Flawil
Chratzbörschte für eine Zeitungsente: Die Wiler Zeitung erhielt zum zweiten Mal den Flawiler Fasnachtspreis

Auch dieses Jahr wurde die Chratzbörschte verliehen – allerdings virtuell. Er ging an Andrea Häusler, Redaktorin der «Wiler Zeitung».

Zita Meienhofer
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Aus Ulrich Häfliger wurde Ueli Häfeli: Andrea Häusler, Redaktorin der Wiler Zeitung, bekommt für diese Zeitungsente die Chratzbörschte, den Flawiler Fasnachtspreis, und ist somit die 39. Preisträgerin.

Aus Ulrich Häfliger wurde Ueli Häfeli: Andrea Häusler, Redaktorin der Wiler Zeitung, bekommt für diese Zeitungsente die Chratzbörschte, den Flawiler Fasnachtspreis, und ist somit die 39. Preisträgerin.

Bild: PD

26 Jahre dauerte es, bis es die Wiler Zeitung wieder zur Preisträgerin der Chratzbörschte erkoren wurde. 1995 war es das Foto eines Regenbogens im schwarz-weissen Printerzeugnis, das den Narrenrat erheiterte. Dieses Mal waren es zwei Namen: Ueli Häfeli und Ulrich Häfliger. Ulrich Häfliger kandidierte als Schulrat in Flawil. In der Wiler Zeitung war bei der Nomination im Juni 2020 allerdings von Kandidat Ueli Häfeli die Rede. Und auch bei der Wahl im September war Ueli Häfeli wiederum präsent – im Bild sowie mit Vorname. Einzig der Nachname von Häfliger passte nun. Ob dies darauf zurückzuführen ist, dass der Goldschmied und leidenschaftliche Theaterspieler auf der Redaktion wohl etwas bekannter ist als Ulrich Häfliger? Seit heute ist dies bestimmt nicht mehr der Fall.

183 Fasnächtler verfolgten den Livestream

«Abgseit» mit dem Zusatz «Anderscht» ist das diesjährige Motto der Flawiler Fasnacht, einer Fasnacht, die eben abgesagt ist – aber nicht ganz. Denn die Herausgabe der Flawiler Fasnachtszeitung Chratzbörschte sowie die Verleihung des Preises mit dem gleichen Namen musste einfach sein. Im Lindensaal probte der Narrenrat mit Sandro Fischer, Barbara Reut Schatzmann, Mischa Sutter, Judith Siegenthaler und Luca Zillig, um am Schmutzigen Donnerstag um punkt 19.11 Uhr – es wurde dann zwar etwas später – die Verleihung der Chratzbörschte online auf die Bildschirme der 183 Fasnächtler, die sich zugeschaltet hatten, zu streamen. Technisch und tonal nicht ganz einwandfrei – aber das gehört zur Fasnacht – deckte der Narrenrat auf, was sich im vergangenen Jahr in Flawil ereignet hatte. Da war die Rede von einem Zahn in einer Wurst, von einer Taxifahrt ohne Maske und auf dem Beifahrersitz oder von Ereignissen rund um den Flawiler Dorfbach. Dazwischen spielte die Flawiler Gugge Wyssbach-Geischter auf und die Flawiler Schnitzelbänkler Alliglattohre wurden eingespielt.

Mischa Sutter vom Flawiler Narrenrat überreichte in einer Einspielung im Live-Stream die Chratzbörschte

Mischa Sutter vom Flawiler Narrenrat überreichte in einer Einspielung im Live-Stream die Chratzbörschte

Bild: PD

Ein Ehrenplatz im Büro für die Chratzbörschte

Zwar nicht vor dem Gemeindehaus im Konfettiregen und mit Guggen-Rhythmen, sondern virtuell durfte Andrea Häusler die Chratzbörschte entgegennehmen. In ihrer launigen Dankesrede «freute» sie sich, dass ihr ein knapp zwei Quadratzentimeter grosses Bildli und 0,012 Laufmeter Text einer Zeitungsseite gereicht hätten zum Aufstieg in den elitären Kreis der Preisträger. Ihre Vorgänger hätten da bedeutend mehr leisten müssen. Sie gab aber auch zu bedenken, dass die beiden «Uelis» nicht leer ausgingen. Der eine wurde zum Schulrat gewählt und der andere – und da kommen die Stärken einer recherchierenden Journalistin zum Vorschein – wurde gemäss Chratzbörschte 2018 schon damals für den Flawilerpreis im Jahr 2021 vorgesehen. Abschliessend sagte sie:

«Die Chratzbörschte bekommt einen Ehrenplatz in meinem Büro und ermuntert mich, wenn es die Situation verlangt, dosiert etwas chratzbörschtig zu sein.»

Die Chratzbörschte-Verleihung ist zu sehen unter www.narrenrat.ch.