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FLAWIL: Dem Winter den Garaus gemacht

Der Männerchor Alterschwil wusste sein Publikum zu begeistern. Er tat es mit vertrauten Liedern, schrägen Sketches und gezielter Erotik. Das Motto hiess «Winterzauber» – aber eigentlich warteten alle auf den Frühling.
Da wurde mancher Frau im Publikum heiss: Die Männerchörler sangen im Saunatenue. (Bild: Michael Hug)

Da wurde mancher Frau im Publikum heiss: Die Männerchörler sangen im Saunatenue. (Bild: Michael Hug)

Was liegt näher, als dem Unterhaltungsabend ein der Jahreszeit entsprechendes Motto zu geben? «Winterzauber» hiess es am Samstagabend beim Männerchor Alterschwil, der seinen Unterhaltungsabend bereits traditionell im Flawiler Lindensaal abhielt. Doch eigentlich sind alle dem Winter längst überdrüssig und niemand wunderte sich, als die 22 Männer aus der Oberen Gegend gegen Ende des Liederprogramms im kurzärmligen Hemd Rudi Carrells Sommerhit aus dem Jahr 1975 anstimmten: «Wann wird’s mal wieder richtig Sommer?»

Kein leichtes Spiel, aber ein kurzes

Der Winter hatte kein leichtes Spiel mit den 22 Männern – doch ein kurzes. Wie gewohnt spielten die Sänger auch schräge Sketches zwischen den Liedern. Das Skifahren war dabei ein Thema, wobei von vier Chörlern eine uralte Nummer des «Cabaret Rotstift» träf in Szene gesetzt wurde: «Bei uns geht alles ruck zuck, zack zack!» Peter Barmettler spielte solo den Klassiker «Der Skilehrer» von Emil Steinberger. Doch es ging ja eigentlich ums Singen an diesem Abend. Mehrere Lieder hatte der Chor dafür eingeübt, und wie schon seit 20 Jahren wurden die Männer dabei von einer Frau, Esther Stalder, geführt. Das Jubiläum der Dirigentin wurde in einem bewegenden – und für sie überraschenden – Moment gefeiert. Die Männer überreichten Stalder «Sag Dankeschön mit roten Rosen» (Andreas Hauff/Walter Geiger 1982, unter anderen auch gesungen von Heintje) singend ebendies, ein jeder eine rote Rose. Die Stunden, die sie in den 20 Jahren mit dem Männerchor verbracht habe, in den Proben, Vorbereitungen und Auftritten, betrügen über den Daumen gepeilt gute 4100, meinte Esther Stalder lachend: «Das heisst, ich habe mich mit euch rund hunderteinundsiebzig Tage à vierundzwanzig Stunden lang beschäftigt, also etwa sechs Monate!» Grosser Applaus aus dem Publikum im vollen Saal – schon in der Nachmittagsvorstellung war der Lindensaal gut halb gefüllt, ein Riesenerfolg – war der bewährten Dirigentin sicher. Dann durfte sie für einmal zuhören. Laverne Schweizer, sonst als Begleiterin auf dem Akkordeon tätig, übernahm die Führung des Chors – im Bastrock! – und die Männer redeten ihrer Jubilarin singend ins Gewissen: «Tue d’Seel mal bambele looh!» (Ruedi Bieri 2006). Diese Ermunterung, oder Ermahnung, war übrigens das Motto der letzten Unterhaltung vor zwei Jahren. Die Männerchörler gestalteten den fast dreistündigen Abend nicht alleine. Wie üblich hatten sie Gäste geladen. Diesmal waren es die Kinder und Jugendlichen der «Arobic Jugend Lütisburg», die gleich mit rund 40 Buben und Mädchen anreisten und in zwei Auftritten mit flotten Gymnastiknummern das Publikum begeisterten. Unerwähnt bleiben darf auch nicht die neu formierte Begleitband des Chors. Instrumental unterstützt wurde er von Laverne Schweizer (Akkordeon), Valerio Di Roma (Schlagzeug) und neu von Kilian Schönenberger (Bass) und Ruedi Breitenmoser (Akkordeon).

Besondere Aufmerksamkeit galt auch dem bewährten Bühnenmeister im Lindensaal, Celso Beti, der die abwechslungsreiche und stellenweise turbulente Show auf der Bühne technisch stets im Griff hatte. Schliesslich war dem Winter – wenigstens im Saal – der Garaus gemacht und es wurde heiss: Die Männer sangen zum Entzücken der Frauen im Publikum fast nackt auf der Bühne, gekleidet nur im Badetuch oder Bademantel.

Michael Hug

redaktion@wilerzeitung.ch

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