Finanzierung nicht geregelt

Ob das Fernwärmenetz Bichelsee-Balterswil bis nach Wallenwil ausgebaut wird, ist noch unklar.

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Wallenwil. Die euphorische Stimmung über den geplanten Ausbau des Fernwärmenetzes bis nach Wallenwil hat sich bei der Bevölkerung und den Verantwortlichen der Gemeinde Eschlikon gelegt. Die Informationsveranstaltung der Firma Hebbag im vergangenen Januar, an der das EKT mit 80 Prozent beteiligt ist, stiess auf grosses Interesse. Gegen fünfzig Absichtserklärungen von Hausbesitzern wurden eingereicht.

Man versprach, das Projekt rasch voranzutreiben, damit die ersten Anschlüsse bereits im Herbst erfolgen könnten.

«Festpreis genügt nicht»

Heute – vier Monate später– weiss noch niemand wie es weitergeht. Auch wenn Daniel Stüssi, Projektleiter des EKT, bestätigt, dass sich fast täglich Interessierte nach dem weiteren Vorgehen erkundigen, wolle man erst orientieren, wenn die Vorfinanzierung des Projektes stehe.

Stüssi rechnet mit 1,8 Millionen Franken für die Investition des Projektes – das heisst für die nötige Infrastruktur, die Leitung von der Firma Brühwiler in Balterswil bis zum Siedlungsraum im südlichen Teil von Wallenwil und die Feinverteilung zu den anschlusswilligen Liegenschaftsbesitzern. Eine Million Franken sollte durch den Festpreis der Abnehmer bezahlt werden, den Rest durch Investoren oder Darlehen. Gespräche mit Wallenwil und dem EKT laufen, doch entschieden sei noch nichts, sagt Stüssi weiter.

Von Seiten der Gemeinde Eschlikon höre er Befürchtungen, dass die Finanzierung zu optimistisch gerechnet worden sei und der Festpreis für den Anschluss und die Unterhalts- und Betriebskosten nicht genügen.

Robert Meyer, Gemeindeammann von Eschlikon, bestätigt die Befürchtungen von Stüssi und untermauert diese mit dem Gutachten eines externen Spezialisten, der mit massiv höheren Investitionskosten rechne.

Unklar sei auch, wer die Kosten des Wärmeverlustes der 700 Meter langen Leitung bis zur Siedlungsgrenze übernehme. Meyers Fazit: «Das Risiko für den Gemeinderat ist im jetzigen Moment zu hoch, als dass sich die Gemeinde finanziell beteiligt oder das Projekt übernimmt.»

Antwort des EKT wird erwartet

Die Gemeinde Eschlikon sandte kürzlich das externe Gutachten mit der Frage, ob das EKT bereit sei, die Verlängerung des Netzes bis nach Wallenwil auf eigene Kosten zu übernehmen, an Siegfried Nufer des EKT.

Auf eine Antwort warte man bislang vergebens. Ärgerlich sei die Verzögerung auch für die geplante Sanierung der Stationsstrasse in Wallenwil, erklärt Meyer. Das Projekt habe man bisher verschoben. (rb.)