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FLAWIL: Bewusster leben lernen

Das Fasten hat am Aschermittwoch begonnen. Aber nicht überall in Flawil. Dort wird ab Sonntag, 11. März, eine ökumenische Fastenwoche angeboten. Organisatorin Rita Knüsel über den Zweck des Verzichts.
Angelina Donati
Wer fastet, sitzt vor einem leeren Teller. Erlaubt hingegen sind reichlich Wasser und Tee. (Bild: Andrea Häusler)

Wer fastet, sitzt vor einem leeren Teller. Erlaubt hingegen sind reichlich Wasser und Tee. (Bild: Andrea Häusler)

Angelina Donati

angelina.donati

@wilerzeitung.ch

Ob auf Essen zu verzichten, mit dem Rauchen zu pausieren, die Finger von den Süssigkeiten zu lassen oder das Handy wegzulegen: Die Vorsätze, die sich viele Menschen für die Fastenzeit nehmen, könnten unterschiedlicher nicht sein. Gemeinsam haben sie allerdings, dass sie von Aschermittwoch bis Ostern, also 40 Tage lang, eingehalten werden sollten.

Gefastet wird auch in Flawil. Es ist längst zur Tradition geworden, dass die Seelsorgeeinheit Magdenau eine ökumenische Fastenwoche anbietet. Es ist nun die zweite Durchführung, die unter der Leitung von Rita Knüsel stattfinden wird. Sie ist langjährige Krankenschwester und heute Seelsorgerin. Beginn ist am Sonntag, 11. März. «Es geht weit um mehr als das körperliche Befinden», sagt die Flawilerin. Denn es sei eine Reinigung von Körper und Seele.» Wiederum treffen sich die Teilnehmenden jeden Abend in der Woche zum Austausch und berichten über ihr Wohlbefinden und ihre Erfahrungen. «Zu wissen, wie es anderen dabei ergeht, kann sehr hilfreich sein. Auch das Durchstehen gelingt womöglich besser in der Gruppe als alleine.»

Verantwortung übernimmt jeder selbst

Die Organisatorin unterscheidet zwei Formen von Fasten: Das Vollfasten und das Teilfasten. Zum Teilfasten etwa gehöre das «Freimachen» von Genussmitteln, Social Media, TV-Konsum oder einschränkende Gewohnheiten. Teilfasten eigne sich auch für Leute, die nicht vollständig auf Nahrung verzichten wollen und einmal pro Tag pürierte Kost zu sich nehmen. Beim Vollfasten hingegen braucht es eine entsprechende Vorbereitung, wie Rita Knüsel sagt. Wichtig sei auch, dass jeder selbst die Verantwortung für sich übernehme. Zur Anmeldung gehört deshalb ein Formular, das vom Teilnehmer unterschrieben werden muss. Damit das Entgiften gelinge, werde der Darm ein paar Tage vor der Fastenwoche mit Glaubersalz aus der Drogerie oder einem speziellen Abführtee schonungsvoll entleert. «Das zügelt den Appetit und lässt die Hungergefühle nicht gleich wieder aufkommen.» Auch Rauchern oder Kaffeetrinkern empfehlen Rita Knüsel und ihre Mitorganisatoren, den gewohnten Konsum vorab bereits etwas zu reduzieren.

Körper und Seele reinigen

Während der Fastenwoche trinken die «Vollfaster» rund zwei Liter Tee oder Wasser oder auch verdünnte Frucht- oder Gemüsesäfte. «Damit mein Blutdruck nicht sinkt, esse ich am Mittag jeweils eine leichte Gemüsebouillon», erzählt die Organisatorin. «Jeder muss aber für sich selber herausfinden, was ihm gut tut.» In seltenen Fällen komme es vor, dass Teilnehmende die Fastenwoche aus gesundheitlichen Gründen abbrechen müssen. Grundsätzlich aber könne der bewusste Verzicht vielerlei positive Auswirkungen auf das Wohlbefinden haben. «Es fühlt sich an wie ein Neuwerden.» Nebst dem, dass womöglich das eine oder andere Kilo purzle, werden der Körper wie auch die Seele gereinigt. «Am schwierigsten sind die ersten zwei Tage.» Danach aber spüre man förmlich, dass man dem Körper damit etwas Gutes tue und komme zudem auf andere Gedanken. Gedanken, die sich vom Alltag loslösen.

Sanft in den Alltag zurückfinden

Als positiven Effekt beschreibt die Organisatorin vor allem auch die Nachhaltigkeit der Fastenwoche. Die Mahlzeiten nach dem Verzicht werden nämlich im Vergleich zu vorher plötzlich viel bewusster, daher langsamer und genussvoller eingenommen. «Genauso wichtig wie die langsame Abbauphase vor dem Fasten ist aber auch das langsame Wiederaufbauen», betont sie. Sobald der sanfte Start in den Alltag geglückt ist, steht einer allgemein geschärften Betrachtungsweise nichts mehr im Wege.

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