Festival
Neun Acts in zwei Tagen: Das Openair Bütschwil wagt Neues – scheinbar mit Erfolg

Am vergangenen Wochenende fand die 18. Durchführung des Freiluft-Musik-Spektakels statt. Eine Premiere war, dass an zwei Tagen Livemusik gezeigt wurde.

Christoph Heer
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Am Freitagabend trat die Band Megawatt am Openair Bütschwil auf.

Am Freitagabend trat die Band Megawatt am Openair Bütschwil auf.

Bild: Christoph Heer

Bisweilen gab es für das Bütschwiler Partyvolk lediglich am Samstag Livemusik auf der Hauptbühne, auf der Sal-Wiese, hoch oben über dem Dorf. Am Freitag hatte jeweils das Barzelt mit einer Liveband geöffnet. Nun wagte das Organisationskomitee erstmalig eine zweitägige Sause daraus zu machen. Will heissen: Bereits am Freitagabend standen Bands auf der Freiluftbühne, die Festwirtschaft war in Betrieb und die Besucher tanzten in die Nacht hinein.

Roger Bachmann, OK-Präsident

Roger Bachmann, OK-Präsident

Bild: Christoph Heer

«Wir hatten diese Idee vom zweitägigen Open Air schon länger. Nun sagten wir uns, wer wagt, gewinnt und es schaut ganz danach aus, als wären wir auf der Siegerstrasse», sagte OK-Präsident Roger Bachmann am Freitagabend, während die Schweizer Mundart-Rock-Band Megawatt auf der Bühne stand.

Viele hundert Besucher, Gross und Klein, bewegten sich zur Musik, filmten mit ihren Smartphones und hatten Spass. Letzteres auch darum, weil es Petrus gut gemeint hat mit den Bütschwilerinnen und Bütschwilern. Denn nach anfänglichen, kurzen Regenschauern beliess er es mit frischen Temperaturen, doch Regen – und das war die Hauptsache – war keiner mehr in Sicht.

Erstmals gab es bereits am Freitagabend Livebands am Open Air.

Erstmals gab es bereits am Freitagabend Livebands am Open Air.

Bild: Christoph Heer

Zu gross, um familiär zu sein

Das OK und der Helferpool setzen sich aus vielen Freunden, Bekannten und Kollegen zusammen. OK-Präsident Roger Bachmann weiss, dass für die Technik externe Fachleute engagiert werden konnten. «Des Weiteren halfen beim Aufbau von Dienstag bis Freitag rund 25 Personen mit, während an den zwei Open-Air-Tagen rund 145 Helferinnen und Helfer im Einsatz standen.»

Hierbei von einem kleinen, familiären Open Air zu sprechen, würde dem Anlass nicht gerecht werden; zu bekannt ist es mittlerweile. So erstaunt es auch nicht, dass auf den Parkplätzen Autoschilder aus Luzern, Aargau, Zürich, Graubünden oder dem Thurgau auszumachen sind.

Es sind auch viele Einheimische angereist. Eine Gruppe aus Kirchberg und Mosnang vergnügt sich etwas abseits der Bühne, die Stimmung ist ausgelassen. Nebst benannten Megawatt standen am Freitag zudem Audiodelikt, Seemannsgarn und DJ Cekay auf der Bühne. Was dabei nicht fehlen durfte, sind grelle Lichtshows und fette Rauchschwaden.

Diese Gruppe aus Kirchberg und Mosnang feierte am Freitag in die Nacht hinein.

Diese Gruppe aus Kirchberg und Mosnang feierte am Freitag in die Nacht hinein.

Bild: Christoph Heer

Beruhigung nach dem Startschuss

Während des Festivals wurde sichtbar, wie viel Herzblut und Aufwand das OK in die Vorbereitungen gesteckt hatte. Für OK-Präsident Roger Bachmann wird es erst etwas ruhiger, wenn das Open Air gestartet ist. «Ich freue ich jeweils darauf, wenn es endlich losgehen kann. Dann kann auch ich es etwas geniessen und muss mich nicht mehr mit irgendwelchen Problemen herumschlagen», sagt Bachmann, der zum achten Mal als OK-Präsident fungiert.

Rund 2000 Besucherinnen und Besucher

Roger Bachmann zeigte sich zwei Tage nach dem Festival sehr zufrieden über den Verlauf des Openairs. Am Freitag seien gut 800 Besucherinnen und Besucher gekommen, am Samstag zwischen 1100 und 1200. Der OK-Präsident meinte, dass das Openair Bütschwil auch in Zukunft ziemlich sicher wieder am Freitagabend Musik auf die Bühne bringen werde: «Es ist sehr gut gelaufen», sagte er am Telefon. (ser)

Mehr Livemusik als je zuvor und das mit neun Schweizer Bands: Das Open Air in Bütschwil ist – nach Aussage von Roger Bachmann – ein Risiko eingegangen. «Es hat sich jedoch gelohnt», sagt er augenzwinkernd. Auch der Shuttlebus ist bei den Besuchern gut angekommen, denn für viele wäre der zwanzigminütige Aufstieg zum Festareal schon etwas herausfordernd gewesen.