Flawil droht mit «grossen Massnahmen»

FLAWIL. Obwohl in Flawil eine Verschlechterung des ÖV-Angebots teilweise abgewendet werden konnte, geht der Kampf weiter. Denn es droht der Wegfall des Intercity-Halts per 2018. Tritt dies ein, kündigt Gemeindepräsident Elmar Metzger bereits jetzt Protest an.

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Hält der Intercity auch künftig in Flawil? Die Gemeinde kämpft dafür. (Bild: pd)

Hält der Intercity auch künftig in Flawil? Die Gemeinde kämpft dafür. (Bild: pd)

Noch etwas mehr als einen Monat bis zum nächsten Fahrplanwechsel. Dieser bringt für die Region nicht nur Vorteile mit sich, und es fällt zum Beispiel eine morgendliche Direktverbindung nach Zürich weg (die Wiler Zeitung hat berichtet). Es handelt sich um den Interregio, der Flawil um 6.57 Uhr verlässt und ziemlich genau eine Stunde später in Zürich ist. Auch die Direktverbindung nach Zürich eine Stunde früher sieht in Flawil und Uzwil keinen Halt mehr vor.

Trotz des Wegfalls dieser beiden Züge ist man in Flawil zufrieden. Denn phasenweise drohte noch mehr Ungemach – nämlich ein Abbau des S-Bahn-Angebots zu den Hauptverkehrszeiten. Auch künftig fahren aber weiterhin vier Züge pro Stunde nach Flawil und von Flawil weg, sowohl in Richtung Wil, als auch in Richtung St. Gallen. Gemeindepräsident Elmar Metzger zeigt sich im aktuellen Mitteilungsblatt der Gemeinde erleichtert und sagt: «Dafür haben wir gekämpft. Unser Einsatz, zusammen mit den Flawiler Kantonsräten und zusammen mit den Gemeindepräsidenten des Fürstenlandes hat sich gelohnt. Der drohende Abbau einer stündlichen S-Bahn findet nicht statt. Im Regionalverkehr konnte Flawil den Status quo halten.»

Intensive Gespräche

Blickt man weiter in die Zukunft, auf den Fahrplanwechsel im Dezember 2018, zeichnet die Entwicklung Sorgenfalten auf die Stirn des Gemeindepräsidenten: «Wir wissen immer noch nicht, ob Flawil auch in Zukunft ein Bahnhof sein wird, wo direkte Fernverkehrszüge von und nach Zürich halten. Einen Entscheid erwarten wir im ersten Halbjahr 2016. Der Gemeinderat befindet sich in intensiven Gesprächen mit den SBB und dem Kanton.» Aus Sicht der SBB scheint der Fall klar zu sein. In einem Brief an den Flawiler Gemeinderat steht, dass für Flawil ab Dezember 2018 zwei stündliche Fernverkehrshalte vorgesehen sind. Der SBB-Fernverkehr plant aktuell mit folgendem Angebot: Halbstundentakt Zürich-St. Gallen mit Halten in Oerlikon, Flughafen, Winterthur, Wil, Uzwil, Flawil und Gossau.

«Eine Hiobsbotschaft»

Beim Amt für öffentlichen Verkehr des Kantons St. Gallen sieht die Situation weniger deutlich aus. Dort sind hinsichtlich des Fahrplanwechsels Dezember 2018 mehrere Planungsvarianten im Gespräch. Bei deren Erarbeitung sind Vertreter der Gemeinden und Städte an der Achse Wil-St. Gallen-Rheintal involviert. Bei diesen Varianten geht es darum, für das Rheintal schnellere Verbindungen zu finden. In diesem Fall verlöre der Bahnhof Flawil – im Gegensatz zum Bahnhof Uzwil – die Fernverkehrshalte von und nach Zürich. Metzger sagt: «Für Flawil wäre ein Abhängen vom Schweizer Fernverkehrsnetz eine Hiobsbotschaft. Dagegen wehren wir uns, wenn nötig auch mit grossen und offensiven Massnahmen wie seinerzeit beim Kampf ums Spital Flawil.»

Das Projekt «Erhalt der Fernverkehrshalte Flawil» hat im Gemeindehaus zurzeit höchste Priorität, wie in der Mitteilung zu lesen ist. «Flawil ist eine Gemeinde mit 10 000 Einwohnern. Wir haben eine starke national und international tätige Wirtschaft, viele Arbeitsplätze und auch viele Pendler. Diese Ausgangslage und die täglichen Pendlerzahlen zeigen: Fernverkehrshalte in Flawil sind absolut gerechtfertigt», sagt Metzger. (sdu/gk)

Elmar Metzger Gemeindepräsident Flawil (Bild: pd)

Elmar Metzger Gemeindepräsident Flawil (Bild: pd)