FDP strebt einen vierten Sitz an

Nominieren, informieren, diskutieren: Die FDP Toggenburg verband ihre Nominationsversammlung für die Kantonsratswahlen am Samstag mit einem Podium zum Thema «Bildungsstandort Toggenburg – Visionen?».

Serge Hediger
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Die Kantonsratskandidaten von FDP und Jungfreisinnigen. (Bild: Serge Hediger)

Die Kantonsratskandidaten von FDP und Jungfreisinnigen. (Bild: Serge Hediger)

REGION. Seit Samstag sind die Namen der FDP-Kandidatinnen und Kandidaten für die Kantonsratswahlen vom 28. Februar 2016 bekannt. Die Kreispartei Toggenburg steigt mit einer ausgewogenen Liste und gemeinsam mit den Jungfreisinnigen ins Rennen um die elf Sitze. «Wir haben uns zum Ziel gesetzt, einen vierten Sitz zu gewinnen», sagte Kreisparteipräsident Urs Frei am Rande der Versammlung. Die Partei will den Schwung der Wahlen vom Oktober, wo sie Stimmenanteile und im Kanton einen Nationalratssitz dazugewonnen hat, mitnehmen. Frei: «Unsere Kandidatinnen und Kandidaten sind sehr motiviert. Und die Partei präsentiert sich in einem guten Zustand: Im Unterschied zu vor vier Jahren hört man wieder auf die FDP, denn sie ist die Partei der Lösungen.»

Zwei Bisherige

Lütisburgs Gemeindepräsidentin Imelda Stadler und Kilian Looser, Gemeindepräsident von Nesslau, treten wieder an; Looser war im Juni für Heinz Wittenwiler (Krummenau) nachgerückt. Vreni Wild indessen, Gemeindepräsidentin von Neckertal, die in der Vergangenheit jeweils zahlreiche Panaschierstimmen geholt hatte, verzichtet nach drei Amtszeiten auf eine Wiederwahl. Aus der Liste der Mutterpartei stechen bekannte Persönlichkeiten hervor: So kandidiert mit Christian «Bahni» Schmid der Organisator des Bergrennens Hemberg ebenso wie Andrea Abderhalden-Hämmerli, die das Management ihres Mannes, Schwingerkönig Jörg Abderhalden, führt, oder Werner Raschle, Teilzeit-Hausmann und Trainer der Leichtathletikschule Toggenburg.

Bildungsthemen diskutiert

Im Anschluss an die Kandidatenvorstellung bat Vreni Wild sechs Bildungsfachleute zu einem Podium mit dem Titel «Bildungsstandort Toggenburg – Visionen?»: Matthias Unseld, Rektor BWZ Wattwil, Norbert Stieger, Schulratspräsident Wattwil, Silvia Rüdisühli-Steffen, Prorektorin Kantonsschule Wattwil, und auf Seite der Kandidaten Susanne Bösch, Schulleiterin Nesslau, Werner Raschle, Schulpräsident Schule Oberes Neckertal, und Imelda Stadler, ehemalige Primarlehrerin und Bildungsexpertin im Kantonsrat.

Zur Sprache kam die Unterscheidung von HarmoS und Lehrplan 21, welche Gegner der Schulreformen häufig unsachgemäss vermischen, die zu erwartende Strukturbereinigung in den Toggenburger Schulgemeinden während der nächsten 30 Jahre sowie das Angebot an Sonderschulen. Abschliessend gaben die nicht kandidierenden Podiumsteilnehmer den Kandidaten je einen bildungspolitischen Wunsch mit auf den Weg: Rektor Unseld riet, sich zur Meinungsbildung stets mit Direktbetroffenen zu unterhalten. Prorektorin Rüdisühli gab ihrer Sorge um die im Kantonsvergleich tiefe Maturitätsquote Ausdruck und brach mit Blick auf die Abwanderungstendenz eine Lanze für die weiterführenden Schulen. Und Schulratspräsident Stieger erinnerte an die Uraufgabe der Politik, die zwar gesetzliche Rahmenbedingungen zu setzen habe, jedoch die Ausgestaltung den Betroffenen vor Ort überlassen solle, die dies besser könnten.

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