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FEINSCHLIFF: In der Jugend der Grosseltern

Am 29. April hat die Produktion «Unterschlupf» des «Momoll»-Jugendtheaters Wil ihre Uraufführung. Das Stück von Paul Steinmann ist spannend, humorvoll – und fordert die Darsteller ordentlich. Ein Probebesuch.
Christof Lampart
Eine Reise in die Vergangenheit: Zwei jugendliche Schauspielerinnen bei den Proben zu «Unterschlupf». (Bild: Christof Lampart)

Eine Reise in die Vergangenheit: Zwei jugendliche Schauspielerinnen bei den Proben zu «Unterschlupf». (Bild: Christof Lampart)

Christof Lampart

redaktion@wilerzeitung.ch

Ostern ist die Zeit, in der viele Ostereier suchen, auf der Fahrt in den Süden im Stau stecken oder der Auferstehung Jesu Christi gedenken. Doch all das war für 19 Jugendliche, die sich am Osterwochenende in der Wiler Lokremise versammelt hatten, höchstens sekundär. Denn was hier und jetzt zählte, war das Feilen am «Unterschlupf».

«Unterschlupf» führt im Untertitel die Bezeichnung «fast ein Drama» und kommt bei den Proben gefühlt auch so daher. Das Probelokal, die Wiler Lokremise, das in Bälde auch der Aufführungsort von acht Vorstellungen sein wird, ist mit seinem nüchternen Charme wie geschaffen fürs Setting, ist doch das Werk in der Zeit des Zweiten Weltkrieges angesiedelt. Mangel an etwas war der Normalfall. Das schlichte Bühnenbild entspricht dem, die Kleidung der Jugendlichen auch. Wann wohl die meisten Mädchen das letzte Mal mit wadenlangen Röcken herumgelaufen sind? Man sieht ihnen unschwer an, dass sie sich das Stück nicht nur vom Text her erarbeiten müssen. Denn die Jugendlichen von heute müssen sich in der Jugend ihrer Grosseltern zurechtfinden.

Fleissig Französisch geübt

Auch der Text stellt besondere Anforderungen an die 14- bis 21-Jährigen, zumal ganze Passagen nicht nur auf Dialekt und Hochdeutsch, sondern auf Französisch zu sprechen sind, ist doch die Geschichte in der Romandie zu Hause. Da ist es nur gut, dass die Muttersprache einer Darstellerin Französisch ist. «Sie hat den anderen ihre Texte auf ein Audiofile gesprochen, so dass diese dann zu Hause üben konnten», sagt Theatermacherin Claudia Rüeggsegger.

Immer wieder wird unterbrochen, diskutiert, dann die Szene mehrmals durchgespielt, Handlungen gerafft, gestrichen oder neu hinzugenommen. Die Jugendlichen sind mit Feuereifer bei der Sache. Viel weniger dürfte es aber auch nicht sein, denn «Unterschlupf» verlangt grosse Ernsthaftigkeit und duldet keinen Klamauk. Denn es ist kein unbeschwertes Stück, sondern vielmehr das, was man am ehestens als «saumässig spannend, aber leicht bedrückend» zusammenfassen kann.

Die Details machen es aus

Zudem gilt es, 19 Darstellerinnen und Darsteller so zu führen, dass sie sich – nicht nur bildlich gesprochen – nicht auf den Füssen stehen, sondern vielmehr stets bei der Sache sind. Und zwar auch dann, wenn sie nichts aktiv tun. «80 Minuten können lang sein. Vor allem, wenn man durchspielt wie wir. Da müssen die Jugendlichen lernen, wie sie ihre Anspannung beibehalten, ihre Gedanken nicht abschweifen lassen und ihre Körperhaltung nicht verändern. Denn gutes Theater hängt nicht nur vom Text ab, sondern auch von vielen Details», sagt Rüeggsegger.

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