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FLAWIL: Der schönste Samstag im Juni

Das Kulturfest Flawil entwickelt sich langsam vom Geheimtip zum Breitenanlass. Am Samstag traf sich auf der Mühlegasse die Welt aus Afrika, Europa und Asien zum Tanzen und Schnabulieren.
Michael Hug
Die Frauen der Gruppe Ubuhle be Africa tanzen auf der Strasse, derweil die Männer den Rhythmus auf ihren Trommeln vorgeben (Bild: Michael Hug)

Die Frauen der Gruppe Ubuhle be Africa tanzen auf der Strasse, derweil die Männer den Rhythmus auf ihren Trommeln vorgeben (Bild: Michael Hug)

FLAWIL. «Der schönste Samstag im Juni» untertitelte der Flawiler Kulturpunkt sein diesjähriges Kulturfest vor seinem Lokal an der Mühlegasse. Der Untertitel mag wohl eher als Metapher gemeint sein als als rhetorische Behauptung. Der auslaufende Juni meinte es heuer nur an ein paar ausgesuchten Tagen gut mit Publikumsanlässen, und die waren alles Werktage. Auch das Kulturfest, das stets auf der Strasse stattfindet, wurde vom Regen nicht verschont. Kein allzu starker nasser Guss war's diesmal, und er mag wohl ein paar Zuschauende aus dem Dorf vom Besuch abgehalten haben. Aber ein schönes Fest wurde es trotzdem. Ananda Geissberger und sein Team hatten heuer auch die halbe Welt zum Fest geladen. Zum einen waren es die Besuchenden aus der Region, die eine ganze Liste von Nationalitäten gefüllt hätten. Einheimische, Niedergelassene, Immigrierte, Flüchtlinge bleicher und dunkler Hautfarbe sassen zusammen und freuten sich am Gebotenen. Geboten wurden Tänze aus Südafrika (Ubuhle be Africa) und Lieder aus Tibet vom einheimischen Sänger und Flötenspieler Gonpo Dotschung. Am Schluss machte DJ Stas (Heiner Bolt) aus dem Neckertal Stimmung mit internationaler Musik aus dem CD-Spieler, und dazu konnte ausgelassen bis tief in die Nacht getanzt werden.

Internationales Speisenangebot

International war auch das Speisenangebot. Fast deckungsgleich mit den aktuellen Herkunftsländern der Flüchtlinge und Asylsuchenden hierzulande zeigten sich auch die Speisen, deren Geschmack versucht werden konnte. Hier zeigte sich, dass sich das Kulturfest steigender Beliebtheit erfreut: Das Verpflegungsbuffet war schnell leergeräumt. Eine Enttäuschung für die, die sich auf einen exotischen Znacht eingerichtet hatten. Als lästig wurde auch die Kamera-

drohne empfunden, die unendlich lange über der Festgemeinschaft kreiste. Drohnen über Flüchtlingen – vielleicht etwas gar «dégoûtant».

«Dieses Fest ist auch ein Dankeschön an unsere vielen Fans, die uns in der vergangenen Saison besucht haben», sagte Ananda Geissberger. Diese Fans, so Geissberger, kommen von viel weiter her als nur aus der engeren Region. Anlässe dieser Art, also Weltmusik, Volksmusik von Minderheiten, Tanz, Singer/Songwriter und neuerdings auch regelmässige Philosophie-Diskussionsrunden zu verschiedenen Themen, stossen auf ein breites Echo, und zwar bis nach St. Gallen oder Winterthur.

Über 90 Kulturanlässe

«Wir sehen, dass das Interesse stetig steigt», sagt Geissberger, «das Bedürfnis ist da und offensichtlich viel grösser als geahnt.» Über 90 Anlässe seien es gewesen. Trotzdem bedaure er, dass der Kulturpunkt in Flawil noch nicht so wahrgenommen werde, wie er es eigentlich verdiente. «Wir müssen um die Beiträge der öffentlichen Hand kämpfen», so der umtriebige Multikultivisionär. Und auch sein Verein sieht sich mit einem Problem konfrontiert, dem sich alle Vereine zunehmend stellen müssen: der Suche nach freiwilligen Helfenden.

Jubiläumsfest im November

Mit Kulturfesten wie diesem wollen Geissberger und sein Team Wahrnehmung und Akzeptanz im Dorf steigern und dazu auch punktuelle Partnerschaften suchen. Bereits fünf Jahre gibt es den Kulturpunkt an der Flawiler Mühlegasse, ein Grund zum Feiern. Geissberger kündigt das Jubiläumsfest für den 11. November an. Doch zuerst beginne nun die Sommerpause. Wohlverdient nach einem intensiven Veranstaltungswinter mit jeweils zwei Anlässen an jedem Wochenende.

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