FDP unterstützt Wyder

Uzwils Freisinnige empfehlen den Sozialdemokraten Daniel Wyder zur Wahl als Schulratspräsident der Einheitsgemeinde Uzwil. Der Entscheid fiel einstimmig.

Philipp Stutz
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Im trauten Kreis besprach die FDP Uzwil unter Leitung ihres Präsidenten Ralph Wyss (links) die Taktik für die Wahl des Schulratspräsidenten. (Bild: stu.)

Im trauten Kreis besprach die FDP Uzwil unter Leitung ihres Präsidenten Ralph Wyss (links) die Taktik für die Wahl des Schulratspräsidenten. (Bild: stu.)

UZWIL. Nach dem Rückzug des von der FDP portierten Richard Ammann verbleiben nach Ansicht der Partei noch zwei Kandidaten mit realistischen Wahlchancen im Rennen ums Schulratspräsidium: Erich Wagner von der CVP und Daniel Wyder (SP). Dem Parteilosen Raphael Bär, der im vergangenen Jahr bereits erfolglos als Gemeindepräsident kandidiert hat, wird lediglich ein Achtungserfolg zugetraut.

Deutliche Unterschiede

Wie Parteipräsident Ralph Wyss an der ausserordentlichen Mitgliederversammlung vom Montag mitteilte, hat der Vorstand mit beiden Kandidaten je ein ausführliches Gespräch geführt.

«Sie bringen die nötigen Fertigkeiten und Erfahrungen für dieses Amt mit, haben Führungserfahrung und sind wählbar», betonte Wyss, «unterscheiden sich aber bezüglich Berufserfahrung und Persönlichkeit deutlich.»

Innen- und Aussensicht

So hat der CVP-Kandidat Erich Wagner seine berufliche Laufbahn ausschliesslich im schulischen Umfeld verbracht, erst als Lehrer, danach als Schulleiter mit verschiedenen Zusatzaufgaben. Wagner, zurzeit als Schulleiter in Oberuzwil tätig, wurde deshalb als «Insider» bezeichnet. «Die Schule ist seine Welt», sagte Ralph Wyss.

Eine Art Aussensicht nehme der SP-Kandidat und Maschineningenieur HTL Daniel Wyder ein, zurzeit Abteilungsleiter bei den Stadtwerken Winterthur. Wyder hat seine Karriere bei Bühler Uzwil begonnen. Mit ihm steht laut Wyss ein in der Geschäftsleitung von KMU und in der Leitung strategischer Projekte erfahrener Kadermann zur Verfügung.

Der unterschiedliche Hintergrund der Kandidaten reflektiert sich laut dem Vorstand der FDP auch in den geäusserten Standpunkten. Erich Wagner wurde als prozessorientiert und gut strukturiert charakterisiert. Als Offizier wird ihm auch Führungserfahrung attestiert. Daniel Wyder wird vom Vorstand der FDP eher als Teamcoach betrachtet, als integrierende und projektorientierte Persönlichkeit mit kommunikativem Führungsstil.

Vermittelnde Rolle

Dem Aussenseiter Daniel Wyder sei bei den Hearings die vermittelnde Rolle zwischen schulischen Vorgaben, Notwendigkeit und politischen Ideen, Wünschen und Anregungen besser gelungen als Erich Wagner. Das mag nach Ansicht der FDP auch daran liegen, dass Wyder während rund zehn Jahren als Gemeinderat amtiert hat und daher die Schnittstelle zwischen Bürger und Verwaltung gut kenne. Er habe in der Privatwirtschaft gearbeitet, wisse, «woher das Geld kommt», und sei kein «Sesselkleber». Der FDP-Vorstand beantragte daher der Parteiversammlung, Daniel Wyder als neuen Schulratspräsidenten zu empfehlen. Die Parteiversammlung folgte diesem Antrag einstimmig.

Absolute Mehrheit verhindern

In der Diskussion wurde wiederholt betont, dass die von der CVP aktuell angestrebte absolute Mehrheit sowohl im Gemeinde- als auch im Schulrat verhindert werden soll. «Die FDP stand in Uzwil immer zur Konkordanz», betonte Ralph Wyss. Sie sei keine Partei, die mit Mehrheiten die Gemeinde führen wolle. Freisinnige wünschen sich auch weiterhin eine angemessene Vertretung aller politischen Kräfte in den wichtigsten Behörden von Uzwil.