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Knatsch mit der Stadt: Der FC Wil darf an seinem eigenen Stadion kein Clublogo anbringen

Der FC Wil würde das Bergholz gerne mit seinem Logo beschriften. Doch die Stadt erteilt dem Club eine Absage.
Lara Wüest
Hier, an der Rückseite der Gegentribüne, möchte der FC Wil die Transparente gerne anbringen.Bild: Lara Wüest

Hier, an der Rückseite der Gegentribüne, möchte der FC Wil die Transparente gerne anbringen.Bild: Lara Wüest

Grau sieht es aus vor dem Eingang zum Sportpark Bergholz an diesem Morgen, am Himmel hängen dicke Wolken. Der Beton des Bauwerks und der Gitterzaun, an dem die wenig attraktiven Rückseiten von Werbebannern zu sehen sind, tragen ihr Übriges dazu bei. Nein, der Anblick des Stadions Bergholz gibt an Regentagen wenig her. Und erkennen, dass hier ein Profifussballklub seine Heimstätte hat, lässt sich schon gar nicht.

Nirgends hängt ein Wappen oder Logo, auch kein Schriftzug ist zu sehen. Für den FC Wil ist das stossend. «Jede Firma und auch jedes andere Stadion in der Schweiz, das ich kenne, ist von aussen angeschrieben», sagt der Präsident Maurice Weber. «Bei uns steht absolut nichts.» Falsch sei das, fügt er an. Damit sein Zuhause auch als solches erkennbar ist, will der Klub deshalb auf der Rückseite der Gegentribüne das Logo oder Wappen des FC Wil anbringen.

Vorgesehen ist ein schlichtes Logo

Doch als Weber das Anliegen den Vertretern des städtischen Bau, Umwelt und Verkehr Departements (BUV) vorträgt, stösst er auf taube Ohren. «Dort sagte man mir, das komme nicht in Frage. Im Beschriftungskonzept des Sportparks sei festgehalten, dass an den Aussenwänden nichts angebracht werden dürfe», so der Präsident. Die Transparente möchte der FC Wil am liebsten an der Aussenmauer des geplanten Dachs anbringen, sobald das Dach gebaut wird (siehe auch Kasten). Etwas Schlichtes schwebt dem Klub vor, etwas, das zum Design der Sportanlage passt.

«Unsere Klubfarben sind schwarz und weiss», betont Maurice Weber. «Das würde gar nicht so stark auffallen.» Zudem sollen die Plakate auswechselbar sein, wie jene bei Baustellen. «Wir wollen nichts Fixes. So kann auch die Stadt die Wand ab und zu für Eigenwerbung benutzen», sagt der Klubpräsident. Beim Baudepartement beisst Weber mit solchen Argumenten aber scheinbar auf Granit. Weber: «Nicht einmal am derzeitigen Gitterzaun dürfen wir etwas befestigen.»

Weber: «Wir sind immerhin ein Profiklub»

Dass das Baudepartement die Ästhetik des Sportparks Bergholz höher gewichtet, als das Bedürfnis des Fussballklubs, an den Aussenwänden mit dem Logo auf seine Heimstätte aufmerksam zu machen, versteht Weber nicht. «Wir sind immerhin ein Profiklub und spielen die nationale Meisterschaft. Das Stadion ist ein Teil unserer Identität», sagt der Präsident. Zudem würde der FC Wil in der Stadt einen wichtigen Integrationsbeitrag leisten. «Wir haben 450 Junioren mit zum Teil unterschiedlichem Migrationshintergrund.» Der Klub würde verschiedene Nationalitäten miteinander verbinden.

«Es wäre deshalb schön, wenn wir zeigen könnten, wo wir zu Hause sind», sagt Maurice Weber. Die Stadt sieht das jedoch anders, sie möchte die Architektur und das Erscheinungsbild des Sportparks erhalten. Als baulich schönen Komplex mit Qualität beschreibt Stadtrat und Vorsteher des BUV, Daniel Stutz, das Bergholz. «Die Ästhetik und die Gesamtarchitektur ergeben ein stimmiges Bild», sagt er.

Stadt hat das letzte Wort

Die Beschriftung und Werbeflächen seien mit der Nutzungsvereinbarung festgelegt und durch das Signaletikkonzept auch für die Aussenbeschriftung geregelt worden. «Wir wollten nicht überall Banner und Werbung», sagt der Stadtrat. «Diesen Entscheid kann man nicht jedes Jahr hinterfragen.»

Der Wunsch des Fussballklubs, sein Zuhause von aussen kenntlich zu machen, ist für Stutz wenig nachvollziehbar. «Jeder Fan weiss, wo das Bergholz steht.» Zudem verursache die Stadionbeleuchtung in der Nachbarschaft unnötige Immissionen und sei auch rund um Wil sichtbar.

Das letzte Wort bei diesem Zwist hat die Stadt. Denn das Bergholz ist ein öffentliches Gebäude, gehört also der Stadt. Der FC Wil ist dort nur zur Miete. Von sich aus darf er nichts am Gebäudekomplex ändern.

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