Fischer fluchen, die Fische freut's

OBERUZWIL. Der Bettenauer Weiher ist das grösste Seerosenreservat im Kanton St. Gallen. Nicht nur Spaziergänger freuen sich über die Wasserpflanze. Für die Tierwelt ist die Weisse Seerose ein gutes Versteck und eine interessante Ruhestätte.

Kristian Filipovic
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Weniger dicht als vor einigen Wochen, aber nach wie vor eindrücklich präsentiert sich der Seerosenteppich auf dem Bettenauer Weiher. (Bild: Andrea Häusler)

Weniger dicht als vor einigen Wochen, aber nach wie vor eindrücklich präsentiert sich der Seerosenteppich auf dem Bettenauer Weiher. (Bild: Andrea Häusler)

Wie ein schwimmender, grün-weisser Teppich überziehen derzeit Seerosen den Bettenauer Weiher. Nirgendwo im Kanton St. Gallen gibt es eine derart üppige Blatt- und Blütenpracht zu bewundern. «Die Seerose ist eine charismatische Pflanze, an der sich die Menschen erfreuen», sagt auch der Ebnat-Kappler Ökoberater Reto Zingg. «Ausser die Fischer. Die fluchen möglicherweise über so viel Grünzeug über und auch unter der Wasseroberfläche», mutmasst Eduard Huber, der Präsident des Vereins Pro Bettenauer Weiher.

Für die Tierwelt attraktiv

Was für die Fischer ein Fluch sein mag, freut umso mehr die Fische. «Diese können die Seerosen als Versteck nutzen», sagt Huber. Vor allem für die kleineren Fische sei dies nützlich. Auch für andere Tiere ist die Schwimmblattpflanze attraktiv, erklärt Reto Zingg: «Die Seerose ist eine interessante Ruhestelle für Wasserfrösche, Libellen und weitere Insekten, insbesondere zum Sich-Aufwärmen. Auch Küken von kleineren Wasservögeln können sie nutzen.» Der Bettenauer Weiher ist das grösste Seerosenreservat im Kanton St. Gallen. Seit Jahrzehnten blüht die Seerose dort stark.

Auf Abmähen wird verzichtet

«Früher hat man die Seerosen regelmässig abgemäht. Das machen wir heute nicht mehr», sagt Präsident Eduard Huber. Der Verein Pro Bettenauer Weiher kümmert sich um die Pflege und den Unterhalt des beliebten Naturschutz- und Naherholungsgebiets. Obwohl auf das Abmähen verzichtet wird, sei der Seerosenbestand relativ konstant. Das sei auch dokumentiert: «Wenn der aktuelle Wuchs mit Fotos von früheren Jahren verglichen wird, kann keine Veränderung festgestellt werden.» Sind die Seerosen verblüht und ihre Blätter verfault, sinken sie auf den Weihergrund.

Risiko einer Verlandung

«Die Seerose kann dann zu einem Problem werden, wenn es deswegen zu einer starken Verlandung kommt», sagt Reto Zingg. In Gewässern mit vielen Seerosen sei es wichtig, dass es freie Wasserstellen gibt. Gemäss Untersuchungen sei die Verlandung im Bettenauer Weiher minim und habe kaum Einfluss auf die Ökologie, erklärt Huber. Darum seien auch keine Massnahmen notwendig.

Bei der Weissen Seerose handelt es sich um eine einheimische Pflanze. Ihre Stiele werden bis zu drei Meter lang. Sie bevorzugt stehende Gewässer. Rosa- oder lilafarbenen Seerosen sind hybride Pflanzen.