Ferienplausch: Nachfrage weiter sinkend

292 Kinder haben während der Frühlingsferien eines oder mehrere Angebote des Flawiler Ferienplausches genutzt. Eine Beteiligung, die weit unter den Erwartungen lag, wie Elternvereinspräsident Didi Klement sagt. Nun geht der Verein über die Bücher.

Andrea Häusler
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Spezielle Begegnung am Ferienplausch 2016.

Spezielle Begegnung am Ferienplausch 2016.

FLAWIL. Klement verhehlt seine Enttäuschung nicht. «Erklärtes Ziel war es, mit einem Ausbau des Kursangebots von 63 auf 83 nochmals einen Effort zu starten, so richtig Gas zu geben», sagt er. Nun muss er eingestehen: «Der Mehraufwand hat bei weitem nicht das gebracht, was wir uns erhofft hatten.»

Viele Kurse abgesagt

63 verschiedene Kursangebote hatte der Elternverein Flawil als Organisator des Ferienplausches im vergangenen Jahr angeboten. Bereits damals waren – wie bereits in den Jahren zuvor – die Teilnehmerzahlen rückläufig. «Noch vor fünf Jahren haben sich 550 Kinder und Jugendliche an den Ferienaktivitäten beteiligt. Heuer konnten noch 292 Daheimgebliebene für unser Freizeitangebot gewonnen werden.» Ungeachtet der Erweiterung des Kurskatalogs, von der man sich den Ausstieg aus der Negativspirale erhofft hatte.

Die ungenügende Zahl von Anmeldungen hatte zur Folge, dass verschiedene Angebote abgesagt werden mussten. Obwohl man sich aktiv bemüht hatte, Kinder zum Mitmachen zu motivieren. Dass es dadurch zu diversen enttäuschten Gesichtern kam, liegt auf der Hand. Didi Klement bedauert das, sagt jedoch: «Wir können mit neun Personen einfach keine Disco durchführen, an der auch nur ein Hauch von Partystimmung aufkommt.»

Vor allem jüngere Kinder

Nicht nur die Anzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist kontinuierlich sinkend, auch die Altersstruktur der Schülerinnen und Schüler hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Früher, erinnert sich Didi Klement, hätten die Fünftklässler die Mehrzahl der Ferienpläuschler ausgemacht, auch viele Sechstklässler seien jeweils mit dabei gewesen. Diese Altersgruppe sei heute kaum mehr vertreten. Begeistern liessen sich vor allem noch die jüngeren Kinder. Eine neue Entwicklung hat Didi Klement auch in der geographischen Herkunft der Teilnehmerschaft ausmachen können: «Nur 40 Prozent der angemeldeten Kinder wohnen im Dorf Flawil – die übrigen stammen aus den Weilern der Gemeinde.

Noch zeitgemässes Angebot?

Die Bilanz des Ferienplausches 2016 zeigt unmissverständlich auf: Am Umfang, der Breite des Angebots kann das Desinteresse kaum liegen. Woran stattdessen, das will der Elternverein nun eruieren. «Man muss sicher grundsätzlich hinterfragen, ob ein solches Angebot noch zeitgemäss ist», sagt Didi Klement; «aber auch abzuklären, ob eine Beschränkung auf eine Woche sinnvoll wäre oder eine Zusammenarbeit mit dem Musiklager im Sinne einer alternierenden Durchführung der Angebote denkbar wäre.»

Vieles ist derzeit offen, eines steht jedoch laut Klement bereits heute fest: «Einen solchen Aufwand wie dieses Jahr werden wir künftig nicht mehr betreiben.»

Unabhängig von Zahlen und Entwicklungen: Die Teilnehmer am Ferienplausch hatten Spass. (Bilder: pd)

Unabhängig von Zahlen und Entwicklungen: Die Teilnehmer am Ferienplausch hatten Spass. (Bilder: pd)

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