Flawil: Anwohner wehren sich gegen 5G-Antenne

An der Waisenhausstrasse in Flawil soll eine neue Mobilfunkantenne erstellt werden. Das passt nicht allen.

Katja Brütsch
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Eine 5G-Antenne wird installiert.

Eine 5G-Antenne wird installiert.

Bild: Keystone/Peter Klaunzer

An der Waisenhausstrasse in Flawil soll eine bestehende Telekommunikationsantenne mit der neuen 5G-Technologie ausgerüstet werden. Seit Mitte Mai liegt das Baugesuch auf, die Einsprachefrist läuft bis Pfingstmontag. Alle Personen, die in einem Radius von 1146 Meter um die Antenne wohnhaft sind, können Einspruch erheben. In unmittelbarer Nähe, an der Waisenhausstrasse 10 und 12, leben die Mitglieder der Wohnbaugenossenschaft Casaverde.

Maria Walser, Bewohnerin der Casaverde, organisierte mit weiteren Mitstreiterinnen Sammel- und Einzeleinsprachen. Ihre Argumente und Forderungen sind eindeutig. «Wir machen uns Sorgen um unsere Gesundheit sowie die elektromagnetischen Auswirkungen auf die Natur und die Umwelt», sagt sie. Mangelnde Forschungsergebnisse und fehlende Langzeitstudien bekräftigen die Sorgen der 5G-Gegner in Flawil. Hinzu kommen eine unzureichende Informationslage und vermeintliche Schlupflöcher in der Rechtslage.

Unterstützung aus der Nachbarschaft

Maria Walser ist mit ihren Bedenken nicht allein. In der Nachbarschaft wird die Informationskampagne, an deren Spitze Maria Walser zusammen mit Stefanie Montagna steht, unterstützt. Gemeinsam bemüht man sich um eine Ablehnung oder Sistierung des Baugesuchs. «Um unsere Anliegen einfacher zugänglich zu machen, haben wir Sammelunterschriftenbögen und eine Vorlage für eine Einzeleinsprache bereitgestellt», sagt Walser.

Diese werden gesammelt und bei der Gemeinde Flawil eingereicht. «Nach Ablauf der Einsprachefrist werden die Einsprachen durch den Kanton und die Gemeinde geprüft», erklärt Markus Scherrer, Informationsbeauftragter der Gemeinde Flawil. Über die Einsprachen entscheiden wird die Bau- und Infrastrukturkommission.

Diese habe sich bei Baugesuchen jedoch an die gesetzlichen Rahmenbedingungen zu halten. Ein Baugesuch ist zu bewilligen, wenn im öffentlichen Recht keine Hindernisse festgehalten sind. Walser rechnet nicht mit einer Bewilligung des Baugesuches. «Wäre dies aber der Fall, hängt das weitere Vorgehen von der Begründung der Behörden ab», sagt sie. Als nächste Möglichkeit biete sich ein Rekurs beim Verwaltungsgericht des Kantons.