FLAWIL: Bohrung bis in sieben Meter Tiefe

Beim Isnyplatz wurden diese Woche neue Gasleitungen verlegt. Da diese unter einem Abwasserkanal durchführen, kam bei den Arbeiten ein Spezialbohrer zum Einsatz.

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Ein Mitarbeiter der Technischen Betriebe Flawil begutachtet den Fortschritt der Arbeiten bei der Verlegung der Gasleitung. (Bild: Gianni Amstutz)

Ein Mitarbeiter der Technischen Betriebe Flawil begutachtet den Fortschritt der Arbeiten bei der Verlegung der Gasleitung. (Bild: Gianni Amstutz)

Bei der Benz AG in der Nähe des Isnyplatzes in Flawil befand sich diese Woche eine unscheinbare kleine Baustelle. Kaum vorstellbar, dass von dort aus Bohrungen in einer Tiefe von siebeneinhalb Metern unter dem Strassenbelag durchgeführt worden sind. In den vergangenen Tagen hat sich ein Spezialbohrer rund 100 Meter weit bis zum Standort des ehe­maligen Kiosks durch den Boden gegraben. Grund für diese Massnahme ist die Verlegung neuer Gasleitungen.

«Damit der Bahnhofplatz gebaut werden kann, muss die Gasleitung angepasst werden. Da die Leitungen nicht unterbrochen werden können, wird eine grossräumige Umgehung über die Weideggstrasse gebaut. Diese wird beim Isnyplatz mittels einer Bohrung gemacht», erklärt Urs Haaf, Geschäftsführer der Technischen Betriebe Flawil.

Tiefe der Bohrung kein Problem

Damit sollen organisatorische Konflikte beim Bau des neuen Kreisels, welcher in den kommenden Jahren gebaut werden soll, verhindert werden. Damit durch die Arbeiten keine grös­seren Verkehrsbehinderungen entstanden, errichtete man die Baustellen am Strassenrand.

Dass man die Gasleitungen in einer Tiefe von siebeneinhalb Metern verlege, habe damit zu tun, dass beim Isnyplatz ein grosser Abwasserkanal unter der Strasse verlaufe, erklärt der Geschäftsführer der Technischen Betriebe Flawil. Probleme oder besondere Herausforderungen entstünden dadurch jedoch keine. «Letztlich spielt es für die Bohrung praktisch keine Rolle, in welcher Tiefe diese durchgeführt wird.»

Spezialwerkzeug im Einsatz

Ausgeführt wurden die Arbeiten von der Firma Schenk aus Heldswil im Kanton Thurgau. Das Unternehmen ist spezialisiert auf Horizontal-Bohrungen unter der Erde. Mit einem Spezialbohrer wird vorerst eine Pilotbohrung vorgenommen. Der Bohrkopf kann dabei in verschiedene Richtungen bewegt werden, die innerhalb der Biegefähigkeit des Bohrgestänges liegen. Nach Fertig­stellung der Pilotbohrung wird der Bohrkopf entfernt und ein spezieller Aufweitkopf angebracht.

Durch Zieh- und Drehbewegungen wird der Kanal der Pilotbohrung auf den gewünschten Durchmesser ausgeweitet. Die zu verlegende Leitung wird dabei hinter dem Aufweitkopf nachgeführt und eingezogen. Der Vorteil dieser Methode ist, dass die Leitungen grabenlos verlegt werden können.

In einer zweiten Etappe sollen die Leitungen in der Weidegg­strasse verlängert werden. Erst dann folgt die Inbetriebnahme der neu verlegten Gasleitungen. Läuft alles planmässig, soll dies noch vor dem Winter geschehen. Die Kosten für die Unterquerung belaufen sich auf rund 50 000 Franken.

 

Gianni Amstutz

gianni.amstutz@wilerzeitung.ch