FDP hinter den Klostermauern

Der Neujahrsapéro der Degersheimer FDP fand in einem unpolitischen Rahmen statt. Am Dienstagabend trafen sich die Mitglieder der Ortspartei im Kloster Magdenau und erhielten einen Einblick in das klösterliche Leben.

Melanie Graf
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Die Mitglieder der FDP Degersheim besuchten im Rahmen des Neujahrsapéros das Kloster Magdenau. (Bild: meg.)

Die Mitglieder der FDP Degersheim besuchten im Rahmen des Neujahrsapéros das Kloster Magdenau. (Bild: meg.)

Magdenau. Die Degersheimer FDP politisierte an ihrem Neujahrsapéro nicht. Die Politiker überliessen an diesem Abend das Reden Schwester Assumpta, die es verstand, während ihrer Führung durch das Kloster Magdenau die Aufmerksamkeit der Parteiangehörigen auf sich zu ziehen. Sie beantwortete dabei Fragen rund um den Klosterbetrieb.

Gemächer des Abts

15 Freisinnige liessen sich den Anlass nicht entgehen. Die Nonne zeigte ihnen das Zimmer, welches der Abt von Wettingen als seine private Loge nutzte, wenn er im Kloster Magdenau zu Besuch war. Die geschnitzte Holzdecke und der auf Löwenfiguren getragene Pfauenofen aus dem Jahre 1674 liessen die Politikerinnen und Politiker staunen. Heute werden die Zimmer an Gäste vermietet. «Hier logierte schon ein Buchautor», erzählte Schwester Assumpta. Sie gewährte Einblick in die Zimmer, welche von Leuten gemietet werden, die am Burn-Out-Syndrom leiden und sich eine Auszeit nehmen wollen. «Werden die Leute von den Schwestern begleitet?», fragte ein FDP-Mitglied. Schwester Assumpta verneinte. Allerdings käme es sehr oft vor, dass die Leute einfach nur reden wollen, so die Schwester weiter. «Dann hören wir zu, aber Fragen stellen wir keine.» 17 Schwestern, im Alter zwischen 28 und 97, leben derzeit im Zisterzienserinnenkloster, welches im Jahr 1244 gebaut wurde.

Humorvolle Nonne

Seit 54 Jahren lebt Schwester Assumpta im Kloster Magdenau, vor 20 Jahren hat sie mit den Führungen begonnen. Über ihr persönliches Alter schwieg sich die Schwester aus, dafür erzählte sie aus dem Alltag und zeigte dabei viel Humor und Witz. «Wann beginnt euer Tag?», fragte ein weiteres Mitglied. «Tagwach» sei um 4.45 Uhr, so Schwester Assumpta. «Gibt es die Nonnenkrapfen noch?», wollte ein anderer FDPler wissen. «Einen solchen hätten Sie wohl gerne?», antwortete die Nonne lachend. «Ja, die gibt es noch.»

Imbiss im «Rössli»

Das Gespräch um die Krapfen machte Parteiangehörige hungrig. Nach dem Ende der Führung zog die Truppe zum Restaurant Rössli gegenüber dem Kloster. Dort wartete ein kleiner Imbiss auf sie. Klösterlich, ohne politische Provokationen, ging der Abend über die Bühne. Interimspräsident Arthur Bänziger begrüsste die FDP-Mitglieder im Restaurant offiziell und informierte lediglich über die anstehenden Abstimmungen und Wahlen. Er verwies auf die heutige Mitgliederversammlung der FDP des Kantons St. Gallen, die um 19 Uhr im Lindensaal in Flawil stattfindet. Dort werden die aktuellen Themen diskutiert.