FLAWIL: Allgäuer Sand als Gastgeschenk

20-jährig ist die Partnerschaftsvereinbarung zwischen Flawil und Isny, viel älter aber die grenzüberschreitende Freundschaft. Beides wurde am Samstag gefeiert – mit gegenseitigen Dankesworten und einer Spielplatzidee.

Andrea Häusler
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Am «Krone»-Stammtisch wurde die Basis für die Städtepartnerschaft gelegt. V. l. Toni Keller, Horst Steinhauser (Mitbegründer Partnerschaftsverein, Isny), Werner Muchenberger (ehem. Gemeindepräsident, Flawil), Manfred Behrning (ehem. Bürgermeister, Isny), Elmar Metzger (Gemeindepräsident, Flawil), Rainer Magenreuter (Bürgermeister, Isny). (Bilder Andrea Häusler)

Am «Krone»-Stammtisch wurde die Basis für die Städtepartnerschaft gelegt. V. l. Toni Keller, Horst Steinhauser (Mitbegründer Partnerschaftsverein, Isny), Werner Muchenberger (ehem. Gemeindepräsident, Flawil), Manfred Behrning (ehem. Bürgermeister, Isny), Elmar Metzger (Gemeindepräsident, Flawil), Rainer Magenreuter (Bürgermeister, Isny). (Bilder Andrea Häusler)

Andrea Häusler

andrea.haeusler@wilerzeitung.ch

Eine Festschrift in Buchform, vor Ort geprägte Jubiläumsmünzen, St. Galler Bratwürste, Rahmenprogramme für Klein und Gross, musikalische Unterhaltung und keine individuellen Ansprachen. Das Jubiläumsfest «20 Jahre Gemeindepartnerschaft Isny-Flawil» gestaltete sich so, wie die Verbindung der beiden Städte gelegt wird: kreativ, unkompliziert, freundschaftlich. Jan Rübsam, Vorsitzender des Partnerschaftskreises Isny-Flawil sprach im Lindensaal denn auch von vielen «Tandems»: das gemeinsame Vorwort in der Festschrift etwa. Der Teamgedanke spiegelte sich letztlich auch in der Stammtischrunde, die auf der Lindensaalbühne zusammengefunden hatte – an jenem Tisch aus der Flawiler «Krone», an dem Exponenten der Gewerbe-und Wirtevereine einst die Basis für die später verbriefte Partnerschaft gelegt hatten. Nun sass hier Toni Keller, der Sohn des 1995 verstorbenen Förderers der Beziehung Flawil-Isny, und erinnerte daran, dass an der Gewerbeausstellung von 1990 schon Gedenkmünzen geprägt worden seien: «Mit dem Ritter von Burgau und dem Isny-Wappen.» Neben ihm hatte sich Horst Steinhauser, der Vorgänger von Jan Rübsam niedergelassen. Und auch der frühere Flawiler Gemeindepräsident Werner Muchenberger, der von einer «international verknüpften Gemeinde mit einem Standbein in der EU» sprach. Manfred Behrning, ehemaliger Bürgermeister von Isny, bezeichnete die Beziehung zu Flawil als besondere. Obwohl Partnerschaften mit umliegenden Ländern nach dem Krieg usus und verbreitet gewesen seien. Flawils Gemeindepräsident Elmar Metzger hob hervor, wie wichtig es sei, sich nicht von den aktuellen Trennungstendenzen wie Grenzzaun- oder Mauer­bauten einnehmen zu lassen. Freundschaften gelte es zu pflegen, auch wenn sie aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr notwendig seien. Hierfür eigneten sich Rituale, sagte der amtierende Isnyer Bürgermeister Rainer Magenreuter. Das Kinder- und Heimatfest etwa, an dem Hans Staffes Wagen jeweils von Jan Rübsam und Andreas Koller gezogen werde, die Isnyer Schlossweihnacht und, umgekehrt, die Flawiler Bundesfeier.

Magenreuter legte schliesslich den Grundstein für ein weiteres gemeinsames Element. Isny hatte einen Robinsonspielplatz gebaut. Für ein gleiches Projekt in Flawil schenkte er Elmar Metzger einen Sack Sand, während Horst Steinhauser einen Scheck über 500 Franken dazulegte. Und Elmar Metzger? Der könnte sich etwas Abenteuerliches am Eisbahnweg gut vorstellen.