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FLAWIL: Burgaus Häuser wurden zur Kulisse

Im Weiler Burgau wurden gleich zwei Premieren gefeiert: erstmals ein Freilichtspiel und Uraufführung von «Recht und Gerechtigkeit». Nur jemand wollte dies verhindern, der Regen. Doch die Gerechtigkeit siegte.
Zita Meienhofer
«Recht und Gerechtigkeit», ein Freilichtspiel, das die Häuser im Weiler Burgau nicht einfach nur zur Kulisse hat, feierte am Donnerstagabend Premiere. (Bilder: Zita Meienhofer)

«Recht und Gerechtigkeit», ein Freilichtspiel, das die Häuser im Weiler Burgau nicht einfach nur zur Kulisse hat, feierte am Donnerstagabend Premiere. (Bilder: Zita Meienhofer)

Zita Meienhofer

zita.meienhofer@wilerzeitung.ch

Eine Stunde vor Spielbeginn prasselte der Regen auf die Tribüne des Festspielplatzes, blies der Wind, zeigten sich dunkle Wolken am Himmel. Die digitalen Hilfsmittel zur Wettervoraussage prognostizierten jedoch, dass dieser Spuk bald vorbei sein sollte. Die OK-Mitglieder des Freilichtspiels Burgau glaubten es. Kündigten an, dass die erste Aufführung von «Recht und Gerechtigkeit» stattfinden werde – allenfalls etwas später. Sie wollten es sich nicht nehmen lassen, dass ihnen das Wetter einen Strich durch die Rechnung macht, die Arbeit eines Jahres bereits am ersten Abend ins Wasser tauchen liess. Sie wollten Gerechtigkeit, wie es im Titel steht. Ein Stück, das Xaver Köpfli geschrieben hat. Allerdings schrieb er es erst, als er dazu aufgefordert wurde – von Ruth Moosberger, einer Burgauerin mit Leib und Seele.

Gerichtsfälle und Szenen, die das Leben schreibt

Am Donnerstagabend war es so weit. Dreiviertelstunden später als geplant, gingen auf dem Dorfplatz in Burgau die Scheinwerfer an, traten Richter und Bauer Jakob Berger (Walter Fitze) sowie sein Knecht Simon (Alex Fehr) aus dem Stall, vor dem die Ferkel grunzten. Ein bevorstehender Gerichtsfall drückt auf das Gemüt von Berger, ein Fall, der einen armen Bauern samt Familie ins Unglück stürzen könnte. Doch Bergers Richterkollege Anton Steingruber (Walter Frehner) hat den Kläger durchschaut, macht dessen trügerischem Treiben ein Ende. Ein weiterer Fall folgt. Dazwischen Szenen, die das Leben spielt. Die eine Wäscherin (Rita Keller), die so gerne einen Mann hätte. Der Herr Pastor (Walter Brunner), der oft etwas ungeschickt handelt. Die andere Wäscherin (Cornelia Geser), die stets einen träfen Spruch auf den Lippen hat. Die junge Lehrerin (Rahel Schmid), die von den Männern umschwärmt wird. Szenen, die unterhalten, aber auch zum Nachdenken anregen.

Während eines Jahres auf die Aufführung hingearbeitet

Das Freilichtspiel ist in eine herrliche Kulisse eingebettet, eine Kulisse, die seit Jahrhunderten dort steht, die dem Ganzen das besondere Etwas verleiht. Hinzu kommt die Liebe zum Detail für Kostüme und Requisiten. Der selbst gefertigte Tisch samt Stühlen. Die Hühner, die Schweine, die Ziegen. Die musikalische Einleitung der Alphorngruppe Niederstetten sowie die Begleitung des Männerchors Alterschwil und Egg sowie das Akkordeonspiel von La Verne Schweizer. Nicht zu vergessen all jene, die das Stück tragen, ihm die besondere Note verleihen: die Schauspieler. Da trafen erfahrene Darsteller auf solche, die erstmals auf der Bühne standen. Was Regisseur Walter Brunner und Autor Xaver Köpfli daraus entstehen liessen, begeisterte das Publikum, das diese grosse Arbeit mit stehendem Applaus verdankte und die Verantwortlichen für ihr Engagement honorierte. «Erleichtert, dass alles geklappt hat», war OK-Präsident Werner Isenegger und Xaver Köpfli war ein grosser Stein vom Herzen gefallen. Ruth Moosberger sagte: «Ich habe riesige, tiefe Freude, dass alles gut gelaufen ist und bin stolz darauf, was wir in Burgau erreicht haben.

Hinweis

Alle bislang geplanten Aufführungen sind ausverkauft. Wegen grosser Nachfrage findet am Freitag, 8. September, 19.30 Uhr, eine Zusatzvorstellung statt. Tickets: www.freilichtspiel-burgau.ch

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