Feste feiern statt auf Ziele schiessen

Die 300-Meter-Schiessanlage wurde vor drei Jahren stillgelegt. Der Sportschützenverein hat den Schiessstand zu einem Partyraum umgebaut und hauchte der Anlage neues Leben ein.

Melanie Graf
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DEGERSHEIM. Mit der Erschliessung des Baugebiets Fuchsacker im Jahr 2009 wurde auch die Hochspannungsleitung verlegt. Just zwischen Schützenhaus und den Zielscheiben der 300-Meter-Schiessanlage. Mit dieser Verlegung hätten die Schützen zwischen die Leitungen hindurch zielen müssen. Weil dies zu gefährlich war, musste der Schiessbetrieb für diese Schiessanlage stillgelegt werden. Und mit der Stilllegung der über 100jährigen Anlage verschwand auch der Schiesslärm. Die Anwohner atmeten auf. Das grosse Nachsehen hatten allerdings die Degersheimer Sportschützen.

«Etwas machen müssen»

Die Sportschützen zielen seither nur noch mit kleinkalibrigen Gewehren auf die Scheiben in der 50-Meter-Anlage, die der Verein vor rund 15 Jahren gebaut und vor wenigen Jahren saniert hat. Den brachliegenden 300-Meter-Schiessstand funktionierten die Mitglieder der Sportschützen in einen Partyraum um. Jakob Dohr, seit 20 Jahren Präsident der Sportschützen, sagt, man habe «etwas machen müssen». Die Mitglieder des Vereins wurden mobilisiert. «Vieles ist im Frondienst gemacht worden», sagt er weiter.

Raum vermieten

Rund 20 aktive Mitglieder zählt der Verein heute und leidet gemäss Dohr, wie so viele andere Vereine auch, an Mitgliederschwund. Aber mit Stolz verkündet Dohr, dass der Verein einen Olympiateilnehmer als Mitglied zählen dürfe: Marcel Bürge.

Bei einem Rundgang durch das Schützenhaus zeigt er auf die neuen Fenster und den neuen Boden im Schiessstand, die nun statt der offenen Front und der Läger zu sehen sind. Helles Tannenholz und der Schwedenofen verleihen dem Raum anheimelnde Gemütlichkeit. Vor rund zwei Jahren wurde der Raum fertiggestellt und von den Sportschützen für diverse Feiern vermietet.