Feier rund um den Erdball

Am ersten Freitag im März verbindet der Weltgebetstag Menschen in 170 Ländern rund um den Erdball zu einer kraftvollen christlichen Gemeinschaft.

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Flawil. Dieses Jahr haben Frauen aus Chile den Gottesdienst zum Thema «Wie viele Brote habt ihr?» vorbereitet, mit ihren Ideen gestaltet und als Manuskript in die ganze Welt verschickt. Vertreterinnen aus der katholischen, der evangelisch-methodistischen und der evangelischen Kirchgemeinde haben im Pfarreizentrum den Flawiler Gottesdienst zum Weltgebetstag organisiert und die ökumenische Gemeinde für eine Stunde in Gedanken nach Chile entführt.

Landschaftsbilder aus Chile

Wunderschöne Bilder gaben einen Einblick in das Leben zwischen Pazifik und Anden mit Vulkangebirgen, Wüste, Seen und dem ewigen Eis der Antarktis. Die Chilenen präsentierten sich als lebensfrohes Volk, das Musik, Tanz und Feste liebt. Politisch hat Chile seit der Staatsgründung turbulente Zeiten erlebt, vor allem unter der Schreckensherrschaft von Diktator Augusto Pinochet, während der viele Chilenen hingerichtet oder ins Exil gezwungen wurden. Für die Familien noch schwerer zu ertragen ist die Ungewissheit über den Verbleib ihrer bis heute spurlos verschwundenen Angehörigen. Wirtschaftlich weit entwickelt, profitieren in Chile einige wenige vom Raubbau an Bodenschätzen, und die Schere zwischen Arm und Reich öffnet sich. Vor einem Jahr ist Chile in die Schlagzeilen geraten wegen eines starken Erdbebens, das Gebiete um die Stadt Concepción erschüttert und 200 000 Menschen obdachlos gemacht hat. Es wird Jahre dauern, bis die Stadt wieder aufgebaut sein wird. Im Sommer dann hat das Grubenunglück und die spektakuläre Rettung der Bergleute von San José aufgerüttelt.

Gemeinsam stark

Alle diese schwierigen Lebenserfahrungen haben aber auch die Solidarität gestärkt, erzählen die Autorinnen, und konnten viele Erfahrungen zum Thema «Wie viele Brote habt ihr – wie viele Brote haben wir?» weitergeben. Davon wurden auch die Gottesdienstbesucherinnen und -besucher angesprochen und daran erinnert, dass jeder Mensch Begabungen mitbekommen hat, die erst beim Teilen mit anderen ihre volle Entfaltung finden.

Die Eindrücke der Feier konnten beim Zusammensein bei Kuchen und Kaffee – oder am Abend bei Brot und Wein – vertieft und die Gemeinschaft gepflegt werden. Vor der Weltgebetstagsfeier haben alle drei Flawiler Bäckereien Brote zum Teilen verkauft. Vom Verkaufspreis jedes Brotes wurde ein Franken auf die Seite gelegt. Zusammen mit der Gottesdienstkollekte ergab der Erlös die Summe von 1400 Franken zugunsten der Weltgebetstagsprojekte in Chile und weiteren Ländern. (pd.)