FC Wil: Qualität macht den Unterschied aus

WIL. Dank eines spielerisch überlegenen und effizienten Auftritts kommt der FC Wil zu einem 3:1-Sieg gegen Le Mont. Der Ur-Wiler Silvano Schäppi ist mit einem sehenswerten Heber für die Siegsicherung verantwortlich. Der neue Trainer Kevin Cooper bittet die Spieler ab morgen jeweils zu einem gemeinsamen Frühstück.

Simon Dudle
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Shaho Maroufi und Le Monts Torschütze Ibrahim Tall im Zweikampf. (Bild: Gianluca Lombardi)

Shaho Maroufi und Le Monts Torschütze Ibrahim Tall im Zweikampf. (Bild: Gianluca Lombardi)

Es war keine Gala, was der FC Wil beim Einstand des neuen englischen Trainers Kevin Cooper zeigte. Aber der Auftritt war stark genug, um einen soliden, wenn auch ersatzgeschwächten Gegner Le Mont Lausanne in die Schranken zu weisen. Immerhin waren die Waadtländer mit der Referenz angereist, die fünf vorangehenden Partien nicht verloren zu haben.

Die Qualität in den Reihen Wils machte schliesslich den Unterschied aus. Diese zeigte sich auch bei den Toren. Mitte erster Halbzeit ging Captain Mert Nobre nach einem Freistoss von André Santos entschlossener zur Sache als die Gegenspieler und traf per Kopf. Beim neuerlichen Führungstor nach knapp einer Stunde lief der Ball über mehrere Stationen, ehe Gjelbrim Taipi den ersten Saisontreffer erzielte.

Schäppis doppelte Freude

Das 3:1 war einem Ur-Wiler vorbehalten. Aussenverteidiger Silvano Schäppi schaltete sich in einen Angriff ein, spielte einen Doppelpass mit Shaho Maroufi und sah, dass Le Monts Goalie Maxime Brenet mit einem Lob zu überspielen war. Dies tat er und durfte zum zweitenmal im Dress des FC Wil über einen Treffer jubeln. Dieses Mal war die Freude deutlich grösser als bei seiner Torpremiere im April, als der 21-Jährige im Heimspiel gegen Lugano in der 88. Minute beim Stand von 0:5 getroffen hatte. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass Schäppi, der nur wenige Meter neben dem Bergholz aufgewachsen ist und auch dort wohnt, bereits 1323 Minuten gespielt hat und somit mehr Einsatzzeit als alle anderen Feldspieler aufweist – und dies in einer Mannschaft mit ehemaligen Nationalspielern sowie Akteuren mit Champions-League-Erfahrung. «Als Verteidiger kommt man nicht oft dazu, in den Abschluss zu gehen. Darum ist das Tor umso schöner», sagte Schäppi. Der Treffer tat ihm auch darum so gut, weil er nach anfänglich vielen starken Leistungen vor Wochenfrist in Wohlen nicht überzeugt hatte. Der Aussenverteidiger, der trotz der vielen Einsatzzeit in dieser Saison noch nie verwarnt wurde, ist aber bereits so weit gereift, dass er auch mit einer solchen Situation umzugehen weiss und schliesslich die Ruhe hatte, mit einem sehenswerten Lupfer die Partie zu entschieden.

Coopers Philosophie

Mit dem vierten Sieg in Serie hat der FC Wil den Druck auf Leader Lausanne-Sport weiter erhöht und darf heute mit ansehen, ob dieser zu Hause gegen Xamax das Vier-Punkte-Polster wieder herstellen kann.

Morgen werden die Spieler um 9.30 Uhr zum gemeinsamen Frühstück gebeten. Es ist eine Massnahme, die zur Philosophie Coopers gehört. «Ich möchte das Team in jedem Bereich weiterbringen. Technisch, taktisch, physisch und mental», sagt der neue Trainer. Bis zum nächsten Spiel in Chiasso sind wegen der Länderspielpause zwei Wochen Zeit, um die neue Strukturen zu implementieren.