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Feuertaufe für den früheren Handballprofi: Roman Pfründer steht beim HC Flawil vor seiner ersten Saison als Headcoach

Roman Pfründer gibt am Samstag beim Saisonstart gegen Rheintal sein Début als Trainer der ersten Flawiler Mannschaft in der 2. Liga. Der frühere Spitzenhandballer von St. Otmar will eine Winnermentalität schaffen. Ohne Action kommt der 38-Jährige kaum aus – nicht nur beim Handball.
Tim Frei
Roman Pfründer gibt seinen Spielern taktische Anweisungen. (Bild: Ralph Ribi)

Roman Pfründer gibt seinen Spielern taktische Anweisungen. (Bild: Ralph Ribi)

Sich ja nicht zu stark unter Druck zu setzen, das lähmt nur. Dieser Satz ist im Sport weit verbreitet. Einer, der diese Ansicht vorlebt, ist Roman Pfründer, ehemaliger Spieler des NLA-Teams von St.Otmar.

Der neue Headcoach der ersten Mannschaft des Handballclubs Flawil stellt sich mit dieser Einstellung schützend vor seine Spieler.Sie ist auch der Grund, weshalb er kein Rangziel vorgegeben hat. Stattdessen will er «Spiel für Spiel nehmen, die Akteure besser machen, eine Winnermentalität schaffen und den Ligaerhalt schnellstmöglich erreichen».

«Ohne Oliver Gees hätte ich die Aufgabe nicht angenommen»

Einen Abstiegskampf wie in der vergangenen Saison möchte er nicht nochmals erleben. Pfründer war damals noch Spieler von Flawil, ergänzte aber gleichzeitig den Trainerstab um Headcoach Roger Koller. Der Weg des 38-Jährigen zum Trainer des Teams war damit schon vorgezeichnet.

Während Roman Pfründer seinen Spielern auf der Taktiktafel einen Spielzug erklärt, hört Oliver Gees (mit Brille) aufmerksam zu.

Während Roman Pfründer seinen Spielern auf der Taktiktafel einen Spielzug erklärt, hört Oliver Gees (mit Brille) aufmerksam zu.

In dieser Saison führt er die Mannschaft gemeinsam mit dem bisherigen Assistenztrainer Oliver Gees, den er schon lange kennt. «Ohne ihn hätte ich diese Aufgabe nicht angenommen», sagt Pfründer. Gees, der seit 37 Jahren Vereinsmitglied ist, betont: «Roman hat eindeutig die Hauptverantwortung.»

Zweimal im Halbfinal des Europacups

Seine erfolgreichste Zeit als Handballer erlebte Pfründer bei St.Otmar. Mit den St.Gallern qualifizierte er sich zweimal für den Halbfinal des Europacups.

Ein weiterer Erfolg in der Karriere des dreifachen Familienvaters ist der Meistertitel bei der U21 der St.Galler im Jahr 2002. Im Final besiegten sie Borba Luzern, für das damals der Schweizer Andy Schmid spielte, der heute zu den international besten Spielmachern zählt. Der beste Torschütze der damaligen Saison war aber Pfründer.

Markus Burger war der Coach, der ihn am meisten prägte

2010 hatte der Flawiler seine beste Phase. Unter dem österreichischen Trainer Markus Burger machte er einen grossen Sprung. «Er hat mir Vertrauen gegeben, was für mich sehr wichtig war», sagt Pfründer. Alle Spieler hätten eine faire Chance erhalten.

«Wir durften Fehler machen, ohne dass wir gleich auf der Bank Platz nehmen mussten.»

Burger war dann auch der Coach, der den Flawiler am meisten geprägt hat. «Im ersten Training begrüsste er jeden Spieler persönlich, obwohl er uns noch nie gesehen hatte. Das hat mir sehr imponiert.»

Rücktritt auf dem Zenit

Weshalb aber hörte Pfründer ausgerechnet auf seinem Höhepunkt auf? Mit 29 Jahren war er schliesslich im besten Handballalter. Pfründer, der bereits im Alter von 22 Jahren Vater wurde, sagt:

«Für mich war immer klar, dass ich mit dem Spitzensport aufhöre, sobald unser Sohn Lucien in die Schule kommt.»

Er wollte den neuen Lebensabschnitt seines ersten Kindes unbedingt miterleben und ihn dabei unterstützen.

Ohne Action kommt er nicht aus

Seine Teamkollegen fragten sich oft, wie Pfründer den Spitzensport mit sieben Trainings pro Woche und Auslandreisen, die Familie, seinen damaligen Job als Maler, und den Umbau des Hauses unter einen Hut brachte.Richtig erklären kann er das selbst nicht – zumindest nicht im ersten Moment. Das Entgegenkommen des Arbeitgebers erlaubte es ihm, die Trainings zu besuchen und auch an Spielen unter der Woche dabei zu sein.

«Wichtig war auch, dass meine Frau das mitgetragen hat.»

Ein entscheidender Punkt liegt aber bei Pfründer selber. Er ist ein Mensch, der über genügend Energie verfügt – und garantiert keiner, der die Beine am Strand hochlagert. «Bei mir muss immer irgendwie etwas los sein», sagt er. Und sei es nur, am Samstag den Rasen zu mähen.

Alle drei Kinder spielen Handball

Auch wenn er am Wochenende nicht im Einsatz steht, ist er meistens in der Halle anzutreffen. Er verfolgt dann die Spiele seiner zwei Söhne und der Tochter, die alle Handball spielen.

Das nächste Mal in der Flawiler Botsberghalle ist er spätestens am Samstag. Dann startet er ab 17 Uhr mit seinem Team in die 2.-Liga-Meisterschaft, erstmals als Headcoach.

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