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FLAWIL: Der moderne Geschichtenerzähler

Was früher die Stadtschreier und Dichter waren, ist der 22-jährige Adam Keel in der heutigen Zeit. Der Flawiler ist freischaffender Storyteller und studiert dazu an der Zürcher Hochschule der Künste.
Yves Weibel
Der Flawiler Adam Keel ist vernarrt in seine Arbeit als Storyteller. (Bild: Pascal Wasinger)

Der Flawiler Adam Keel ist vernarrt in seine Arbeit als Storyteller. (Bild: Pascal Wasinger)

Yves Weibel

yves.weibel@wilerzeitung.ch

Das Internet und seine sozialen Netzwerke sind voll mit Videos. Seien es Ferienaufnahmen von ­irgendjemandem oder Promotionskampagnen von Firmen. «Fast jeder hat ein Smartphone und macht damit Videos und Fotos. Aber wie die professionellen Videos entstehen, wissen viele Leute nicht», sagt der Flawiler Adam Keel, seinerseitsfreischaffender Storyteller und Student an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) Cast und Audiovisual Media. In seinem Beruf erzählt der 22-Jährige Geschichten unter anderem anhand von Bewegtbildern.

Von der Kameraführung bis hin zum Schnitt macht er alles. «Das Schöne ist, dass ich so von Anfang bis Schluss die Projekte begleiten kann», erklärt Keel. Ein Einzelkämpfer sei er aber keineswegs. «Allein schon für die Entstehung einer ausgereiften Idee braucht man mehrere Leute», ist er überzeugt. Bereits in seiner Kindheit hat sich der Flawiler stark für die Medienwelt interessiert.

Die eigene Radiostation mit zehn Jahren

Sehr genau erinnert sich der junge Storyteller an die Zeit, in der er sich vom Medienfieber hatte anstecken lassen: «Ich war ungefähr zehn Jahre alt und hörte die Kindersendung ‹SiggSaggSugg› auf DRS 1. Und, ich habe ständig in die Sendung angerufen.» Den damals Zehnjährigen hatte es gepackt: Mit seinem selbst verdienten Geld kaufte er im Brockenhaus das Equipment, um selbst Sendungen produzieren zu können. «Ich nahm damit eigene Formate auf und verschenkte sie an Bekannte und Verwandte», erinnert er sich. Später fing er an beim Radio Kantipark. ch zu arbeiten. Er rutschte immer tiefer in die Welt der Medien. Nach der Schulzeit absolvierte er ein Praktikum beim Fürstenland TV und kam so zu den Videos. «Ich mag es, Geschichten zu erzählen und Videos faszinieren mich bis heute.»

Individualität ist wichtig

Da Firmen heute grossen Wert auf Präsenz in den sozialen Netzwerken legen und diese meist mit Videos gestalten wollen, gehe ihm die Arbeit nicht aus. Jeder Auftrag sei für ihn speziell. «Ich will keine Videos machen, wie es sie schon zu Tausenden gibt», sagt der Flawiler. Für ihn sei es wichtig, nicht nach einem vorgegebenen Raster zu arbeiten, sondern jeden Auftrag individuell zu betrachten. Die Botschaft in den Videos sei am wichtigsten. Das musste auch er erst lernen.

Mit seinen Erfahrungen hat er einige Projekte realisiert. Im letzten Jahr erarbeitete er im Zuge eines Wettbewerbes einen Film zum Datenschutz. Es reichte für den dritten Platz. Für Adam Keel ist der Datenschutz eine sehr wichtige Sache. «Ich bin oft online unterwegs», erklärt er, «nicht nur deshalb ist der Datenschutz für mich ein zentrales Thema.» Viele Leute seien sich nicht bewusst, wie viele Daten sie ständig freigeben. Derzeit werden überall Daten gesammelt.

Leute für den Schutz ihrer Daten sensibilisieren

«Und, wenn die Daten erst einmal ausgewertet sind, stellen diese eine eigene Währung dar.» In seinem Videoprojekt will Adam Keel darauf aufmerksam machen. «Ich habe auf der Strasse Passanten angesprochen und sie gefragt, ob ich sie mit Mikrofon, Kamera und GPS begleiten dürfe», erzählt er. Alle Passanten hätten entschieden abgelehnt. Was auch die natürliche Reaktion sei. «Anschliessend fragte ich, wieso Facebook dies denn tun dürfe: betretene Gesichter. Auf diese Weise wollte ich die Passanten auf die Wichtigkeit des Datenschutzes hinweisen.»

Auch in Zukunft will der junge Flawiler mit Medien arbeiten. Nach dem Studium, das er im nächsten Sommer abschliesst, geht er zum Power-up-Radio des Kinderdorfes Pestalozzi, um den Zivildienst zu absolvieren. «Ich freue mich sehr auf die Zeit», sagt Adam Keel.

Weitere Infos und Projekte von Adam Keel unter:

www.adamkeel.com

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