheit.» Und diese ist eben erst nach Inkrafttreten des Teilzonenplans gegeben. Grundsätzlich sei vorgesehen, «ortsbaulich gut integrierte Wohnbauten mit attraktiven Innen- und Aussenräumen, Tiefgaragenplätzen sowie einem geringen Anteil an Gewerbeflächen zu erstellen». Die Einbettung in die bestehende Siedlungsstruktur würde durch ein subtil entwickeltes Richtprojekt sowie ein spezieller Sondernutzungsplan sichergestellt.

Sollte sich die Umzonung übergebührlich in die Länge ziehen, könnte Schällibaum auf die Ausübung des Kaufrechts verzichten. Was geschähe dann mit dem Areal? Nicolas Härsch: «Es müsste weiterhin gewerblich oder industriell genutzt werden.» Bei der Umzonung gehe es folglich um einen Grundsatzentscheid: Will man weg vom Industriestandort oder eben nicht.