Fernost lockt zum Abenteuer

UZWIL/WIL. Drei Pfadfinder aus Uzwil und Oberuzwil und ihre Leiterin Gisela Koller aus Wil reisen zum Weltpfadilager in Japan. Dieses dauert vom 28. Juli bis zum 8. August. Austausch und Solidarität mit anderen Kulturen stehen im Zentrum.

Kristian Filipovic
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Die Pfaderinnen und Pfader am Bahnhof Wil, wo sie gestern abend den Zug zum Flughafen nahmen (von links): Yannic Schnelli (Pepp) aus Uzwil, Lea Schneider (Frizza) aus Oberuzwil, Gisela Koller (Candy) aus Wil und Sascha Bollinger (Pajass) aus Oberuzwil. (Bild: Ursula Ammann)

Die Pfaderinnen und Pfader am Bahnhof Wil, wo sie gestern abend den Zug zum Flughafen nahmen (von links): Yannic Schnelli (Pepp) aus Uzwil, Lea Schneider (Frizza) aus Oberuzwil, Gisela Koller (Candy) aus Wil und Sascha Bollinger (Pajass) aus Oberuzwil. (Bild: Ursula Ammann)

Für die drei Pfadfinder Yannic Schnelli, Lea Schneider und Sascha Bollinger und ihre Leiterin Gisela Koller aus Wil beginnt eine grosse Reise. Japan ist ihr Ziel. Dort nehmen sie am Weltpfadilager teil. Der 14jährige Yannic Schnelli ist gespannt auf das Abenteuer: «Das Weltpfadilager ist etwas Einmaliges. Ich freue mich, neue Kulturen und Pfadfinder aus aller Welt kennenzulernen. Auch auf Japan freue ich mich sehr, weil dort alles anders ist als hier.»

Die Leiterin Gisela Koller war schon dreimal dabei an einem Weltpfadilager – vor zwölf Jahren zum ersten Mal in Thailand. «Die Eröffnungsfeiern waren unvergessliche Momente, die mir heute noch Gänsehaut bereiten. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, Teil einer so unterschiedlichen und vielfältigen Gemeinschaft zu sein. Darauf freue ich mich auch dieses Mal am meisten», sagt die Leiterin.

Rücksicht auf andere Pfadfinder

Das Motto des diesjährigen Weltpfadilagers ist «Spirit of Unity». Dieses soll die Jugendlichen aus aller Welt über ihre Zeit dort begleiten. Aus Solidaritätsgründen finanzieren die Pfadis aus reicheren Ländern wie der Schweiz mehr in das Lager. «Wir wollen es auch Pfadfindern aus ärmeren Ländern ermöglichen, dass sie nach Japan kommen können», sagt Schnelli. Er ergänzt: «Rücksicht auf seine Mitmenschen zu nehmen, ist ein Pfadigesetz.»

Gisela Koller macht darauf aufmerksam, dass es wichtig sei, Solidarität zu zeigen, weil es sonst kein Weltpfadilager wäre, sondern ausschliesslich eines mit Europäern und Amerikanern. «Es ist was Aussergewöhnliches, Menschen aus über 100 Ländern zu begegnen. Es werden viele Freundschaften geschlossen, die auch nach dem Lager bestehen werden», sagt Schnelli. Gisela Koller erzählt von den Erfahrungen aus den vergangenen Weltpfadilagern. Man lerne dort, ohne Vorurteile auf Menschen zuzugehen. «Man erfährt, wie Weltfrieden funktionieren kann.» Alle Teilnehmer werden das Friedensdenkmal in Hiroshima besuchen, um der Geschehnisse von 1945 zu gedenken.

Als Einheit auftreten

Die drei Pfadfinder aus Uzwil und Oberuzwil gehören zum Trupp Piz4Scouts. Dieser setzt sich aus 31 Mitgliedern aus der ganzen Schweiz zusammen. Gisela Koller ist die Hauptleiterin. In mehreren Treffen konnten sich die Pfadfinder bereits kennenlernen. «Uns war es wichtig, dass wir uns nicht erst bei der Abreise zum ersten Mal sehen. Dies stärkt die Zusammengehörigkeit im Trupp und wir können in Japan als eine Einheit auftreten», sagt die Leiterin. «Bevor das eigentliche Lager beginnt, sind wir schon drei Tage zuvor in Japan. Wir werden dann in Kapsel-Hotels übernachten und ein Manga-Museum und andere Sehenswürdigkeiten besuchen.»

Die Jugendlichen vom Trupp Piz4Scouts organisierten verschiedene Finanzierungsaktionen für das Lager. «Beim Bettenauer Weiher haben wir ein Ski-Wachsen mit einer Kaffeestube durchgeführt», erzählt Schnelli. Mit dem Geld rüsteten sie sich mit Pfadi-Utensilien aus, wie zum Beispiel personalisierten Trinkflaschen. Yannic Schnelli nimmt zudem Taschenmesser und andere für die Schweiz typische Gegenstände mit, um sie den neuen Bekanntschaften aus aller Welt zu schenken.