Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

FLAWIL: «Das Wichtigste ist der Kaffee, nicht die Maschine»

Die Aequator AG, Arbon, entwickelt und produziert Heissgetränkeautomaten für den Betriebsbereich. Auf Einladung der Handels- und Industrievereinigung Flawil referierte Mitinhaber und CEO Marcel Lendenmann über Strategien, Wachstum und Digitalisierung.
Andrea Häusler

Familienunternehmen bewegen sich in einem permanenten Konfliktfeld zwischen Betrieb, Familie und Eigentum. Marcel Lendenmann ist einer von denen, die es wissen. 2004 trat er in die Firma seines Schwiegervaters Manfred Meyer ein, übernahm 2011 die Geschäftsleitung und ist seit diesem Jahr Teilhaber. Dabei wollte er dies gerade nie – im väterlichen oder schwiegerväterlichen Unternehmen tätig sein.Dass es aller Skepsis zum Trotz funktioniert, führt er auf verschiedene Faktoren zurück. Reden hat geholfen, sagt er, Respekt und Ehrlichkeit. Darauf setzt er auch im Umgang mit den Mitarbeitenden. «Kommunikation ist das A und O, deshalb ist der Begriff auch das Jahresmotto der Aequator AG», sagte Lendenmann. «Die E-Mail ist ein effizientes Kommunikationsmittel, aber keine Allerweltswaffe, die den persönlichen Kontakt ersetzen kann.» Genützt habe ihm, dem einstigen Kaderspieler der 1. Mannschaft des FC St. Gallen, ausserdem die Erfahrung aus dem (Mannschafts-) Sport.

2004 hatte Marcel Lendenmann ein Unternehmen mit 40 Mitarbeitenden und einem Umsatz von rund 10 Mio. Franken angetroffen. Heute beschäftigt die Aequator AG rund 85 Angestellte und setzt 25 Mio. Franken um. Produziert werden jährlich knapp 10000 inhouse entwickelte Maschinen, von denen 98 Prozent ins Ausland exportiert werden und, im Gegensatz zu früher, nicht mehr mehrheitlich in der Gastronomie, sondern vor allem in der Betriebsverpflegung eingesetzt werden.

«Wir sind Maschinenhersteller mit einem hohen Anspruch an die Qualität von Kaffee», betonte Marcel Lendenmann. «Das Wichtigste ist das Endprodukt, nicht die Maschine.» Darauf gelte es sich immer wieder zu besinnen. Dennoch fertigt das Unternehmen inzwischen auch Automaten für Milch und Schokolade. «Ob wir Kaffee, Milch oder Suppe aufheizen, spielt eigentlich keine Rolle», erklärte der Referent. «Wir werden jedoch nie kühlen. Auch dann nicht, wenn der Kunde dies verlangen sollte.»

In den vergangenen Jahren gelang es dem Arboner Unternehmen ein Wachstum von 15 bis 20 Prozent zu generieren – trotz Eurokurs, trotz Brexit. Ein Indiz dafür, dass das Unternehmen auf Kurs ist. Die Zukunftsstrategie gehe, so Lendenmann, hin zu Maschinen mit identischem Innenleben, aber unterschiedlichem Design (Modultechnik) und zu kleineren Maschinen (bis 70 Tassen). Daneben wolle man den mit starken Partnern wie Nes­presso oder Tchibo besetzten Private Label-Bereich weiter ausbauen. Dessen Umsatzanteil beträgt heute ca. 40 Prozent.

Anfang Jahr hat die Aequator AG eine Million Franken in ein neues ERP-System investiert mit dem Ziel, dank verbesserter Prozesse die Produktivität und Qualität zu steigern, wie Lendenmann sagte.

Andrea Häusler

andrea.haeusler@wilerzeitung.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.