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FLAWIL: Die Rehe vom Rehwald und die Hunde von Hundwil

Vom hinkenden Kalauer bis hin zu bitterbös-sarkastischen Texten war am Freitag alles dabei, umrahmt von groovigem Sound. Daniel Weniger und Wolfgang Egli zelebrierten im Kulturpunkt ein gelungenes Heimspiel.
Daniel Weniger (rechts) und Wolfgang Egli sorgten für aufgeräumte Stimmung. (Bild: Christine Gregorin)

Daniel Weniger (rechts) und Wolfgang Egli sorgten für aufgeräumte Stimmung. (Bild: Christine Gregorin)

«Rehwald tönt noch Bambi», sind sich Weniger Egli anfänglich einig. Aber wie doch der Schein trügen kann. Rehe sehe man dort keine, nur Hunde. Mit pädagogisch fatalen Auswirkungen: «Hünd seged Reh meined mini Goofe.» Falschinformationen weit und breit, sogar Gais habe einen Hirschberg. Aber zu sehen sind auch hier überall nur Hunde. Quintessenz: Ein Lob auf Hundwil, die dort seien wenigstens ehrlich.

Volle humoristische Breitseiten

Die Themenvielfalt reicht von «Was kann denn das Wort dafür» oder davon, dass ein Spürchen Schleimen absolut legitim ist, bis hin zu Spätfranzösisch und Frühenglisch oder umgekehrt. Vom Gefriertrocken als Alternative zur Kremation, über das leidige Anstehen an der Kasse bis zum nächtlichen Ausflug zum Kühlschrank laden dazu ein, über sich selbst zu schmunzeln. Das wohl unsinnigste Pressefoto beim Spatenstich, der Unterschied zwischen John Wayne und 007 James Bond sowie der designierte Höhepunkt aller Höhepunkte: «irgendwenn“ bescheren desgleichen beste Laune.

Von Beginn weg ziehen Weniger Egli die knapp siebzig Anwesenden in ihren Bann. Versehen mit viel Lokalkolorit nehmen die beiden Protagonisten ihre Gäste mit auf eine Reise durch den Alltag. Sämtliche Stolpersteine sowie menschliche Ecken und Kanten kriegen ihr Fett weg. Der Finger findet den wunden Punkt und bohrt schadenfroh tiefer. Prädikate wie witzig, bissig, tiefgründig, schön und berührend beschreiben die Lieder adäquat. Gepaart mit Texten und Wortspielereien, die von feinfühlig bis bitterbös-sarkastisch mit einer Prise Zynismus rangieren. Sie wälzen Gedanken und entwickeln Ideen, die das Publikum nie zu denken gewagt hätte: «Der Anfang des Denkens ist der Beginn des Endes, weil er oder sie beginnt zu denken.»

«Es isch wie heicho,» freut sich Wolfgang Egli unmittelbar nach dem Auftritt. Vor etlichen Bekannten aufzutreten und somit zweifelsohne vor einem sehr gewogenen Publikum, mache einfach Freude. Auch Daniel Weniger freut sich direkt nach dem Heimspiel. Er lobt sowohl das familiäre Ambiente im Kulturpunkt als auch das Engagement des Teams. In Kombination rege dies schlicht zum Wohlfühlen an.

Weniger Egli: Zwei Richter mit Humor

Daniel Weniger und Wolfgang Egli leben in Flawil und sind Richter von Beruf. Schon immer kümmerten sie sich aber nicht nur um Scheidungspaare und Angeklagte, mit ihrer Mundartrockband «Piggnigg» waren sie stets auch als Musiker unterwegs. Als sie im Zuge dessen auf Kleinkunstbühnen auftraten, wurde klar, dass sie ihre Lieder und geistreichen Texte nicht nur als Band, sondern auch als Kabarettisten zu den Leuten bringen müssen. Nachdem sie 2014 am Casting der Oltener Kabaretttage die Vorausscheidung gewonnen hatten, erarbeiteten Weniger Egli zusammen mit dem Regisseur Christoph Schwager ihr erstes abendfüllendes Programm mit dem Titel «irgendwenn».

Christine Gregorin

redaktion@wilerzeitung.ch

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