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Flamingos bevorzugen die Weite

Sie sind der Trend in diesem Sommer: XXL-Luftmatratzen in allen Farben und Formen. In den Freibädern in Uzwil, Oberuzwil, Flawil und Degersheim erblickt man sie aber kaum. Erlaubt wären sie ohnehin nicht überall. Ein ganz anderes Problem stellt aber die Badeanstalten vor Herausforderungen.
Angelina Donati
Flamingo oder Melone – diesen Sommer sind die Luftmatratzen nicht nur bunt, sondern auch übergross. In Badeanstalten sind die Schwimmtiere bislang kaum gesichtet worden. (Bild: Getty)

Flamingo oder Melone – diesen Sommer sind die Luftmatratzen nicht nur bunt, sondern auch übergross. In Badeanstalten sind die Schwimmtiere bislang kaum gesichtet worden. (Bild: Getty)

Ob ein übergrosses Einhorn, ein Flamingo in knalligem Pink, ein belegtes Pizzastück oder ein angeknabberter Donut. Derzeit haben die aufblasbaren Schwimmtiere im XXL-Format Pools, Seen und das Meer regelrecht für sich eingenommen. Mit ihnen hat der Besitzer die ungeteilte Aufmerksamkeit der anderen Badegäste. Ein Badeplausch, der bei Klein und Gross für Begeisterung zu sorgen scheint.

Doch die modische Erscheinung kommt nicht überall gleich gut an. So werden solche Luftmatratzen von Badegästen durchaus auch als Störfaktor wahrgenommen. Zumal die Gefahr besteht, dass durch die Dimensionen der Plastiktiere Schwimmende leicht übersehen werden könnten. Wie wird mit dieser Situation in den Badeanstalten in der Region Uzwil/Flawil umgegangen? Eine Umfrage zeigt, dass die Flamingos & Co. die Gemeinden Uzwil, Oberuzwil, Flawil und Degersheim bislang nicht erobert haben. Oder zumindest noch nicht.

Im Schwimmbecken nicht erlaubt

«Der Trend scheint bei uns bereits schon wieder vorbei zu sein. Hier in Degersheim sind wir der Zeit eben voraus», sagt Silvio Schnyder, Badmeister von Degersheim, mit einem Augenzwinkern. Erst einmal habe er ein aufblasbares Einhorn auf der Wiese in der Anlage gesichtet. Mit Wasser sei es allerdings nicht in Berührung gekommen. «Mit diesen Grössen wäre es sowieso nicht möglich, die Matratzen ins Becken zu nehmen», sagt er. Im gesetzten Fall müsste er intervenieren. Unabhängig der Grösse und Form seien Luftmatratzen im Schwimmbecken aber sowieso nicht erlaubt.

Auch im Freibad Böden Flawil sind die aufblasbaren Schwimmtiere so gut wie noch nie aufgetaucht und daher kein Thema. Im Nicht-Schwimmer-Becken hingegen ist das Planschen mit kleinen Matratzen zulässig, wie von der Badi zu erfahren ist.

Zwei Wochen lang unbenutzt im Schliessfach

Hans Salzmann ist Badmeister im Freibad in Oberuzwil. (Bild: Angelina Donati)

Hans Salzmann ist Badmeister im Freibad in Oberuzwil. (Bild: Angelina Donati)

Seltenheitswert haben die tierischen Besucher aus Plastik auch im Freibad im Ghürst in Oberuzwil. Auf die Frage, wie viele Einhörner sich «verirrt» hätten, überlegt Badmeister Hans Salzmann kurz und sagt: «Ein Einziges war hier.» Dann, etwa zwei Wochen lang, blieb es unbenutzt im Schliessfach liegen. Lange habe es aber sowieso nicht gehalten, das Material war schnell beschädigt und somit die Luft wieder draussen. «Ohnehin habe ich den Eindruck, dass der Spass jeweils rasch wieder vorbei ist», sagt Salzmann.

Im Nicht-Schwimmer-Becken dürften zwar auch die besagten überdimensionalen Luftmatratzen mit ins Wasser genommen werden, allerdings haben die Badegäste bislang nicht gross davon Gebrauch gemacht. Die bereits von der Badi zur Verfügung gestellten «Teller» und Matten würden wohl für ausreichend Badeplausch sorgen.

Dabei würden die mitgebrachten Luftmatratzen sogar vom Badmeister durch einen Kompressor mit Luft aufgepumpt. «Das ist ein Dienst an unsere Gäste. Und eine Vorsorgemassnahme, damit uns niemand beim Aufblasen krepiert.»

Kein Mittel gegen ewig leidiges Thema

Während die XXL-Luftmatratzen die Badis in der Region offenbar vor keine Herausforderungen stellen, wird hingegen rundherum über ein ewig leidiges Thema geklagt: «Viele Leute duschen nicht, bevor sie sich ins Schwimmbecken begeben», sagt Hans Salzmann. Diesen Eindruck könnten zahlreiche Badmeister aus der Region bestätigen. Im März wurde Salzmann zum Präsidenten des Schweizerischen Badmeister-Verbands (SBV) Region Ost gewählt und steht mit seinen Berufskollegen in regelmässigem Austausch.

Selbst im Freibad in Oberuzwil, wo zusätzlich Duschanlagen mit Warmwasser zur Verfügung stehen, würde dieser Gang von vielen Badegästen einfach ausgelassen. «Sie haben schlicht keine Lust dazu», sagt Salzmann. Das Problem könnte mit einem Sensor an der Dusche rasch gelöst werden, zumindest theoretisch, sagt Salzmann. Dann nämlich würden die Gäste bei den Durchgängen zum Becken automatisch nass gespritzt. «Möglich ist dies aber natürlich nicht. Wir können ihnen das nicht zumuten. Ausserdem wäre es ein Eingriff in die Privatsphäre», erklärt Salzmann.

Die mangelnde Hygiene bleibe wohl auch künftig ein Dauerbrenner. Die Leute können einzig mit Schildern «Duschen obligatorisch» darauf aufmerksam gemacht oder persönlich durch den Badmeister zur Rede gestellt werden.

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