FLAWIL: Bürgerschaft gibt grünes Licht

Ja zum Budget, Ja zum neuen Steuerfuss, Ja zum Wasserbaukredit «Töbeli». Die Anträge an der Bürgerversammlung waren unbestritten. Themen waren Parkplätze, Trinkwasser und Toni Vescoli.

Andrea Häusler
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Ehre für Dani Müller (rechts). Für seine über 40-jährige ehrenamtliche Kulturtätigkeit wurde dem 58-Jährigen der Flawiler Preis 2017 verliehen. Die Laudatio hielt Gemeinderat Eddie Frei (Mitte), Gratulationswünsche überbrachte Gemeindepräsident Elmar Metzger. (Bild: Andrea Häusler)

Ehre für Dani Müller (rechts). Für seine über 40-jährige ehrenamtliche Kulturtätigkeit wurde dem 58-Jährigen der Flawiler Preis 2017 verliehen. Die Laudatio hielt Gemeinderat Eddie Frei (Mitte), Gratulationswünsche überbrachte Gemeindepräsident Elmar Metzger. (Bild: Andrea Häusler)

Andrea Häusler

andrea.haeusler@wilerzeitung.ch

In Flawil stehen alle Ampeln auf grün. Nicht jene an den Strassen, aber die auf der Titelseite des Budgetberichts 2018. Voranschlag, Investitionen, Eigenkapital, Verschuldung und Finanzplan: Alles ist im grünen Bereich. Erstmals, wie Gemeindepräsident Elmar Metzger an der Bürgerversammlung vom Dienstag betonte. Trotz der mit dem Budget beantragten Steuerfusssenkung um fünf Prozentpunkte auf 140 Prozent, was Mindereinnahmen von rund 850000 Franken beschert. Und, obwohl in den nächsten vier Jahren zwischen 10 und 20 Prozent der Gesamtausgaben in die Verbesserung der Infrastruktur investiert werden sollen. Im kommenden Jahr sind es 8,17 Millionen Franken, wobei der grösste Teil des Betrags bereits bewilligt ist. Im weiteren übersteigt das Eigenkapital der Gemeinde die vorgegebene Zielgrösse, und die Gemeinde Flawil ist tatsächlich schuldenfrei.

Keine Diskussion, kaum Gegenstimmen

Das Budget 2018 rechnet bei einem Umsatz von knapp 50 Millionen Franken mit einem Ertragsüberschuss von 214100 Franken. Mit vergleichbaren Überschüssen rechnet der Gemeinderat auch in den nächsten Jahren. Die anwesenden 251 Stimmberechtigten genehmigten diskussionslos und mit wenigen Gegenstimmen den Voranschlag sowie den Steuerantrag. Der Gemeindesteuerfuss liegt neu bei 140 Prozent, der Grundsteuerfuss unverändert bei 0,8 Promille. Ebenfalls nur Vereinzelte stimmten gegen den Ergänzungskredit für die Realisierung des Wasserbauprojekts «Töbeli» von 2,2 Millionen. Rund 7,3 Millionen Franken hatte die Bürgerschaft bereits 2010 für dieses Projekt bewilligt. Die erste Bauetappe soll im nächsten Jahr ausgeführt werden.

Trinkgelegenheit am Bahnhof

Als Anregung, nicht als Antrag, brachte Arnold Schaltegger in der «Allgemeinen Umfrage» den Wunsch an, am neugestalteten Bahnhofplatz einen Trinkbrunnen/Trinkwasserhahn zu platzieren. Eine Idee, die beim Gemeinderat durchaus Anklang findet.

Erwin Graf äusserte sich seinerseits kritisch über das geplante Parkplatzregime im Bereich Enzenbühlstrasse und Kirche. Er befürchtet Suchverkehr in den Quartieren. Die Frage, wie die Gemeinde den Bedürfnissen der Nutzer besser gerecht werden könnte, blieb jedoch ohne verbindliche Antwort. Obwohl budgetiert, ist der Parkplatzbau «Zielweg» nicht definitiv geplant. Es falle nicht leicht, die Wiese durch Asphalt zu ersetzten, sagte Metzger. Eine Alternative könnten die projektierten Parkplätze am Kapellenweg sein. Zumal sie tagsüber eher wenig genutzt würden.

Toni Vescoli beim Zahnarzt statt auf der Bühne

Den heuer mit 1559 Franken dotierten Flawiler Preis erhielt, nebst Urkunde und Skulptur, der Flawiler Werklehrer Dani Müller für sein langjähriges ehrenamtliches kulturelles Wirken. Dieser bedankte sich mit Toni Vescolis «s’Bürgerlied» aus dem Jahre 1979, dessen Inhalt für ihn stets wegweisend gewesen sei. Vescolis stimme klang ab Vinyl-Single. Dabei wäre er nach Flawil eingeladen gewesen. Er habe leider absagen müssen – wegen eines Zahnarzttermins in Zürich, wie Dani Müller sagte.