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Fernwärme soll Öl und Gas ersetzen

Zwei Millionen Liter Heizöl und 4,7 Millionen Kubikmeter Erdgas pro Jahr sparen: Das will der Stadtrat durch die Erschliessung mit Fernwärme erreichen. Dafür beantragt er dem Parlament einen Projektierungskredit von 1,3 Millionen Franken.
Hans Suter
Beispiel einer Fernwärmeleitung: Im einen Stahlrohr fliesst das 90 bis 120 Grad heisse Wasser zu den Konsumenten (Industrie, Gewerbe, Schulen, Private usw.), im anderen mit etwa 50 Grad wieder zurück an die KVA. (Bild: Olaf Kühne)

Beispiel einer Fernwärmeleitung: Im einen Stahlrohr fliesst das 90 bis 120 Grad heisse Wasser zu den Konsumenten (Industrie, Gewerbe, Schulen, Private usw.), im anderen mit etwa 50 Grad wieder zurück an die KVA. (Bild: Olaf Kühne)

Bis ins Jahr 2050 möchte der Wiler Stadtrat erreichen, dass der gesamte Energiebedarf in der Stadt um 30 Prozent gesunken ist. Zudem sollen die verwendeten Energieträger so ökologisch wie möglich sein. Als geeignetes Mittel zur Zielerreichung wird die Fernwärme erachtet. «Fernwärme kann und soll Ölheizungen dereinst ganz ersetzen», sagt Stadtrat Daniel Meili, Vorsteher des Departements Versorgung und Sicherheit. Aber auch der Gasverbrauch soll deutlich reduziert und zugleich auf Biogas umgelenkt werden. Die konkrete Vorstellung lautet: «Fernwärme wird bis 2050 fast ein Drittel des Wärmebedarfs abdecken und dabei gemäss Energiekonzept in der Stadt Wil das Heizöl gänzlich und Erdgas teilweise ersetzen», erklärte Meili gestern an einer Medienorientierung.
Um die Stadt Wil – und optional auch Rickenbach, Wilen und Jonschwil sowie später auch Zuzwil – mit Fernwärme erschliessen zu können, ist eine Fortsetzung der Fernwärmeleitung vom Industriegebiet Stelz nach Wil in Planung. In Wil selber sind zwei Hauptäste vorgesehen. Der westliche führt zur kantonalen Psychiatrie St. Gallen Nord (und später auch Wil West), der östliche erschliesst die Schulanlagen Lindenhof und das Spital. Von diesen Ästen ausgehend können Industrie-, Gewerbe- und Wohnliegenschaften mit Fernwärme erschlossen werden.

Energiepotenzial des ZAB reicht auch in Zukunft

Das Wiler Fernwärmenetz basiert auf der Nutzung vorhandener Abwärme der Kehrichtverbrennungsanlage (KVA) Bazenheid. Aktuell werden 140000 bis 150000 Tonnen an Abfällen thermisch verwertet. Die gewonnene Energie in Form von je nach Bedarf 90 bis 120 Grad heissem Wasser (oder Dampf für die Industrie) reicht laut ZAB-Geschäftsleiter Claudio Bianculli für die Versorgung des Plangebietes gut aus. Was aber geschieht, wenn die Abfallmenge im Zuge ökologischer Bestrebungen sinkt? «Es reicht auch noch bei halb so grosser Abfallmenge wie heute», sagt Bianculli. Zudem habe der ZAB zwei weitere strategische Optionen. Zum einen die Steigerung der eigenen Energieeffizienz, zum anderen die Möglichkeit, Tiermehl der nebenan produzierenden TMF Extraktionswerk AG thermisch zu verwerten.

Bruttoinvestitionen von 50 Millionen Franken

Der Weg zur Fernwärme ist aber noch lang. Im Herbst will der Stadtrat dem Parlament einen Projektierungskredit von 1,3 Millionen Franken beantragen. Stadtrat Daniel Meili (FDP) bezeichnet dies als einen «gewichtigen Schritt vorwärts». Die Bruttoinvestitionen werden heute auf rund 50 Millionen Franken geschätzt, abzüglich Fördergelder. Ein Wärmepreis von 10,5 Rappen pro Kilowattstunde wird als realistisch erachtet, was bei einer Vollkostenrechnung mit Öl und Gas konkurrieren könne. Läuft alles rund, können die ersten Kunden im Jahr 2022 mit Fernwärme bedient werden.
In Kirchberg wird seit 10. Oktober 2017 Fernwärme angeboten. «Von 62 unterschriebenen Verträgen sind bis jetzt deren 27 umgesetzt», sagte Roman Habrik, Gemeindepräsident von Kirchberg, und hofft auf mehr.

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