Flawil
Corona lässt Besucherzahlen einbrechen: Jetzt kommt es im B'treff zu einem Führungswechsel

Dem B'treff am Flawiler Bahnhof steht ein Leitungswechsel bevor. Sabine Dankesreiter verlässt die Institution Ende März nach fünfeinhalb Jahren, um sich nochmals neu zu orientieren. Ihre Stelle ist zur Neubesetzung ausgeschrieben.

Andrea Häusler
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Zwischen Shutdown und 2G-Regel: Die Besucherzahlen im Flawiler B'treff sind seit Ausbruch der Pandemie beträchtlich eingebrochen.

Zwischen Shutdown und 2G-Regel: Die Besucherzahlen im Flawiler B'treff sind seit Ausbruch der Pandemie beträchtlich eingebrochen.

Bild: Christoph Hunziker

Die Bewerbungsfrist für die Neubesetzung des 50-Prozent-Pensums läuft noch bis zum 14. Januar. Über ein Dutzend interessierte Personen haben bisher auf die Stellenausschreibung reagiert und die nötigen Unterlagen eingereicht, sagt Angelo Talamona, Präsident des Vereins B’treff Flawil, auf Anfrage. Entsprechend guter Dinge ist er, die Leitung der Institution zeitnah neu besetzen zu können.

Sabine Dankesreiter wird den B'treff Ende März verlassen.

Sabine Dankesreiter wird den B'treff Ende März verlassen.

Bild: Andrea Häusler (Flawil/20. Februar 2019)

Sabine Dankesreiter hatte die Leitung des offenen Treffpunkts für Einheimische wie auch Zugewanderte und gleichzeitiger Anlaufstelle für Menschen in schwierigen sozialen Situationen mit einem 30-Prozent-Pensum übernommen. Dieses wurde jedoch bereits drei Jahre später um 20 auf 50 Prozent erhöht. Angelo Talamona begründet dies mit dem Abschluss des Dreijahresprojekts zur Weiterentwicklung des B'treffs. Unter Einbezug der Mitarbeitenden, von Betroffenen, aber auch in Zusammenarbeit mit anderen Institutionen, involvierten Ämtern und öffentlichen Stellen seien Vernetzungs- und Optimierungsmöglichkeiten eruiert worden. Zu den Ergebnissen zähle, nebst einer Vertiefung bestehender und der Integration neuer Leistungen, auch das Projekt Quartierschule. Das niederschwellige Angebot, das Migrantinnen und Migranten helfen soll, ihre Deutschkenntnisse zu verbessern, wird vom B'treff auf der Basis eines Leistungsauftrags der Politischen Gemeinde selbstständig organisiert und geführt. Dieses Zusatzangebot verlange von der Leitung rund zehn Stellenprozente mehr, sagt Talamona. Weitere zehn Prozent bezögen sich auf mehrere kleinere Angebotsanpassungen.

Personelle Engpässe wegen Corona

Dass Sabine Dankesreiter den B'treff verlässt, hat aber weder etwas mit der Entwicklung der Institution noch mit Corona zu tun. «Sie möchte nochmals etwas Neues anpacken und erachtet den Zeitpunkt dafür als richtig», sagt Angelo Talamona. «Sie steckte viel Herzblut in die Sache», macht er klar, ohne zu verhehlen, dass die Führungsaufgabe in einem Team von mehrheitlich Freiwilligen während Corona anspruchsvoll sei und enorm Kraft koste. Allein die personelle Besetzung an den vier Öffnungstagen pro Woche sicherzustellen und den Deutschunterricht aufrechtzuerhalten, sei eine organisatorische Herausforderung. Auch deshalb, weil viele ältere Freiwillige aufgrund der Infektionsrisiken pausierten.

Angelo Talamona, Präsident des Vereins B’treff Flawil.

Angelo Talamona, Präsident des Vereins B’treff Flawil.

Bild: PD

Rund 4500 statt 6000 Besucherinnen und Besucher

Zwischen Shutdown und der heute geltenden 2G-Regel hat der B'treff seit Beginn der Pandemie alles durchlebt. Nichtsdestotrotz mussten insgesamt wenige Abstriche im Angebot vorgenommen werden. Selbst die Lebensmittelabgabe konnte, bis auf einen Ausfall während der Ferien, aufrechterhalten bleiben – wenn auch mit reduzierter Warenmenge. Einschränkungen gab es, so Talamona, allerdings beim Reparatutti, dem monatlich einmal geöffneten Repair-Café. «Die Platzverhältnisse erlaubten die Durchführung unter Einhaltung der jeweils geltenden Massnahmen schlicht nicht.»

Dennoch wirkte sich die Pandemie auf die Besucherzahlen aus. Während der B’treff normalerweise um die 6000 Besucherinnen und Besucher pro Jahr anzieht, waren es letztes Jahr lediglich noch rund 4500, sagt Angelo Talamona.

GartenPur: Ersatz für Gärten im Töbeli?

Seit Frühjahr 2016 bietet der B'treff unter dem Projektnamen «GartenPur» die Möglichkeit, im Töbeli an der Dammstrasse zu gärtnern. Mit dem Verkauf der Parzelle an die benachbarte SFS intec AG müssen die beiden Pflanzbeete in absehbarer Zeit geräumt werden. Ob der B'treff mit der Schrebergartenkolonie an einen neuen Standort zieht, ist offen. Angelo Talamona sagt: «Wir haben beim Schulhaus Grund noch ein zweites Pflanzgrundstück. Und momentan besteht keine Warteliste.» (ahi)

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