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FLAWIL: Bei Firmen geht es um Menschen

Seit bald 20 Jahren ist Erika Schiltknecht als Leiterin des Jung-Unternehmer-Zentrums Flawil tätig. Kamen vorerst fast keine Handwerker, haben die Beratungen stark zugenommen. Erika Schildknecht erklärt, weshalb.
Zita Meienhofer
Erika Schiltknecht ist Leiterin des Jung-Unternehmer-Zentrums am Standort Flawil und Geschäftsführerin des Trägervereins. (Bild: Zita Meienhofer)

Erika Schiltknecht ist Leiterin des Jung-Unternehmer-Zentrums am Standort Flawil und Geschäftsführerin des Trägervereins. (Bild: Zita Meienhofer)

Der Dienstleistungssektor schwingt obenaus in der Grafik des Jung-Unternehmer-Zentrums (JUZ), auf der die Entwicklung der Beratungen der einzelnen Branchen seit 2004 dargestellt ist. Seit der Gründung des Trägervereins Jung-Unternehmer-Zentrum im Jahr 2000 können sich Interessierte, die in die Selbstständigkeit treten wollen, an einem der Standorte des JUZ in Flawil, Gossau, Wil und Wattwil beraten und begleiten lassen, von Aussenstehenden erfahren, ob die Idee überhaupt machbar und finanzierbar ist, oder Tipps erhalten. Warum der Dienstleistungssektor an der Spitze liegt, dafür hat Erika Schiltknecht, Zentrumsleiterin des Jung-Unternehmer-Zentrums und Geschäftsführerin des Trägervereins, eine Erklärung: «In diesem Bereich kann mit geringen Mitteln gestartet werden. Ein Büro, ein PC und das Know-how genügen.» Im Bereich Dienstleistungen wurde der Höchststand von 44 Prozent im Jahr 2004 erreicht, mit 37 Prozent am wenigsten waren es im 2013.

Die Hälfte der Handwerker hat die Nachfolge zu regeln

Ganz anders zeigt die Kurve in der Grafik bei den Handwerkern. Da muss beim Firmenstart Kapital vorhanden sein, da muss in Maschinen, Materialien und meist mehr als in ein Büro investiert werden. Die Anzahl der Beratungen in diesem Bereich hat seit 2004 stark zugenommen. Lag der Prozentsatz beim Start des JUZ bei beinahe null Prozent, sind es heute 26 Prozent, die das Zentrum aufsuchen. Das JUZ musste sich vorerst einen Namen schaffen, bis die Handwerker kamen. «Und», fügt Erika Schiltknecht hinzu, «etwa die Hälfte dieser Beratenden befassen sich mit der Nachfolgeregelung». Es sei zwar nicht wissenschaftlich belegt, sagt sie, doch erkläre sich wohl die hohe Anzahl dieser aktuellen Nachfolgeregelungen damit, dass die Baubranche vor etwa 35 Jahren stark boomte, etliche Firmen gegründet wurden und diese Chefs heute bald in den Ruhestand treten.

Bei der Nachfolge geht es um Arbeitsplätze

Die Begleitung dieser Nachfolgereglungen beurteilt die Zentrumsleiterin als wichtig, da im Unterschied zu Neugründungen Mitarbeiter betroffen sind und Arbeitsplätze erhalten werden müssen. «Sie sind auch aufwendig», so Schiltknecht. Vorerst wird geklärt, ob der Verkaufspreis, die Konditionen realistisch sind. Oft erlebt sie, dass es den noch aktuellen Patrons wichtig ist, dass die Firma erhalten bleibt, und diese deshalb Kapital stehen lassen oder als Götti auftreten. Zudem sei den jetzigen Firmeninhabern bewusst, dass es schwierig sei, einen neuen Geschäftsinhaber zu finden. Erika Schildknecht verschweigt nicht, dass die Führung eines Handwerkerbetriebes vielfach unterschätzt wird. «Den Unternehmern bläst schon oft ein zügiger Wind um die Ohren, da geht nicht alles geradeaus», so Schiltknecht. Ein Chef müsse viel Zeit in die Führung eines Betriebes stecken, es sei kein Acht-Stunden-Job. Hinzu komme die Tatsache, derer sich viele nicht bewusst seien, dass Entscheidungen alleine gefällt werden müssen, vor allem auch belastende. Letztlich erwähnt sie den administrativen Aufwand. Auch ein Bereich, den viele Jungunternehmer nicht richtig einschätzen können. «Viel mehr als früher kommen Handwerker nur noch zu Grossaufträgen, wenn sie vorerst eine komplexe Offerte abliefern – und meist eine Absage erhalten. Es ist Knochenarbeit, bis ein Unternehmer zu einem Auftrag kommt.» Deshalb betont Erika Schiltknecht immer wieder, wie wichtig es ist, wenn ein Jungunternehmer in ein gut funktionierendes Netzwerk eingebettet ist und es pflegt.

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