Flawil budgetiert rote Null

Die Gemeinde Flawil legt für nächstes Jahr bei gleichbleibendem Steuerfuss von 149 Prozent ein ausgeglichenes Budget von 51, 5 Mio. Franken vor. Investiert werden sollen 9, 5 Mio. Franken.

Merken
Drucken
Teilen

FLAWIL. Die Bürgerversammlung vom Dienstag, 24. November, wird zahlenlastig werden. Einziges Traktandum ist das Budget für das Jahr 2016. Der Gemeinderat unterbreitet einen ausgeglichenen Voranschlag. Für das Jahr 2016 ist weder ein grosses Defizit noch ein grosser Gewinn absehbar. Bei einem Aufwand von 51,54 Mio. Franken und einem Ertrag von 51,53 Mio. Franken beträgt das Defizit rund 10 000 Franken, ein Fehlbetrag von 0,02 Prozent. Der grösste Ausgabenposten ist der Personalaufwand mit 23,7 Mio. Franken. An Steuereinnahmen sind 30,2 Mio. Franken zu erwarten. Der Steuerfuss von heute 149 Prozent soll auch im nächsten Jahr gelten.

Tiefere Beiträge des Kantons

Wie andere Gemeinden ist auch Flawil finanziell unter Druck. Es war deshalb für Gemeinderat und Verwaltung nicht einfach, ein Budget mit einer roten Null zu erstellen, teilt die Ratskanzlei mit. «Infolge mehrerer externer Faktoren muss die Gemeinde gegenüber dem Vorjahr rund 600 000 Franken tiefere Kantonsbeiträge in Kauf nehmen. Dahinter stecken komplizierte Mechanismen des Finanzausgleichs mit ebenso komplizierten Begriffen wie Ressourcen-, Sonderlasten- und Steuerfussausgleich. Trotzdem ist es gelungen, ein ausgeglichenes Budget zu erarbeiten.»

Infrastruktur in Schuss halten

Auch wenn der finanzielle Spielraum eng ist: Die Gemeinde will die Infrastruktur in Schuss halten und sie nicht zulasten späterer Generationen vernachlässigen. Im nächsten Jahr sind 9,5 Mio. Franken an Investitionen geplant, wovon 3,3 Mio. Franken neue Investitionen sind. 46 Prozent der Investitionen werden mit Steuergeldern finanziert. Der grössere Rest geht zulasten der Spezialfinanzierungen der Feuerwehr und der Abwasserbeseitigung. Diese Ausgaben werden über Gebühren und Abgaben finanziert, belasten also den Gemeindehaushalt nicht.

Verschuldung über 200 Prozent

Die grössten Investitionsvorhaben sind: Sanierung Entwässerungssystem Töbeli 3,0 Mio., Bau Feuerwehrdepot 1,4 Mio., Strassenbauprogramm 0,8 Mio., Sanierung Schulhaus Feld 0,7 Mio. und Kanalsanierungen 0,6 Mio.

Wie entwickeln sich die öffentlichen Finanzen in den nächsten Jahren? Der Finanzplan der Gemeinde für die Jahre 2017 bis 2020 rechnet in den ersten beiden Jahren mit Ertragsüberschüssen von rund 250 000 Franken und in den letzten beiden Jahren mit Aufwandüberschüssen von gegen 100 000 Franken. Dank des Eigenkapitals von 3,9 Mio. Franken ist dies, laut Auffassung des Gemeinderats, gut verkraftbar. Grosser Wachsamkeit bedarf allerdings die Verschuldung. Sie wird aufgrund der geplanten Investitionen den Alarmwert von 200 Steuerprozenten überschreiten. Diese Verschuldung ist jedoch geplant und zeitlich befristet, heisst es in der Mitteilung des Gemeinderats weiter. «Sie wird in den nachfolgenden Jahren durch Zurückhaltung bei den Investitionen wieder reduziert.»

Technische Betriebe positiv

Die Technischen Betriebe rechnen für das Jahr 2016 mit einem Einnahmenüberschuss von 500 000 Franken. Diesen werden sie als gemeindeeigener Betrieb an den Gemeindehaushalt abliefern. Das Budget sieht fürs 2016 einen Aufwand von 17,8 Mio. Franken und einen Ertrag von 18,3 Mio. Franken vor. Die Investitionen betragen rund 2 Mio. Franken, wovon 500 000 Franken investiert werden. (rkf)

Die Verschuldung von neuerlich über 200 Steuerprozenten soll durch Zurückhaltung bei künftigen Investitionen wieder reduziert werden.

Die Verschuldung von neuerlich über 200 Steuerprozenten soll durch Zurückhaltung bei künftigen Investitionen wieder reduziert werden.