Fiala hat Durststrecke überwunden

TENNIS. Sie ist zurück auf dem Erfolgsweg. An den sehr gut besetzten Schweizer Meisterschaften der Aktiven in Biel setzte die Zuzwilerin Laura Fiala überraschend starke Akzente.

Marie-Theres Brühwiler
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Der Fiala-Tennis-Express rollt wieder in vollem Tempo. (Bild: Mario Gaccioli)

Der Fiala-Tennis-Express rollt wieder in vollem Tempo. (Bild: Mario Gaccioli)

Laura Fiala (N3.42) scheint ihre lange Durststrecke überwunden zu haben. An den hervorragend besetzten Schweizer Meisterschaften der Aktiven schaffte es die Zuzwilerin am vergangenen Wochenende in Biel überraschend bis in die Viertelfinals. «Mein Selbstvertrauen ist zurück und ich freue mich, dass sich damit auch die Erfolge wieder einstellen», erklärt Laura Fiala. Dass die Zuzwilerin in Biel die deutlich besser klassierte Westschweizerin Maëlle Imane Kocher (N3.25) mit 1:6, 7:6, 6:0 geschlagen hat, spricht für die wieder zurückgewonnene Stärke.

Ein gutes Bauchgefühl

Mit dem überraschenden Erstrundensieg war der Siegeshunger der 17-Jährigen indes noch nicht gestillt. In der zweiten Runde warf die Aussenseiterin gar die Nummer 12 der Schweiz und ehemalige Nummer 71 der Junioren-Weltrangliste, die 24-jährige Lisa Sabina (N2.12), aus dem Turnier.

«Ich hatte bereits vor diesem Spiel ein gutes Bauchgefühl», strahlt Laura Fiala nach ihrem 6:4, 0:6, 6:3-Sieg. Der Siegeszug der im letzten Moment in das Hauptfeld gerutschten Lucky Loser konnte schliesslich erst in den Viertelfinals durch die spätere Finalistin Conny Perrin (N1.7) gestoppt werden. Das Hoch von Laura Fiala kommt für Insider jedoch nicht ganz überraschend. Immerhin stand sie bereits im Juli im Finale eines internationalen ITF-Turniers.

«Mein Umfeld ist wieder optimal und das verleiht mir ganz einfach Flügel», freut sich Fiala, die während eineinhalb Jahren im Nationalen Leistungszentrum in Biel trainiert hat. «Ich habe mich in Biel nie richtig wohl gefühlt, war über die vielen Trainerwechsel sehr unglücklich und entsprechend schlecht waren meine Resultate.»

Bewusster geworden

Rückblickend habe sie zu lange in der unbefriedigenden Situation ausgeharrt. «Immerhin weiss ich nach diesem Abstecher, wie wichtig für mich ein optimales Umfeld ist», sinniert die Spielerin, die das Tenniseinmaleins bei Ralph Zepfel in Flawil erlernt hat und seit Januar wieder bei ihrem langjährigen Trainer in der Nationalen Elitesportschule Thurgau (NET) in Kreuzlingen trainiert.

Ihr schnelles offensives Spiel ist seit langem ihre Geheimwaffe und diese kann die Vize-Junioren-Schweizer-Meisterin nun wieder erfolgreich einsetzen. Laura Fiala weiss, dass es für Tenniserfolge sehr viel braucht. «Ohne Fleiss kein Preis», ist die Spielerin, die am liebsten auch im Training um Punkte spielt und in der NET neben ihrem langjährigen Trainer Zepfel mit Thomas Walter einen weiteren Erfolgstrainer zur Seite hat. «Thomas hat dieselbe strenge Linie wie Ralph und das gefällt mir ausgezeichnet.

» Viel zu verdanken habe sie aber auch Konditionstrainer Gregor Metzger. «Will man mental stark sein und Dreisatzspiele für sich entscheiden, so ist eine optimale Kondition Grundvoraussetzung», ist sie überzeugt.

Auch neben dem Court ehrgeizig

Die Zuzwilerin macht derzeit wie viele andere Tenniscracks ein Sprachfernstudium. Für die Trainings reist sie täglich nach Kreuzlingen und nützt die Zeit im Zug meist für Aufgaben.

Obwohl die Fürstenländerin von einer Karriere als Tennisspielerin träumt, hegt sie auch neben den Courts Ambitionen. «Am liebsten würde ich neben dem Spitzensport die Pädagogische Maturitätsschule in Kreuzlingen besuchen», so die aufschlagstarke Spielerin, die sich auf Auslandturnieren gerne von ihrem Grossvater begleiten lässt. «Wir sind ein gut eingespieltes Team», weiss die Enkelin des ehemaligen Spitzeneishockeyaners Jan Fiala.

Im Januar möchte die N3-Spielerin an den Junioren-Schweizer-Meisterschaften in Kriens gut abschneiden und im Verlauf des nächsten Jahres auch ihre aktuelle Position 713 auf der Junioren-Weltrangliste (ITF) verbessern sowie erste Erfahrungen auf der WTA-Tour sammeln. «Mein Weg wird sicher intensiv, aber Tennis ist ja auch meine Leidenschaft», schwärmt sie.

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